>> Der Fall Hasan Özbay ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie es Einzelpersonen gelingen kann, durch aggressives Auftreten progressive Bewegungen zu kapern, das interne Klima zu vergiften und die eigene Agenda gegen den Mehrheitswillen durchzusetzen. Er zeigt allerdings auch, wie couragiert die deutschen Gliederungen von Fridays For Future seit langem versuchen, Antisemitismus zu bekämpfen.
>> Ein FFF-Mitglied berichtet am Telefon, den allermeisten in der Bewegung gehe es schließlich „um die Sache, also den Klimaschutz.“ Man verwende ehrenamtlich sämtliche Energie darauf, das eigene Umfeld und die Öffentlichkeit von der Dringlichkeit nachhaltiger Klimapolitik zu überzeugen. Wenn sich dann so ein „dominanter Macker mit extrem unangenehmen Methoden“ in ihren Strukturen breitmache, fehle häufig die Kraft, sich zu wehren.
> Etwas später wurde bekannt, dass Hasan Özbay auf einer Klima-Demonstration in Lützerath eine Jacke mit dem Bild der palästinensischen Terroristin Leila Chaled getragen hatte.
…
> Etwas später wurde bekannt, dass Hasan Özbay auf einer Klima-Demonstration in Lützerath eine Jacke mit dem Bild der palästinensischen Terroristin Leila Chaled getragen hatte.
Also wenn jemand mit Brunnenvergiftung ankommt, kann man mir wirklich nicht mehr weiß machen, das sei gar nicht antisemitisch gemeinte reine Israelkritik
Und dann noch offene Terrorunterstützung
Eigentlich ein Fall für den Verfassungsschutz. Da versucht ein Typ, deutsche NGOs für Hamas-Propaganda zu kapern. WTF?
Die deutschen FFF-Gruppen, die jetzt darunter leiden, tun mir Leid. Das sind halt wirklich oft einfach irgendwelche Studierenden mit Umweltbewusstsein. Sich jetzt mit einem Antisemitismuskonflikt in bundesweiten Medien auseinandersetzen zu müssen ist heftig
> Wir sind die BIPoC bei @FridayforFuture & fordern echte Klimagerechtigkeit!
Das scheint eine ganze Gruppe zu sein, die FFF für verschiedene Themen, in erster Linie den Palästinakonflikt, kapern möchte. Sie teilen auch jetzt noch Posts von dem Typ (die Konferenz war im Mai). Wird man die vielleicht wegklagen müssen? Ich befürchte, bei FFF wird man sich nicht trauen, gegen Leute vorzugehen, die sich selber das Label BIPoC geben
Wenn solche Vorfälle nicht sofort geahndet werden (heißt, die Personen fliegen raus), zerstört dass das gesamte Image der Bewegung. Die sollen den Typen rauswerfen und sich davon distanzieren.
>Das Awareness-Team schrieb ihm: „In Anbetracht der zahlreichen Beschwerden gegen dein Verhalten in den FFF-Chatgruppen und der Verwarnung, die wir bereits gegen dich aussprechen mussten, haben wir uns für einen dauerhaften Ausschluss entschieden.“
>
>Nach der Bundesebene schloss ihn auch die Mainzer Ortsgruppe zeitnah aus.
Schon blöd wenn die linken und grünen so unterwandert sind und im Grunde gratis Wahlwerbung für die AFD macht, welche nicht weniger antisemitisch ist. Aber das Feindbild passt eben perfekt.
Echt tragisch, wie ihre eigene Autoritätsphobie linken Gruppen immer wieder schadet, weil sie keiner in den eigenen Reihen ausüben kann ohne Ausdruck dessen zu werden, was sie ablehnen. Irgendwie klar, dass die blöde, pauschale Beschimpfung als Rassist in so einem Klima so gut funktioniert. Eine effektive Klimabewegung darf sich von solchen Problemen nicht ablenken lassen und muss politisch strikt neutral bleiben.
tl:dr Kurzfassung für alle :
Der Typ ist sowieso komplett durch und sollte nirgends mehr ernst genommen werden.
