Viele Bürger zu arm für neue Schuhe, Kleidung und eine warme Wohnung

by panicradio316

17 comments
  1. 16,7% der Bürger der Bundesrepublik Deutschland lebten dieser Studie nach 2022 in Armut.

    > Überdurchschnittlich oft von Armut betroffen sind der Untersuchung zufolge Arbeitslose, Minijobber, Ostdeutsche, Alleinerziehende, Frauen, Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, Singles sowie Menschen, deren Schulabschluss maximal einem Hauptschulabschluss entspricht.

    > Als armutsgefährdet gilt demnach, wessen Haushaltsnettoeinkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland beträgt.

    > Für einen Singlehaushalt liegt die Grenze nach WSI-Angaben bei maximal 1200 Euro im Monat.

    > Der Studie zufolge war 2021 neue Kleidung unerschwinglich für 17 Prozent jener Menschen, die dauerhaft unter der Armutsgrenze lebten, also länger als fünf Jahre.

    > Unter den Menschen, die 2021 arm waren, aber nicht durchgehend in allen vier Jahren davor, konnten sich gut acht Prozent keine neue Kleidung leisten.

    > Von den dauerhaft Armen sahen sich der Studie zufolge mehr als vier Prozent finanziell nicht in der Lage, die Wohnung angemessen zu heizen.

    > Fünf Prozent gaben an, sich keine neuen Schuhe leisten zu können.

    > Seit 2010 sei die Armutsquote im Trend jedoch spürbar angestiegen. Damals habe sie bei 14,5 Prozent gelegen. Im Vor-Corona-Jahr 2019 habe sie 15,9 Prozent betragen.

  2. Diese Sachen sind auch für viele vollzeitarbeitende Menschen unerschwinglich geworden. Die Löhne haben in vielen Fällen nicht mit der Inflation Schritt gehalten.

  3. Ich finde diese Zahlen ehrlich gesagt wahnsinnig traurig.

    Denn hier wurden ja Einkommen untersucht, welches Kinder und Jugendliche wiederum ja noch nicht erzielen.

    Weshalb die angegebenen 16,7% der von Armut betroffenen Bürger noch deutlich höher liegen werden.

    Nicht mal mehr nur alarmierend, denn den Alarm allein nur zu hören scheint in den vergangenen Jahrzehnten nichts gebracht zu haben.

    Keine Ahnung, wohin das noch führen soll.

    Steigende Preise, Mieten und anderes sind hier ja noch nicht einmal mitberücksichtigt bzw. nicht mit in den Kontext gezogen worden.

  4. Degrowth ist doch was positives. So bekämpfen wir die Klimakatastrophe.

  5. Da steht nichts von der Methodologie.

    Kenne ansonsten einige DINKS, oft Ärzte und Anwälte, die in denkmalgeschützten Anwesen wohnen und diese deshalb nicht isolieren können. Die konnten sich letztes Jahr auch kaum leisten die zu heizen. Da ging es bei den Preisen teilweise um hunderte € Heizkosten pro Wintertag.

    Die waren wohl eher nicht gemeint, aber deshalb müsste man da etwas über die Methodologie wissen.

  6. Wenn ich meine Heizkosten gesondert zahlen müsste, hätte ich auch ein echtes Problem.

  7. Handwerker Vollzeit Single 28j., 2000 Netto im Monat. Wöchentliche Einkäufe und Sprit sind gerade in letzter Zeit hochgeschossen wie nichts. Würd ich nicht in einer WG wohnen wo mich das Zimmer knapp 450 warm kosten würde, wüsste ich langsam nicht mehr wie ich das stemmen sollte. Die billigste “Abwrackbude” kostet 950 kalt, 2 Zimmer. Und das auf dem Land. Selbst dann, Gasabschlag ist dieses Jahr von 75 Euro auf 150 geklettert, und dass nur nurch Anbieterwechsel. Der letzte wollte auf einmal 300 (!) monatlich. Strom ebenso, aber dass geht einigermaßen da Doppelhaushälfte wo der Vermieter nebenan wohnt und wir mit Solar mitbeliefert werden seit letztem Jahr. Mal abgesehen dass durchwegs alles teurer wird, Schuhe, KFZ-Service, Handwerker etc. Auch bei mir wird die Gasheizung nur auf Sparflamme laufen dieses Jahr.

    Mein Herz geht an alle Single-Eltern, meine Mum hat mich allein großgezogen auf Billiglohn, dass muss ja mittlerweile purer Horror sein.

