Heute ist Weltmännertag, meine Kerle!
Wir von krisenchat wollen ja zukünftig mehr hier auf reddit mit euch zu verschiedenen Themen aus dem Bereich mentale Gesundheit ins Gespräch kommen. Heute soll es um Bodybuilding und mentale Gesundheit gehen. Wie mittlerweile bekannt ist, äußern Männer psychische Belastungen häufig anders als Frauen, zum Beispiel indem sie sich in sportliche Aktivität oder ganz konkret Bodybuilding reinsteigern. Es gibt auch schon erste Belege dafür, dass Fitnesstraining eine funktionierende Copingstrategie bei psychischer Belastung sein kann. Bodybuilder berichten aber auch vermehrt über ihre psychischen Probleme, zum Teil ausgelöst durch den Sport.

Hier haben meine Kollegen bei Twitch auf ein Video der Sportschau zu diesem Thema reagiert: [https://www.twitch.tv/videos/1966601982?t=00h46m33s](https://www.twitch.tv/videos/1966601982?t=00h46m33s)

Mich würde jetzt interessieren, wie steht ihr zu dem Thema Fitnesstraining und mentale Gesundheit?
Habt ihr persönliche Erfahrungen gemacht oder kennt jemanden, der Bodybuilding betreibt?

by krisenchat

16 comments
  1. Schwere Gewichte heben macht alles besser. Dafür ist es umso schlimmer, wenn man verletzt ist und pausieren muss (bei mir gerade der Fall).

  2. ich selber kenne einige; da stelle ich privat immer eine frage: ist es gut? solange das bejaht wird, ist alles egal. aber gesundheit ist auch nicht zu unterschätze

    was da bei twitch geht: toll, gut! aber auch da die frage: kosten/nutzen? grade für junge männer. konkret heißt das: nach innen fragen; nach außen sprechen…wie bei euch jetzt.

    das internet machts möglich. also meine meinung: gute sache, aber in maßen.

    (gehe selber zum sport)

  3. Ich betreibe jetzt seit über 10 Jahren Bodybuilding / Fitnessstraining. Phasenweise mal sehr intensiv, mal mehr relaxed. Was ich für mich festgestellt habe:

    * Gerade in Berufen, die einen körperlich nicht fordern, halte ich Sport für absolut notwendig. Der menschliche Körper ist nicht zu dem geworden, was er ist, um 16 Stunden zu sitzen und 8 Stunden zu liegen.
    * Körperlich fit zu sein ist extrem wichtig für meine geistige Gesundheit. Zu spüren, dass ich bei alltäglichen Dingen körperliche Belastung fühle, weil ich unsportlich bin, zieht mich persönlich massiv runter. Mens sana in corpore sano und so.
    * Sichtbar sportlich (nicht zwingend muskolös) zu sein ist enorm zuträglich für mein Selbstbewusstsein.
    * Für mich ist der Sport ein sehr guter Motivator, um bestimmte andere Verhaltensweisen, etwa Alkoholkonsum, zu kontrollieren; lieber verzichte ich mal auf ein Besäufnis, als die harte Arbeit einer guten Trainingssession zu runieren.
    * Körperdysmorphie ist absolut real und viel Zeit im Gym kann das Problem verstärken; ich erwische mich immer noch zu oft dabei, dass ich unzufrieden mit mir bin, weil ich noch eine Handvoll Männer sehe, die durchtrainierter oder muskolöser sind als ich, obwohl ich schon weit überdurchschnittlich fit bin.
    * Es ist ein Zeitfresser, der Freundschaften, Beziehungen und andere Hobbies negativ beeinflussen kann, wenn man 5 mal die Woche 2+ Stunden für Sport aufwenden muss, um seine Ziele zu erreichen.
    * Der Reiz, sich Steroide zu besorgen, ist enorm. Insbesondere, weil die Verfügbarkeit überraschend hoch ist.
    * Es ist ein Balanceakt, Bodybuilding gesundheitsfördernd oder wenigstens nicht gesundheitsschädlich zu betreiben. Gerade in Hinblick auf langfristige Gesundheit von Gelenken und Bändern kann es schnell ins Negative umschlagen, wenn man übertreibt.
    * Die teilweise extreme Ernährung birgt ein enormes Risiko, Essstörungen zu entwickeln.
    * Die ganze (Social Media) Kultur rund um Fitness und insbesondere Bodybuilding ist inzwischen, in meinen Augen, extrem toxisch und irreführend.

    Mein Fazit dazu ist, dass Fitnesstraining / Bodybuilding für mich einen sehr positiven Beitrag zu meiner mental health leistet, ich dafür aber lernen musste, es in Moderation zu betreiben und viele anhängige Themen und Probleme für mich richtig zu bewerten, auszublenden oder zu lösen.