Also so unangenehm der Typ auch sein mag, er wird ja nun kaum auch den Instagram-Account von Greta Thunberg bespielen, was die Einzeltäter-Theorie dann ja doch eher absurd erscheinen lässt.
Die jüdische allgemeine hat hierzu auch einen guten Artikel.
Wie darf man sich denn in dem Fall “durchboxen” vorstellen? Die Person die das dann letztenendes hochgeladen und veröffentlich hat, wird ja doch entweder ihm zustimmen, oder SO VIEL Angst vor dem haben, das die Person sich nicht traut nein zu sagen.
Ok und was war an dem Instagramm Post jetzt bitte antisemitisch?
Ach, nichts? Das war maximal Antizionistisch aber die Hasbara der israelischen Regierung hat es erfolgreich geschafft das viele leute denken das wäre das gleiche?
Ist ja n Ding.
Der Typ mag n verstrahlter Volltrottel sein, das macht den Post nicht antisemitisch.
FWIW: ich finde das interessante daran sind die Gruppendynamiken, mir gehts nicht um ein “Ui FFF sind so unschuldig”.
puh also das mit der jacke find ich heftig. wieso ist der da nicht rausgeworfen worden? lol
Das klingt nach einem sehr typischen Problem von ehrenamtlichen Organisationen, das ich auch schon in Vereinen erlebt habe (wenn auch nicht mit einer so großen Sichtbarkeit). In einem Verein, in dem ich aktiv bin, hatten wir auch schon Mitglieder, die sich in sozialen Medien deutlich im Ton und auch in der Botschaft vergriffen haben. Ich glaube, das ist ein typisches Problem von wachsenden ehrenamtlichen Organisationen. Die Stärke kommt hier durch die Eigenmotivation der Mitglieder und das ist in 99% der Fälle auch echt gut – aber für das 1% der Fälle, wo es schief geht, braucht man eben Strukturen, die sowas abfangen können. Und ja, man muss manchmal auch Leute rausschmeißen oder sie zumindest von Ämtern entbinden.
Buchstäblich jedes mal wenn sich eine Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft mit klar definierten Zielen bildet, versuchen Extremisten aus allen politischen Lagern, den Tsunami in die passende Richtung zu lenken, in dem sie die Bewegung infiltrieren. Das wird ja sogar offen zugegeben, wenn Leute sagen, dass die eigenen Themen mit dem “Klima-Anstrich” mehr Reichweite bekommen.
War bei Occupy Wall Street nicht anders, und BLM erging es genauso.
Ich hab das mal überflogen. Es geht um folgendes:
“Israel vergiftet das Grundwasser der Palästinenser”
Das ist zunächst eine Bauptung. Ist sie wahr oder falsch? Schauen wir uns das doch mal an.
>[Today, as Israeli bombs](https://jacobin.com/2023/10/israel-settler-colonialism-greenwashing-eco-normalization-water-energy) pound Gaza, the risk of death does not only come from the sky. A blockade of fuel, water, and electricity has already pushed the Palestinian coastal territory’s infrastructure to a breaking point, including with the shutting of its last seawater desalination plant. The collapse of the drinking-water supply brings deadly dehydration, and the risk of diseases like cholera and dysentery.
Even before the recent days of war, control over vital resources had long been a key site of struggle in historic Palestine and the wider Middle East. The climate crisis and green transition have heightened the struggle over potentially vast resources, including energy and water supplies. The redivision of territory and forced movement of populations obeys the logic of resource colonialism, but also of Israel’s efforts to posture as a power “greener” than its neighbors.
