Sachverständigenrat: Die Wirtschaftsweisen plädieren für mehr Umverteilung bei der Rente.

by Event_Different

17 comments
  1. >Um die schon in wenigen Jahren auf die Rentenversicherung zurollende Belastung durch den Renteneintritt der Babyboomer zu entschärfen, bringen die Weisen die Idee ins Spiel, die Rentenerhöhungen künftig nicht mehr an den Lohnzuwächsen, sondern an der Inflation auszurichten. Die Rentner erhalten so zwar einen Ausgleich für den Kaufkraftverlust des Geldes, werden aber nicht mehr an den Produktivitätszuwächsen beteiligt, die der wichtigste Treiber für die Löhne sind. Die Folge: Die Wohlstandsentwicklungen von Rentnern und Erwerbstätigen entkoppeln sich.
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    >Um zu verhindern, dass Bezieher niedriger Renten dadurch in die Armutsfalle tappen, schlagen die Wirtschaftsweisen eine nach Einkommen differenzierte Rentenberechnung vor. Personen mit niedrigen Erwerbseinkommen und entsprechend niedrigen Rentenansprüchen erhalten dabei überproportional hohe Renten, Gutverdiener mit hohen Rentenanwartschaften hingegen erhalten weniger Rente als ihnen eigentlich zusteht. Die Äquivalenz von Leistung und Gegenleistung, von Einzahlungen und Auszahlungsansprüchen, die das leitende Prinzip der Rentenversicherung ist, wird faktisch außer Kraft gesetzt, die Rentenversicherung zu einer neuen Umverteilungsmaschine umgemodelt.

    Heilige scheisse ist das alles unangenehm. Wenn die Leute sowas vorschlagen.

  2. Sacheverständigen Rat: Okay wir haben ein paar Sachen ausgearbeitet bzgl. Verteilung, der Anpassung der Höhe an die Inflat……

    Politik: Renteneintritt auf 85 anheben, so verstanden.

  3. >Denn je mehr der Staat bei der Geldanlage mitmischt, desto größer ist die Gefahr, dass nicht Renditeerwägungen, sondern Ideologie die Anlageentscheidungen bestimmt.

    Wir müssen mit Lebensmitteln und Kriegswaffen spekulieren, daran hängt die Rente!

    Das ist sowieso der ideologische Grund (soviel zur Ideologiefreiheit…), weshalb die ganzen Neoliberalen eine Aktienrente wollen: Denn wenn man die Rente an den Aktienmarkt hängt, wird man es politisch noch viel schwerer haben, Unternehmen zu regulieren. Denn dann wird augenblicklich geschrien, dass man wohl die Rentner um ihre Rente bringen will…

  4. Mein Plan für die Rente: dafür sorgen, dass ich das Rentenalter nicht erreiche. Bin nicht mal 30 und hab jetzt schon keinen Bock mehr, glaube nicht dass die Dinge besser sind wenn auch meine körperliche Gesundheit altersbedingt abnimmt.

  5. Immerhin denken die Wirtschaftsweisen mal über Lösungen nach, die nicht nur “ach, die arbeitenden werden das schon zahlen” sind.

    (Niedrige) Einheitsrente (oder ein Schritt in die Richtung) kann rein rechnerisch schon sinnvoll sein.

    Nicht vergessen: Die aktuelle Situation ist, dass wir alle demnächst nur noch für Rentner arbeiten gehen.

  6. Denkt denn keiner an die Spitzenverdiener. Der Kommentar ignoriert, vermutlich bewusst, dass wir in Deutschland nicht nur Spitzenverdiener brauchen. Für alle anderen steht nämlich aktuell die Message im Raum, dass mit einem normalem Gehalt keine Rente zu verdienen ist. Und wenn die dadurch abgeschreckt werden und sich ein anderes Land suchen, haben wir auch/ein größeres Problem. Aber Hauptsache den Topverdienern geht’s gut.

  7. Die Anpassung bzw. Reform der Renten ist „alternativlos“. Was die gängigen Stellschrauben wie Rentenhöhe und Eintrittsalter angeht, sollte man besser heute als morgen eine Änderung anstreben.

    Was mir aber in der Diskussion viel zu kurz kommt bzw. überhaupt nicht auf dem Schirm ist, sind Unterstützungsmaßnahmen.

    Bspw. ist ein großer Ausgabeposten für viele Rentner das Wohnen. Würde man hier im großen Stil anfangen, Gemeinschaftsimmobilien zu schaffen, könnten Kosten für Individuen gesenkt werden. Man könnte bspw. überlegen, dass Gebäude mit diversen Miniwohnungen und größeren Gemeinschaftsräumen gebaut würden. Hier könnte man z.B. 10 Rentner und zur Unterstützung eine Handvoll Studenten einziehen lassen. Die Rentner haben gesenkte Kosten und den Studenten könnte man Mietzahlungen mit Dienstleistungen wie für Rentner einkaufen gehen oder andere Haushaltshilfen verrechnen.

    Das könnte auch Synergieeffekte haben. Bspw. könnte man individuell Kosten für Essen sparen, wenn alle gemeinsam auf regelmäßiger Basis essen. Heizkosten könnten geringer sein, Pflegedienste müssten nicht mehr zig Einzelwohnungen anfahren usw. Der zuvor belegte Wohnraum stünde jungen Familien zur Verfügung, es könnte zu einer Milderung der exorbitanten Wohnkosten insgesamt beitragen.