  4. Gilt das nicht für Sport allgemein? Was macht Bodybuilding hier besonders? Sport schüttet halt Dopamin aus.

  5. Was ist das hier, Recherche an den Kunden ausgelagert, oder wie.
    Das Sub darf gern unabhängig bleiben.

  6. >Mich würde jetzt interessieren, wie steht ihr zu dem Thema Fitnesstraining und **mentale** Gesundheit?

    Kann vom medizinischen Standpunkt aus mit empirischer Evidenz sagen: Die Patienten, die einem auffällig fit für ein fortgeschrittenes Alter vorkommen, haben in vielen, vielen Fällen einen sportlichen Hintergrund oder in der Vergangenheit Kraftsport betrieben. Und das schlägt dann auch im hohen Alter auf die Psyche durch, weil mehr körperliche Aktivität noch möglich ist.

    ​

    Als [Überblickstudie](https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-0941-9204.pdf):

    >… konnten die 65- bis 78-jährigen Teilnehmer eines multimodalen, heimbasierten Trainingsprogramms innerhalb einer Interventionszeit von 18 Monaten die Knochendichte in den Lendenwirbelkörpern um eine halbe Standardabweichung (d = 0,49), im Femurhals sogar um d = 0,6 Standardabweichungen im Vergleich zur Kontrollgruppe verbessern. … Im Kontext der Alterszusammenhänge von Warming und Kollegen [5] entsprchen diese Effekte einem **Altersunterschied von 0,5 bis zu 2 Jahrzehnten** (in Abhängigkeit von der knöchernen Struktur und der Referenzkategorie).

    und auch:

    >Weiterhin konnte in anderen Studien beobachtet werden, dass eine Reduktion der Muskelmasse einen direkten Einfluss auf die Atrophie zerebraler Strukturen hat, was auch auf diesem Weg eine Verminderung kognitiver Funktionen bedingt [46][47]. Zudem werden altersbedingte neurokognitive Veränderungen (Verschlechterungen) von peripheren Sarkopenie-bedingten Abbauprozessen katalysiert

    TL;DR: Bringt eure Großeltern zum Kraftsport!

  7. Also ich betreibe kein Bodybuilding, sondern “nur” Krafttraining. Mir hilft hartes Training (schwer und falsch) meine depressiven Phasen deutlich besser abzufangen. Am Ende hatte mein Therapeut recht was den Sport für mich angeht. Zudem habe ich weniger körperliche Probleme als viele bekannte Gleichaltrige (50+). Darüber hinaus bin ich fokussierter und ausgeglichener.

  8. Ich betreibe seit ca. 4 Jahren wieder sehr regelmäßig Kraftsport, wobei die Grenze zum Bodybuilding ja fließend ist. Habe schon in jungen Jahren viel Kraftsport betrieben aber doch häufig sehr unregelmäßig. Hatte dann eine laaange Paus in der ich nichts gemacht habe und ziemlich in die Breite gegangen bin. Hauptsächlich (aber nicht nur) ausgelöst durch ein Rückenleiden. Nach einer Rücken OP die mir sehr geholfen hat, wollte ich dann nochmal richtig durchstarten. Naja, in meinem Alter (damals mitte 40) vielleicht auch durch ne Midlife-Kriese getrieben. 😉

    Mir macht es viel Spass mich auszupowern, zu sehen was der Körper mittlerweile mitmachen kann und zu sehen dass die Anstrengungen auch irgendwann mal sichtbar werden, selbst in meinem Alter.
    Um effektiver zu Trainieren habe ich natürlich auch Recherche betrieben, sowohl in Buch-Form als auch im Internet/YouTube und da muss ich sagen kommt man echt schnell in eine Fitness Bubble die mir sehr ungesunde vor kommt. Ich vergleiche mich mit mir selbst vor 10 Jahren und finde mich mittlerweile um einiges “stabiler”. Dickere Arme, breite Schultern etc. Ich bin schon kein Leichtgewicht, aber wenn man sich mit den ganzen “Experten” / Influencern etc. im Internet vergleicht kann man sich schon echt schäbig und mickrig vorkommen. Dass gerade jüngere dann doch schneller mal zu ungesunden Mitteln greifen um da mithalten zu können liegt auf der Hand. ICH muss da nicht mehr mithalten, ich gefalle mir so wie ich bin und mach mein Ding, aber so wird nicht jeder ticken. Zudem finde ich sind viele Informationen im Netz wiedersprüchlich und es braucht Zeit und etwas kritisches Nachdenken um sich seinen eigenen Weg durch den Fitnessjungel zu schlagen!