>
[Prior](https://www.newscientist.com/article/2398073-why-the-gaza-water-crisis-is-decades-in-the-making/) conflicts with Israel have also severely damaged Gaza’s water system. In recent years, Israel and Egypt have also restricted the import of equipment needed to maintain water infrastructure, including water pumps. This, along with a lack of investment, has prevented Gaza from making repairs meaning the region’s water system was outdated and incapable of meeting demand even before the current crisis. “The conflict is disrupting already unreliable water availability in Gaza for millions of people,” says Peter Gleick at the Pacific Institute, a water think tank in California.
Without safe drinking water, people in Gaza have started using dirty well water, which could lead to outbreaks of water-related diseases, including cholera and dysentery. The lack of electricity and fuel means Gaza also cannot run sanitation operations, like sewage treatment and disposal. “Without adequate sanitation, it’s almost impossible to maintain high-quality water for long periods of time,” says Kellogg Schwab at Johns Hopkins University in Maryland.
​
>[As 96 per cent of water from the Gaza’s sole aquifer is unfit for human consumption](https://www.unicef.org/sop/what-we-do/wash-water-sanitation-and-hygiene)the preferred strategic solution to provide its citizens with safe, clean water is the desalination of seawater. However, maintaining the equipment used for the desalination process is a big concern, as the WASH sector faces challenges with delays in the delivery of essential materials for repair work and the rehabilitation of water networks, notably as the result of Gaza’s blockade.
>Cutting off water to Gaza is a war crime
Western governments must call out Israel’s water war crime and call for a ceasefire, say Lyla Mehta and Alan Nicol
We are shocked to read about the critical situation in Gaza since Israel turned off water supplies to the Gaza Strip more than a week ago. Sanitation services have collapsed, including Gaza’s last functioning seawater desalination plant. With clean water running out (Report, 17 October), more than 2 million people are at risk and are resorting to drinking dirty water, with increasing risks of disease, dehydration and death.
Water is a basic human right, and denying this right violates international humanitarian law and the Geneva conventions, constituting a war crime, according to UN experts. The incessant bombing has also led to over a million people fleeing their homes, lacking access to water and food. Israel claims it has restored water to southern Gaza, and the opening of the Rafah crossing from Egypt for humanitarian assistance is significant, although 20 trucks is not much. However, without fuel and electricity, clean water cannot be pumped around Gaza.
>
>Prof Lyla Mehta
Institute of Development Studies, University of Sussex,
Dr Alan Nicol
Researcher in international water policy
Das Wasser und Nahrung als Waffe gegen die palästinensische Zivilbevölkerung eingesetzt werden ist relativ unumstritten. Vielleicht kann man in Deutschland noch ein paar Menschen überzeugen, dass das ganze ja nur Judenfeindlichkeit sei, auf irgendwelchen “der Jude vergiftet meinen Brunnen” Mythen basiere und die palästinensischen Kinder ihr Verdursten nur simmulieren. Aber bei halbwegs ehrlichen Menschen, ist die Sachlage relativ klar.
Worum gehts also wirklich?
Hier haben wir wohl den eigentlichen Grund für die ganzen Animositäten, inklusive des nicht gerade unparteiischen Tagesspiegels in Sachen Palästina/Israel:
>Özbay denunziere Menschen pauschal als „Rassisten“, bloß weil diese Israelis nicht als „fremde Kolonisatorinnen“ bezeichnen wollten.
Dass Israel von allen [Menschenrechtsorganisationen](https://www.amnesty.org/en/latest/campaigns/2022/02/israels-system-of-apartheid/), inklusive der größten israelischen – B’Tselem, als rassistischen Apartheidsstaat anprangert, den illegalen, andauernden Landraub als Kolonialismus bezeichen, dass weiße New Yorker in den Nahen Osten fliegen können und [das Haus und Land von Palästinensern rauben können](https://www.youtube.com/watch?v=t9q9PDBsDe8) , während israelische Soldaten ihnen die Waffe an den Kopf halten, ist das ein relativ eindeutiges Bild.
