
Mehr junge Jagende – «Wenn man Fleisch essen will, muss ein Tier sterben» | In der Schweiz machen immer mehr junge Menschen eine Jagdausbildung. Viele von ihnen sehen darin eine Möglichkeit, an ökologisch vertretbares Fleisch zu kommen. Sich für Tierwohl einsetzen und auf Tiere schiessen–passt das?
by BezugssystemCH1903
28 comments
ja, das passt.
Oehm…. Wenn diejenigen eine Jagdausbildung machen, um ökologisch vertretbar an Fleisch zu kommen, machen sie es aus Umweltschutzgründen, aber nicht aus Gründen welche das Tierwohl betreffen. Man kann doch gar nicht sicherstellen, das man nicht auch mal ein Streifschuss hat, und das Tier elendig verendet oder sein restliches Leben lang Schäden davon trägt. “Ich mach das hier nur fürs Tierwohl” – Und Sekunden später gibt es den Headshot. “Ich mache das hier, um Fleisch auf dem Teller zu haben, für das ich mich weniger schämen muss”, trifft es wohl besser.
“Jeganismus” – Ich hab noch nie sowas inkonsequentes gehört. Man kann ja gerne der Meinung sein, dass man nur Fleisch verspeist, wenn man es auch selbst erlegt hat. Ist ja auch viel besser als Ware aus Massentierhaltung zu konsumieren. Aber das hat halt nicht mit veganer oder vegetarischer Ernährung zu tun. So bald man Fleisch konsumiert ernährt man sich halt nicht vegetarisch oder vegan. Mein Nachbar, der 2 Kilo Billighack in der Woche vedrückt, sagt ja auch nicht, dass er sich ansonsten vergetarisch oder vegan ernährt und jetzt Hackaner ist.
Wenn man der Meinung ist, selbstgejagtes Fleisch sei moralisch vertretbar (was ich auch gar nicht per se anzweifeln möchte) , dann kann man da doch konsequent zu stehen und muss nicht irgendwelche komischen moralischen Umwege betreten, wie: ” aber sonst lebe ich vegan” oder “Ich bin Jeganer.
Natürlich passt das. Ist die schonenste Art, um an Fleisch zu kommen.
Immer wieder erstaunlich, wie illusorisch die Leute sind. Wie viel unseres Konsums könnten wir wohl durch Wild decken? 0,5%? 0,05%?
Ich jage auch, die Zucchini in meinem Garten.
Als Trend mit albernem Namen wirkt das … albern. Und: Je mehr Trendsetter dem Trend folgen, umso weniger Tiere können überhaupt pro Individuum geschossen werden ([Hege](https://de.wikipedia.org/wiki/Hege)).
Neutral bewertet ist es seltener Fleischkonsum, der nicht aus industrieller Massentierhaltung und Produktion stammt. Aber als Trend irgendwie ziemlich sinnbefreit.
Dann sind die Wälder ja bald leer.
Natürlich passt das nicht. Stellt euch eine Sekunde vor, das Tier zu sein, welches gejagt wird.
Gäbe es doch nur Tiere, die sich auch von Wild ernähren, sodass sich das alles selbst reguliert..hmm..
Aus was für Fleisch besteht Jägerschnitzel?
Solange es ohne Wilderei funktioniert auf jeden Fall
Die Tiere sind mir so wichtig, ihr Wohl liegt mir am Herzen 🥰🥰🥰
Außer ich habe Hunger, dann müssen sie sterben 😈😈😈
ja ne, klingt kohärent.
Der Begriff “Jeganismus” ist ein himmelschreiender Unsinn. Wer Fleisch isst, sei es selbst gekauft, selbst geschossen oder selbst zu Tode gestreichelt, ist kein Vegetarier und kein Veganer. Irgendwelche neuen Begriffe zu erfinden, um das eigene Gewissen zu beruhigen, ändert daran nichts.
Die Fragestellung des Titels ist nicht so klar zu beantworten. Wer Tierwohl nur dort vermutet, wo Kuh und Kompagnie auf der grünen Wiese an Altersschwäche sterben, ohne dem Menschen je “gedient” zu haben, der wird die Frage mit einem klaren Nein beantworten müssen. Wer an Tierwohl den Maßstab anlegt, dass ein Tier durchaus zur Nahrung genutzt werden darf, wenn Stress und Qual weitestgehend vermieden werden, kann auch auf die im Titel aufgeworfene Frage mit Ja antworten.
Ich tendiere da zu letzterem, im vollen Bewusstsein, dass ich nicht bereit bin, auf Fleisch oder Tierprodukte völlig zu verzichten.
Ein Kulturwald benötigt Wildhege sonst kommt keine Schonung über Heckenhöhe hinaus. Wildbestände werden ja überwacht und Entnahmemengen jährlich festgelegt um nicht die zuviel zu entnehmen.
Ich sehe da kein Problem!
Für einen Weltuntergang – definitiv notwendige Fähigkeiten.
Natürlich passt das. Tiere töten für das Tierwohl, Regenwald abholzen für das Klima <3
Auch eine wilde Auffassung ala “wenn ich sage, dass es so ist, dann ist es so”.