  8. Gute Schuhe und Kleidung hält 10+ Jahre. Lauwarme Wohnung wär aber schon gut, und überhaupt etwas Wohnfläche. Ist halt politisch nicht gewollt. Möglich wäre es.

  9. Beispiel für wie Armut die Lebensqualität krass einschränkt: ein echter Wollpulli kostet weit über hundert Euro. Drunter kriegt man nur noch Polyester-Scheiss der null warm hält.

    Ich durfte mal die Wintergarnitur meiner Großtante anziehen. Pulli, Unterhemden, Schal, Mütze ect. aus Wolle, Kaschmir, Angora, Alpaka, usw.. Drüber ein dicker Daunen und Lederstiefel mit Lammfellsohlen. Da hab ich erst gemerkt wie beschissen unfair das Lebens ist. Stell dir vor du hast Kinder die du im Winter warm halten will. Es gibt nur noch Plastik in Klamotten-Optik bei C&A und Co, und selbst das ist überteuert.

  10. Ich wüsste da etwas, wie fast jeder Haushalt im Jahr 220,32 Euro mehr zur Verfügung hätte. Völlig unbürokratisch.

  11. Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber als Bürgergeld Beziehender ist neue Kleidung nicht wirklich drin. Wenn der Gesamtwert meiner Kleidung über 200 Euro liegt, ist das viel, und das meiste habe ich vor vielen Jahren geschenkt gekriegt. Ein neues paar Schuhe im Jahr (25 Euro) weil die Sohlen dank schiefem Lauf durch sind, einmal im Jahr neue graue Shirts vom Kik oder ein Pack billiger Unterwäsche, weil es da günstig ist.

    An Kleidungsstil, Aussehen, was mir gefällt, an sowas kann ich gar nicht denken. Hab es auch nie gelernt, da ich in meinem ganzen Leben nie Geld hatte. Ich habe eine Jeans, und das wars, wenn die kaputt ist muss ich das ignorieren. Selbiges für meine Winterjacke, für andere Jahreszeiten habe ich keine Jacken.

    Es gibt Secondhandläden, aber die sind oft leergeräubert. Oder in der Innenstadt, wo ich zu Fuß nicht eben hinkann und Fahrkarten sind unerschwinglich.

    Aber was solls, ich kenne es nicht anders und immerhin habe ich noch ein paar Sachen zum Anziehen.

  12. Verdammte Bürgergeldempfänger ziehen meinen Lohn runter /s

  13. Die Studie der Hans Böckler Stiftung, falls jmd auch die Zahlen lesen möchte

    [https://www.wsi.de/fpdf/HBS-008729/p_wsi_report_90_2023.pdf](https://www.wsi.de/fpdf/HBS-008729/p_wsi_report_90_2023.pdf)

    S. 11 die Übersicht nach Demographie

    6% der Gesamtbevölkerung sind dauerhaft arm. Dann ganz unten, von den 6% sind 35.2% von Rentnern verursacht, während sie (ganz rechts) 27.2% der Gesamtbevölkerung stellen.

    Das Gros der Leute mit <= 1200€ pro Monat Einkommen sind also Rentner, Arbeitslose, Nicht Erwerbstätige. Das ist rein statistisch gesprochen nicht so überraschend, oder? Die machen zusammen ca 75% der Armen aus. Grundsicherung oftmals.

    Eine Folgerung der Stiftung ist das Bürgergeld anzuheben. Darüber kann man natürlich streiten. Warum Altersarmut von der Politik akzeptiert wird, kann ich nicht nachvollziehen, da gehts ja nicht ums Lohnabstandsgebot.

    Positiv gesprochen: Arbeit hilft idR um aus Armut heraus zu kommen.

    Überraschend ist, dass von den 6% dauerhaft Armen 6.6% Vollzeit arbeiten. Sind zwar damit nur 0.39% an der Gesamtbevölkerung, aber dann doch ein paar von 80 Mio.

  14. In den TVL Verhandlungen wurde von AG Seite aus gesagt, Menschen die Vollzeit arbeiten und trotzdem Wohngeld beziehen müssen sollen sich mal ‘nicht so anstellen’. Und solche Aussagen kommen vom ÖD! Da muss man sich halt echt nicht mehr wundern.

  15. Wir haben angeblich gerade eine linke Bundesregierung, wartet erstmal ab, was nach der nächsten BTW mit der Vermögens- und Einkommensschere passiert 😎

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