Es klingt wohl eher danach, dass sich viele “Bio-Deutsche” in dem Spektrum es sich mit dem Mantra “Progressive except for Palestine” gemütlich gemacht haben und palästinensischen Zivilisten, die seit 70 Jahren Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, [Pogromen](https://www.hrw.org/the-day-in-human-rights/2023/03/01) , ethnischen Säuberungen und Kriegsverbrechen sind, nicht als gleichwertige Menschen sehen. Wenn man diese teils offen rassistische Einstellung nicht hinterfragt wissen will und dann ein (vielleicht ziemlich nerviger Typ, ich kenne ihn nicht persönlich) ankommt und es anprangert, möchte man sehr schnell wieder seine Blasen, in der jeder die gleiche Meinung zu haben hat. “Safespaces” fand ich witzig.
So eine unkritisierbare Erwartungshaltung ist aber auch ganz normal, wenn alle großen Presseoutlets, alle Staatsorgane und alle Parteien – von Grünen bis zur Afd sich Chorus auf eine Seite schlagen. Da ist eine Meinung, die auf den Berichten von Menschenrechtsorganisationen, Doctors without Boarders und der UN fußt, nicht gerne gesehen. Da kann man das offensichtliche “ich bin zwar Deutscher, aber wirklich nicht automatisch Nazi, weil ich den Israel bedingungslos unterstütze” nicht so sorgenfrei ausleben.
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Die wichtigsten Absätze aus meiner Sicht:
>> Der Fall Hasan Özbay ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie es Einzelpersonen gelingen kann, durch aggressives Auftreten progressive Bewegungen zu kapern, das interne Klima zu vergiften und die eigene Agenda gegen den Mehrheitswillen durchzusetzen. Er zeigt allerdings auch, wie couragiert die deutschen Gliederungen von Fridays For Future seit langem versuchen, Antisemitismus zu bekämpfen.
>> Ein FFF-Mitglied berichtet am Telefon, den allermeisten in der Bewegung gehe es schließlich „um die Sache, also den Klimaschutz.“ Man verwende ehrenamtlich sämtliche Energie darauf, das eigene Umfeld und die Öffentlichkeit von der Dringlichkeit nachhaltiger Klimapolitik zu überzeugen. Wenn sich dann so ein „dominanter Macker mit extrem unangenehmen Methoden“ in ihren Strukturen breitmache, fehle häufig die Kraft, sich zu wehren.
> Etwas später wurde bekannt, dass Hasan Özbay auf einer Klima-Demonstration in Lützerath eine Jacke mit dem Bild der palästinensischen Terroristin Leila Chaled getragen hatte.
…
> Etwas später wurde bekannt, dass Hasan Özbay auf einer Klima-Demonstration in Lützerath eine Jacke mit dem Bild der palästinensischen Terroristin Leila Chaled getragen hatte.
Also wenn jemand mit Brunnenvergiftung ankommt, kann man mir wirklich nicht mehr weiß machen, das sei gar nicht antisemitisch gemeinte reine Israelkritik
Und dann noch offene Terrorunterstützung
Eigentlich ein Fall für den Verfassungsschutz. Da versucht ein Typ, deutsche NGOs für Hamas-Propaganda zu kapern. WTF?
Die deutschen FFF-Gruppen, die jetzt darunter leiden, tun mir Leid. Das sind halt wirklich oft einfach irgendwelche Studierenden mit Umweltbewusstsein. Sich jetzt mit einem Antisemitismuskonflikt in bundesweiten Medien auseinandersetzen zu müssen ist heftig
Der Typ nutzt übrigens immer noch explizit die FFF-Brand. zB bei dem verlinkten Festival https://www.coraci-festival.de/index.php/programm-2023/rahmenprogramm-2/ (War übrigens bei der Uni Lüneburg, eechte Qualitätsarbeit der AStA /s)
Wird er als BIPoC for Future Aktivist vorgestellt. Und was will BIPoC for Future sein?
https://twitter.com/BIPoCforFuture
> Wir sind die BIPoC bei @FridayforFuture & fordern echte Klimagerechtigkeit!