    Man könnte dafür auch Gebäude wie nicht mehr ordentlich benutze Einkaufszentren umbauen. Man könnte dadurch auch Kosten für den Individualverkehr sparen, das wäre zudem klimafreundlich.

    Um so etwas attraktiver zu gestalten könnte man für Rentner, die das in Anspruch nehmen, die Versteuerung der Renten senken und gratis ÖPNV-Tickets verteilen. Man könnte Kooperationen mit Studentenwerken und Pflegediensten anstreben usw.

    Möglicherweise würde das auch das Problem der Einsamkeit vieler Rentner lösen, das könnte unterm Strich sogar zu mehr Lebensqualität beitragen.

  8. Kapitalisten wollen Arbeiter länger versklaven… welch eine Neuigkeit.

  9. Junge, junge wenn man sich hier in Deutschland den Hintern aufreißt und sich ein hohes Einkommen erarbeitet wird man von allen Seiten gef*ckt.

    Kriegt man ein Haus oder ein Vermögen vererbt ist man fein raus, aber hier in DE lohnt sich Leistung erbringen definitiv immer weniger.

  10. >Was die fünf Weisen jedoch übersehen, ist die abschreckende Wirkung, die ihre Umverteilungsidee auf junge, qualifizierte Leistungsträger hat, die Deutschland (und die Rentenversicherung) so dringend benötigt. Sie dürften angesichts der Aussicht, später Opfer der neuen Umverteilungsmechanismen zu werden, vermehrt dem Standort Deutschland adieu sagen, und zwar für immer.

    Unser jetziges Rentensystem ist doch für die sowieso schon höchstgradig abschreckend.
    Wer kommt schon in ein Land um millionen von Rentnern den Lebensabend zu finanzieren (über Sozialabgaben und querfinanziert durch Steuern), obwohl man selbst später kaum was rauskriegt. Daran ändert der Vorschlag der Wirtschaftsweisen rein garnichts.
    Das ist einfach ein Problem eines Umlagefinanzierten Rentensystems gepaart mit demographischem Übergang.

  11. Erst einmal die Pensionen abschaffen. 79% Pensionsniveau + ein Teil der Gesundheitskosten vs. 48% Rentenniveau ist nicht mehr haltbar. Kannst keinem verkaufen.

  12. Das sind alles tatsächlich sehr sinnvolle Vorschläge. Hier wird intragenerationelle Solidarität statt für intergenerationelle Solidarität plädiert. Meine Eltern haben im Alter mehr als meine Schwiegereltern während ihres Arbeitslebens hatten. Kein Renter kann sich bei sich rapide leerenden Rentenkassen darauf berufen, dass ihm die Arbeitnehmer 2 Kreuzfahrten im Jahr zahlen, während ihre Altersgenossen Flaschen sammeln.

  13. Logischerweise müsste man die starken Jahrgänge später in Rente schicken… Was soll das Leute die ohnehin noch 30 Jahre bis 65 haben heute drauf einzuschwören bis 70+ zu arbeiten. Dann ist doch der dicke Boomerwulst durch und unter die Erde gewandert. Der Missmatch geht Richtung 1.5AN auf 1Rentner und das bleibt 2035 bis 2060-ish so bei moderater Fruchtbarkeit und Zuzug… Da bringt es nix den derzeitigen Leistungsträgern zu sagen sie dürften nicht 2050 sondern erst 2060 in Rente gehen. Das ganze Konzept hat für mich den Untertitel, Rente wird abgeschafft wir steuern auf eine Existenzsicherung zu die wir früher oder später denen streichen die privat vorgesorgt haben… Fickt euch und gute Nacht eure Bundesregierung(en)

  14. Jetzt sollen sie noch erklären, wie sich das mit dem Schutz der Rentenanwartschaften durch die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes vereinbaren lässt.

  15. Bin mal gespannt, wann von der Politik die ersten Vorschläge kommen oder angenommen werden.

    Man könnte zumindest schon mal etwas gegensteuern anstatt einfach nur Yolo zu schreien und in die Katastrophe zu rennen.

    Wir zahlen in 15 Jahren so knapp 40% des Bundeshaushalts an Rentenzuschüssen und Krankenkassenbeiträge usw werden so dermaßen durch die Decke gehen, dass Arbeitnehmern nur noch die Tränen kommen.

    Denn einfach alles an Angaben wird steigen und selbst wenn man schon 50% von seinem Lohn abdrücken muss (was leider so kommen wird), werden die Steuereinnahmen des Bundes/der Länder auch noch richitg schön an die Alten umverteilt.

  16. >Um zu verhindern, dass Bezieher niedriger Renten dadurch in die Armutsfalle tappen, schlagen die Wirtschaftsweisen eine nach Einkommen differenzierte Rentenberechnung vor. Personen mit niedrigen Erwerbseinkommen und entsprechend niedrigen Rentenansprüchen erhalten dabei überproportional hohe Renten, Gutverdiener mit hohen Rentenanwartschaften hingegen erhalten weniger Rente als ihnen eigentlich zusteht.

    Zwei Fliegen mit einer Klappe, die Rente ist gesichert und die Fachkräfte wollen zu uns kommen. Auf die nächsten 70 Jahre mit dem neuen System!

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