Tierwohl und Tier töten ergibt nicht so viel Sinn um ehrlich zu sein.
Spätestens wenn das Tier stirbt fühlt es sich “unwohl”
Nein.
Ja, passt. Waidgerechte Jagd ist jedenfalls besser als Massentierhaltung und stunden/tagelange Tiertransporte.
Ui, dieser Thread erfüllt ja mal wieder alle Clichés.
Hört sich nach “Ich habe keine Lust, meinen Konsum zu ändern, auch weil die Tiere dafür gezüchtet worden sind, um als Nahrung für uns zu enden und wenn ich die Industrie nicht unterstützen will, töte ich das Tier eben selber, aber niemand nimmt mir mein Steak vom Wildschwein weg oder mein Wildbret vom Hirsch.” an.
Weiter gedacht ist es dann eine Gefahr für das Wildleben in der Schweiz, denn wenn täglich abertausende Menschen Wildtiere jagen, dann verjagen sie sie vielleicht vollständig oder reduzieren die Bevölkerung um einen beträchtlichen Teil. Das würde auch bei regionalen Wesen auch das Aussterben vermutlich bedeuten.
An der Stelle kann man einfach nur fragen – “Wieso kann der Mensch nicht einmal sein Hirn einsetzen und lernen, dass er seine Finger lieber bei sich behalten soll?”
Populationsregulierung durch Jagd ist wichtig für unseren Wald, wir haben so viele Rehe und Wildschweine eigentlich brauchen wir viel mehr Jäger. Ein kaputter Wald sorgt langfristig für deutlich mehr Tierleid als die Jagd (Holz ist mit Abstand unser umweltfreundlichstes Baumaterial) ganz abgesehen davon, dass die Tiere in einem Menschenfreien Ökosystem durch Prädatoren auch(und wahrscheinlich mit mehr Leid) sterben würden.
Zusätzlich ist die Jagd die mit Abstand Umweltfreundlichste und am wenigsten Leid verursachende Methode an Fleisch heranzukommen. Alle die nicht Veganer sind und sich hier in den Kommentaren aufregen können also einfach die Fresse halten, das ist heuchlerisch.
Gegenfrage: was wäre die Alternative wenn wir das Wild nicht schießen?
Natürliche Populationskontrolle?? Ähm ne dazu fehlt der Wolf den wollen wir ja nicht der macht nur Probleme
Also einfach alles so lassen? Nett nur dann kommt schwer neue Bäume nach da die Sprösslinge natürlich super lecker sind und vom wild gefuttert werden.
Irgendwann ist halt auch das Nahrungsangebot im Wald zu klein und was bei Rehen noch “niedlich” wirkt wenn die in der Stadt nach Nahrung suchen wird bei einer Wildschweinrotte etwas sehr gefährlich
Wenn du dich nur von Wildfleisch ernährst das du selbst schießt…..hast du eh unregelmäßig “frisches” Fleisch da die Saison relativ kurz ist.
Wäre so viel einfacher und auch besser für die Tiere einfach mit dem Fleischessen aufzuhören. So was durchzuziehen, nur weil es schmeckt, ist schon ganz schön besessen.
>Sich für Tierwohl einsetzen und auf Tiere schiessen–passt das?
Ja, sofern die Lage nach wie vor dieselbe ist wie auch bei uns und es nicht genug Raubtiere gibt das wild auf natürliche Weise dezimiert. Ist das der Fall und die Jäger beachten das das wild nicht überjagt wird ist das kein Problem.
Wird wild nicht dezimiert ist das ein großer schaden der für Wälder entstehen weil neue Jungbäume einfach weggefressen werden wir aber viele junge Bäume in den letzten Jahren pflanzen mussten und wollen, weswegen fie mit Drahtzäunen oft geschützt werden.
Ich wüsste ja gerne worauf sich der SRF bezieht. Aus den letzten veröffentlichten Zahlen von 2022, lässt sich die Steigerung nicht wirklich erkennen oder fällt relativ minimal aus im Vergleich zu der Gesamtpopulation (die auch seit 2019 nicht wächst).
1. Jungjäger sind weit entfernt von den Höchstständen (2022: 788, Höchststand 2017 mit 887)
2. Jungjäger in Ausbildung sind zwar relativ hoch (2022: 1,580 – dritthöchste Zahl nach 2021 und 2020) aber lassen die Schlagzeile so eigentlich nicht zu.
3. Jagdausübende sind seit 2019 flat (2022: 30,522, 2019: 30,689) und im Vergleich zu 2013 nur gestiegen, da Frauen hinzugekommen sind.
Interessanter wäre die Entwicklung der jagdbaren Huftiere, da gibt es mehr Schwankungen, insgesamt hat sich die Population aber im Vergleich zu 2013 auch nicht groß geändert (2022: 75,661, 2013: 71,585).
Insgesamt fällt das für mich in die Kategorie Sommerloch. Nur leider sind wir nicht im Sommer und ein wirkliches Nachrichten”loch” gibt es auch nicht (leider).
[https://www.jagdstatistik.ch/de/home](https://www.jagdstatistik.ch/de/home)
Ooooh, ich muss erst Popcorn holen, bevor ich durch die Kommentare geh!