Das scheint eine ganze Gruppe zu sein, die FFF für verschiedene Themen, in erster Linie den Palästinakonflikt, kapern möchte. Sie teilen auch jetzt noch Posts von dem Typ (die Konferenz war im Mai). Wird man die vielleicht wegklagen müssen? Ich befürchte, bei FFF wird man sich nicht trauen, gegen Leute vorzugehen, die sich selber das Label BIPoC geben
Wenn solche Vorfälle nicht sofort geahndet werden (heißt, die Personen fliegen raus), zerstört dass das gesamte Image der Bewegung. Die sollen den Typen rauswerfen und sich davon distanzieren.
Edit: Wurde bereits ausgeschlossen. [https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/antisemitismus-bei-fridays-for-future-der-aktivist-der-die-hassposts-durchsetzte-10699462.html](https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/antisemitismus-bei-fridays-for-future-der-aktivist-der-die-hassposts-durchsetzte-10699462.html)
>Das Awareness-Team schrieb ihm: „In Anbetracht der zahlreichen Beschwerden gegen dein Verhalten in den FFF-Chatgruppen und der Verwarnung, die wir bereits gegen dich aussprechen mussten, haben wir uns für einen dauerhaften Ausschluss entschieden.“
>
>Nach der Bundesebene schloss ihn auch die Mainzer Ortsgruppe zeitnah aus.
Schon blöd wenn die linken und grünen so unterwandert sind und im Grunde gratis Wahlwerbung für die AFD macht, welche nicht weniger antisemitisch ist. Aber das Feindbild passt eben perfekt.
Echt tragisch, wie ihre eigene Autoritätsphobie linken Gruppen immer wieder schadet, weil sie keiner in den eigenen Reihen ausüben kann ohne Ausdruck dessen zu werden, was sie ablehnen. Irgendwie klar, dass die blöde, pauschale Beschimpfung als Rassist in so einem Klima so gut funktioniert. Eine effektive Klimabewegung darf sich von solchen Problemen nicht ablenken lassen und muss politisch strikt neutral bleiben.
tl:dr Kurzfassung für alle :
Der Typ ist sowieso komplett durch und sollte nirgends mehr ernst genommen werden.
Also so unangenehm der Typ auch sein mag, er wird ja nun kaum auch den Instagram-Account von Greta Thunberg bespielen, was die Einzeltäter-Theorie dann ja doch eher absurd erscheinen lässt.
Die jüdische allgemeine hat hierzu auch einen guten Artikel.
Wie darf man sich denn in dem Fall “durchboxen” vorstellen? Die Person die das dann letztenendes hochgeladen und veröffentlich hat, wird ja doch entweder ihm zustimmen, oder SO VIEL Angst vor dem haben, das die Person sich nicht traut nein zu sagen.
Ok und was war an dem Instagramm Post jetzt bitte antisemitisch?
Ach, nichts? Das war maximal Antizionistisch aber die Hasbara der israelischen Regierung hat es erfolgreich geschafft das viele leute denken das wäre das gleiche?
Ist ja n Ding.
Der Typ mag n verstrahlter Volltrottel sein, das macht den Post nicht antisemitisch.
FWIW: ich finde das interessante daran sind die Gruppendynamiken, mir gehts nicht um ein “Ui FFF sind so unschuldig”.
puh also das mit der jacke find ich heftig. wieso ist der da nicht rausgeworfen worden? lol
Das klingt nach einem sehr typischen Problem von ehrenamtlichen Organisationen, das ich auch schon in Vereinen erlebt habe (wenn auch nicht mit einer so großen Sichtbarkeit). In einem Verein, in dem ich aktiv bin, hatten wir auch schon Mitglieder, die sich in sozialen Medien deutlich im Ton und auch in der Botschaft vergriffen haben. Ich glaube, das ist ein typisches Problem von wachsenden ehrenamtlichen Organisationen. Die Stärke kommt hier durch die Eigenmotivation der Mitglieder und das ist in 99% der Fälle auch echt gut – aber für das 1% der Fälle, wo es schief geht, braucht man eben Strukturen, die sowas abfangen können. Und ja, man muss manchmal auch Leute rausschmeißen oder sie zumindest von Ämtern entbinden.
