
Nach der Eventhalle kämpft die Stadt Wien auch beim Projekt Busbahnhof mit massiven Problemen. Das Vorhaben könnte reduziert und neu ausgeschrieben werden
Die Wien Holding sorgte am Dienstagabend rund um das Großprojekt Fernbus-Terminal für einen Paukenschlag: Sie gab bekannt, dass sie der Investorengruppe rund um Ariel Muzicant die Verantwortung für den Bau entzogen hat. Der Vertrag mit dem Investor wurde gekündigt, die Kündigung wurde am Dienstag zugestellt. Das Bauvorhaben sah neben einem modernen internationalen Busbahnhof auch ein 105-Meter-Hochhaus sowie ein weiteres mehrstöckiges Gebäude für Hotel- oder Büronutzung vor. Das Siegerprojekt wurde im Mai 2021 präsentiert und sah damals noch ein 90-Meter-Hochhaus vor.
Die Wien Holding stellte in einer Aussendung aber auch klar, dass trotz der Vertragskündigung das Projekt Fernbus-Terminal “auf alle Fälle realisiert wird – auch in immobilienwirtschaftlich schwierigen Zeiten”. Auf alle Fälle wird es aber weitere Verzögerungen geben: Zuletzt war ein Baubeginn 2024 geplant, die Fertigstellung sollte Ende 2027 erfolgen. Das wird es nun mit der Kündigung des Vertrags mit der Donau Busterminal Realisierung GmbH (DBR) von Investor Muzicant sicher nicht spielen.
Als Gründe für die Vertragskündigung wurden “unüberbrückbare Differenzen” vonseiten der Wien Holding genannt. So sei etwa bereits im Mai 2023 der Baukonzessionsvertrag durch den Investor “ungerechtfertigt” gekündigt worden. Die DBR habe die Kündigung dann im Juli 2023 wieder zurückgezogen. Eine Nachdenkpause zur Klärung der Differenzen sei “jedoch ohne Annäherung der Vertragsparteien verlaufen”.
Die Wien Holding will nun “bis Jahreswechsel” entscheiden, wie bei der Projektumsetzung weiter vorgegangen wird. So könnte es eine Neuausschreibung für das gesamte Projekt geben, was praktisch “Zurück an den Start” bedeutet. Oder die Stadt baut über die städtische Wien Holding den Busbahnhof selbst: Dann wird es aber mit ziemlicher Sicherheit auch kein Hochhaus als Teil des Bauvorhabens geben.
### Verzögerungen auch bei Wiener Eventhalle
Damit muss die Stadt Wien innerhalb von nur wenigen Tagen massive Probleme bei gleich zwei Großprojekten einräumen. Denn vergangene Woche gab die Wien Holding bekannt, dass sich auch der Zeitplan für die geplante Wiener Eventhalle mit 20.000 Plätzen nach hinten verschiebt. Bei diesem Vorhaben muss die Suche nach einem privaten Partner, der Bau und Betrieb übernimmt, wiederholt werden, weil die Zuschlagsentscheidung vom Landesverwaltungsgericht aufgehoben wurde.
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[https://www.derstandard.at/story/3000000192540/wien-holding-kuendigt-vertrag-mit-investor-fuer-fernbus-terminal](https://www.derstandard.at/story/3000000192540/wien-holding-kuendigt-vertrag-mit-investor-fuer-fernbus-terminal)
by Educational-Note-757
1 comment
Naja……….wenn ein Generalunternehmen einen Konzessionsvertrag unterzeichnet und danach aber wieder kündigt, dann würde ich als “Partner” dann schon hellhörig werden.
Weißt Du, was da drinnen steht und aus welchen Gründen der gekündigt wurde?
Hat sich Muzicant und Konsorten auf Bedingungen eingelassen, die er dann in Wahrheit gar nicht erfüllen kann/will?…………und versuchte dann, den Preis nochmals in die Höhe zu verhandeln?
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Im standard forum gibt es ja Meldungen dazu, dass das Unternehmen jene Baumaßnahmen reduzieren wollte, die der breiten Öffentlichkeit zu Gute kämen würden, aber die eigenen gewinnbringenden Maßnahmen wollte man schon erfüllen.