  9. Fitnesstraining ist für mich kein Hobby, sondern eine Notwendigkeit. Ich brauche meinen Auslauf, im Gym komme ich in einen guten Kopfweltraum, kann immer wieder verschiedene Dinge ausrpobieren und merke, wie mein Körper sich positiv mitverändert. Ist außerdem eine sehr gesunde Schlüsselangewohnheit, wo vieles Andere mit dranhängt: Besserer Schlaf, gesünderes Essen, weniger Alk, etc. Gerade als jemand der mit mentaler Gesundheit und auch mit Körperbild hadert enorm wichtige Bestandteile.

    Nettes Gimmick: Als Kerl, der auch im dünnen Zustand eher Birnenförmig gebaut ist, ist Krafttraining auch ein ideales Werkzeug, die Körperzusammensetzung ein wenig auszubalancieren.

  10. Sokrates sagte wohl was in die Richtung: „jeder Mann sollte pumpen gegen“.

  11. Nicht Bodybuilding, aber laufen gehen ist die einzige Coping-Strategie, die mir abseits von Therapie etc. jemals geholfen hat. Ohne wäre ich aufgeschmissen.

  12. Bodybuilding hat damit nichts zutun, die Psyche geht durch Social Media und das Vergleichen mit zugestofften Influencern zugrunde.

  13. Ich habe vor 3 Monaten angefangen 3 mal pro Woche ins Studio zu gehen. Eine Stunde Training, dann Sauna. Ich stecke in einer depressiven Episode und der Sport und die Entspannung hilft mir. Sind die Gedanken noch so negativ wenn ich ins Studio fahre, danach geht es mir besser. Ich schlafe besser, ich kann mich besser konzentrieren, ich bin weniger reizbar, insgesamt ausgeglichener.

    Vielleicht bilde ich es mir ein, aber ich meine die ersten Erfolge sehen zu können. Mit den Gewichten könnte ich schon hoch gehen. Meine Haltung fühlt sich besser an. Ich kann auf einmal im Stehen meine Zehenspitzen berühren. Das motiviert mich weiter zu machen. Es macht mir so viel Spaß, dass ich Lust habe mehr zu erreichen, einen neuen Trainingsplan ausarbeiten, mehr Erfolge.

    Mein Nachwuchs und der Sport sind das, was mich gerade am Leben halten. “Lift heavy stone. Make sad head voice quiet”.

  14. Ich gehe in der Regel einmal die Woche hin, aber oft zwei mal die Woche. Wegen meine starke Skoliose (60 crad) muss ich sowieso Muskel Trainieren.

    Daher will ich auch Bodybuilding machen. Ich finde international Männertag sollte genau so präsent sein Frauentag.

  15. Ohne Fitness gehts mir mental schlecht, mit gehts mir auf andere Weise schlecht 😀 Spaß beiseite.
    Ich bin seit jeher so nen on/off sportler. Mal 2 jahre intensiv, dann wieder aus verschiedenen gründen pause. Seit dem ich 13 bin ist es in irgendeiner Weise immer kraftsport.

    Hatte durch corona + verletzung 2 jahre garnichts gemacht und bin jetzt seit fast 2 jahren wieder ziemlich aktiv am trainieren (strongman, ähnlich zu BB).
    Bin auch nicht ganz schlecht drin. (Dieses jahr in die 2. von 3 ligen aufgestiegen)

    Sport hilft enorm ausgeglichen zu bleiben. Als student bzw jetzt im Büro fehlt die Körperliche auslastung, die hohl ich mir im gym. Wenn ichs nicht mach, dann bekomm ich schlechte Laune, ernähr mich signifikant schlechter und bekomm rückenprobleme vom ewigen sitzen.
    Ich tendier dazu zu viel zu trainieren (phasenweise), weshalb ich dann auch wieder Probleme bekomm. ZB habdgelenksschmerzen, durch das ständige am PC hocken wirds auch nicht angenehmer.
    Hinzu kommt der ständige Druck sich an den trainibgsplan zu halten und Trainingsziele zu erreichen. Mein DL Ziel endlich die 300 zu heben und nen vernünftigen OHP hinzubekommen werden einfach nicht. Durch krankheit wars ne weile schwer mit dem training.
    Auf instagram/YT bessere Leute zu sehen (von denen viele auch auf PEDs sind aber natural claimen) macht dann zusätzlich auch noch Gedanken.

    Im großen und ganzen geht’s mir durch sport viel besser, aber bringt eben auch wieder schlechte Sachen mit sich. Viele davon weil ich den sport auch wenn er hobby ist ziemlich kompetitiv sehe.

    Bissle durcheinander aber gerne spezifisch nachfragen.

    Achja, mein neues Problemchen:
    Hab als ich neulich länger erkältet war ca 7 kg zugenommen. Nicht schlimm weil ich über den winter eh etwas masse zulegen wollte, aber eben nicht auf einmal. Ist natürlich auch wieder ne belastung wenn man sich aufeinmal fett fühlt und der bauch mehr im Weg ist als sonst.

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