Buchstäblich jedes mal wenn sich eine Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft mit klar definierten Zielen bildet, versuchen Extremisten aus allen politischen Lagern, den Tsunami in die passende Richtung zu lenken, in dem sie die Bewegung infiltrieren. Das wird ja sogar offen zugegeben, wenn Leute sagen, dass die eigenen Themen mit dem “Klima-Anstrich” mehr Reichweite bekommen.
War bei Occupy Wall Street nicht anders, und BLM erging es genauso.
Ich hab das mal überflogen. Es geht um folgendes:
“Israel vergiftet das Grundwasser der Palästinenser”
Das ist zunächst eine Bauptung. Ist sie wahr oder falsch? Schauen wir uns das doch mal an.
>[Today, as Israeli bombs](https://jacobin.com/2023/10/israel-settler-colonialism-greenwashing-eco-normalization-water-energy) pound Gaza, the risk of death does not only come from the sky. A blockade of fuel, water, and electricity has already pushed the Palestinian coastal territory’s infrastructure to a breaking point, including with the shutting of its last seawater desalination plant. The collapse of the drinking-water supply brings deadly dehydration, and the risk of diseases like cholera and dysentery.
Even before the recent days of war, control over vital resources had long been a key site of struggle in historic Palestine and the wider Middle East. The climate crisis and green transition have heightened the struggle over potentially vast resources, including energy and water supplies. The redivision of territory and forced movement of populations obeys the logic of resource colonialism, but also of Israel’s efforts to posture as a power “greener” than its neighbors.
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>[Israel controls about 80%](https://www.theguardian.com/world/2023/may/17/how-israel-uses-water-to-control-west-bank-palestine) of water reserves in the West Bank
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>A precious resource: how Israel uses water to control the West Bank
In occupied West Bank villages, Israeli-owned farms are flourishing, while Palestinians often do not have enough water to drink
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[Prior](https://www.newscientist.com/article/2398073-why-the-gaza-water-crisis-is-decades-in-the-making/) conflicts with Israel have also severely damaged Gaza’s water system. In recent years, Israel and Egypt have also restricted the import of equipment needed to maintain water infrastructure, including water pumps. This, along with a lack of investment, has prevented Gaza from making repairs meaning the region’s water system was outdated and incapable of meeting demand even before the current crisis. “The conflict is disrupting already unreliable water availability in Gaza for millions of people,” says Peter Gleick at the Pacific Institute, a water think tank in California.
Without safe drinking water, people in Gaza have started using dirty well water, which could lead to outbreaks of water-related diseases, including cholera and dysentery. The lack of electricity and fuel means Gaza also cannot run sanitation operations, like sewage treatment and disposal. “Without adequate sanitation, it’s almost impossible to maintain high-quality water for long periods of time,” says Kellogg Schwab at Johns Hopkins University in Maryland.
​
>[As 96 per cent of water from the Gaza’s sole aquifer is unfit for human consumption](https://www.unicef.org/sop/what-we-do/wash-water-sanitation-and-hygiene)the preferred strategic solution to provide its citizens with safe, clean water is the desalination of seawater. However, maintaining the equipment used for the desalination process is a big concern, as the WASH sector faces challenges with delays in the delivery of essential materials for repair work and the rehabilitation of water networks, notably as the result of Gaza’s blockade.
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Polemisch ausgedrückt, aber absolut wahr.
Zusätzlich einer der Treffendsten Briefe an den Guardian von Fachleuten, die die Situation des Verhungerns under Verdurstens als [Kriegswaffe durch Israel beschreiben:](https://www.theguardian.com/world/2023/oct/19/cutting-off-water-to-gaza-is-a-war)
>Cutting off water to Gaza is a war crime
Western governments must call out Israel’s water war crime and call for a ceasefire, say Lyla Mehta and Alan Nicol
We are shocked to read about the critical situation in Gaza since Israel turned off water supplies to the Gaza Strip more than a week ago. Sanitation services have collapsed, including Gaza’s last functioning seawater desalination plant. With clean water running out (Report, 17 October), more than 2 million people are at risk and are resorting to drinking dirty water, with increasing risks of disease, dehydration and death.
Water is a basic human right, and denying this right violates international humanitarian law and the Geneva conventions, constituting a war crime, according to UN experts. The incessant bombing has also led to over a million people fleeing their homes, lacking access to water and food. Israel claims it has restored water to southern Gaza, and the opening of the Rafah crossing from Egypt for humanitarian assistance is significant, although 20 trucks is not much. However, without fuel and electricity, clean water cannot be pumped around Gaza.
>
>Prof Lyla Mehta
Institute of Development Studies, University of Sussex,
Dr Alan Nicol
Researcher in international water policy
Das Wasser und Nahrung als Waffe gegen die palästinensische Zivilbevölkerung eingesetzt werden ist relativ unumstritten. Vielleicht kann man in Deutschland noch ein paar Menschen überzeugen, dass das ganze ja nur Judenfeindlichkeit sei, auf irgendwelchen “der Jude vergiftet meinen Brunnen” Mythen basiere und die palästinensischen Kinder ihr Verdursten nur simmulieren. Aber bei halbwegs ehrlichen Menschen, ist die Sachlage relativ klar.
Worum gehts also wirklich?
Hier haben wir wohl den eigentlichen Grund für die ganzen Animositäten, inklusive des nicht gerade unparteiischen Tagesspiegels in Sachen Palästina/Israel:
>Özbay denunziere Menschen pauschal als „Rassisten“, bloß weil diese Israelis nicht als „fremde Kolonisatorinnen“ bezeichnen wollten.
Dass Israel von allen [Menschenrechtsorganisationen](https://www.amnesty.org/en/latest/campaigns/2022/02/israels-system-of-apartheid/), inklusive der größten israelischen – B’Tselem, als rassistischen Apartheidsstaat anprangert, den illegalen, andauernden Landraub als Kolonialismus bezeichen, dass weiße New Yorker in den Nahen Osten fliegen können und [das Haus und Land von Palästinensern rauben können](https://www.youtube.com/watch?v=t9q9PDBsDe8) , während israelische Soldaten ihnen die Waffe an den Kopf halten, ist das ein relativ eindeutiges Bild.
Es klingt wohl eher danach, dass sich viele “Bio-Deutsche” in dem Spektrum es sich mit dem Mantra “Progressive except for Palestine” gemütlich gemacht haben und palästinensischen Zivilisten, die seit 70 Jahren Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, [Pogromen](https://www.hrw.org/the-day-in-human-rights/2023/03/01) , ethnischen Säuberungen und Kriegsverbrechen sind, nicht als gleichwertige Menschen sehen. Wenn man diese teils offen rassistische Einstellung nicht hinterfragt wissen will und dann ein (vielleicht ziemlich nerviger Typ, ich kenne ihn nicht persönlich) ankommt und es anprangert, möchte man sehr schnell wieder seine Blasen, in der jeder die gleiche Meinung zu haben hat. “Safespaces” fand ich witzig.
So eine unkritisierbare Erwartungshaltung ist aber auch ganz normal, wenn alle großen Presseoutlets, alle Staatsorgane und alle Parteien – von Grünen bis zur Afd sich Chorus auf eine Seite schlagen. Da ist eine Meinung, die auf den Berichten von Menschenrechtsorganisationen, Doctors without Boarders und der UN fußt, nicht gerne gesehen. Da kann man das offensichtliche “ich bin zwar Deutscher, aber wirklich nicht automatisch Nazi, weil ich den Israel bedingungslos unterstütze” nicht so sorgenfrei ausleben.