Unfallforschung der Versicherer: Mehr Aggressionen im Straßenverkehr

by Gluubsch

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  1. >Auf die Aussage “Drängelt mich die Person hinter mir, trete ich kurz auf die Bremse, um diese zu ärgern”, sagten 44 Prozent, dass dies bei ihnen zutrifft – auch hier wurden alle Nennungen außer einem klaren Nein zusammengefasst. 21 Prozent gaben an, dass sie beim Überholen auf der Autobahn auch mal mit Lichthupe und Blinker auf sich aufmerksam machen – ein Plus von neun Prozentpunkten im Vergleich zu 2016.Rund 31 Prozent gaben an, gelegentlich aufs Gaspedal zu treten, wenn sie überholt werden. 34 Prozent sagten, dass sie auf “notorische Linksfahrer” auch mal dicht auffahren, damit diese die Überholspur frei machen – ein Plus von acht Prozentpunkten zu 2016.

    […]

    >Den Studienangaben zufolge erkennen die meisten Verkehrsteilnehmer Aggression zwar als Problem, den meisten fehle aber das Bewusstsein für die eigene Mitwirkung daran. Selbst- und Fremdwahrnehmung lägen weit auseinander. So antworteten 96 Prozent aller Autofahrer, dass sie Radfahrer mit ausreichendem Abstand überholen würden. Gleichzeitig gaben sie aber an, dass sie bei 93 Prozent der anderen Autofahrer einen zu geringen Sicherheitsabstand wahrnähmen. Ähnlich mangelhaft falle die Selbstwahrnehmung bei Radfahrern aus: Knapp die Hälfte von ihnen gebe zu, gelegentlich auf den Gehweg auszuweichen, beobachtet dieses Verhalten aber bei 92 Prozent der anderen Radfahrer.

  2. „21 Prozent gaben an, dass sie beim Überholen auf der Autobahn auch mal mit Lichthupe und Blinker auf sich aufmerksam machen“

    Wieso wird das erwähnt, obwohl nach § 16 StVO Schall- und Leuchtzeichen beim Überholen außerhalb geschlossener Ortschaften erlaubt sind?

  3. Das mit dem Geschwindigkeit erhöhen während man Überholt wird fällt mir soo stark auf. Ich fahr gefühlte 80% der Zeit auf der Autobahn mit Tempomat. Wenn ich dann so 50m hinter wem bin und links rüber wechsel zum überholen, vergrößert sich gefühlt in 1/5 Fällen der Abstand plötzlich wieder

  4. Mein Fahrrad hat statt dem Getränkeflaschenhalter dort einen Nothammer. Musste ihn zum Glück noch nie einsetzen.

  5. Mit immer weiter steigender Verkehrsdichte und der unerwünschten demografiewandelinduzierten Verkehrsbruhigung ist das kein Wunder.
    Gefühlt bekommen 60% der Verkehrsteilnehmer nicht mit, was um sie herum passiert.
    Es ist echt zum weich werden.

  6. Besonders extrem in westdeutschen Großstädten zu beobachten. Status und Stärke sind hier besonders wichtig für die Autofahrer.

  7. Mir ist aufgefallen, dass die Leute nicht mehr einparken können. Wahrscheinlich überfordert mit ihren SUVs oder Kombis. Zumindest sind das die Autos, die den Zugang zu unseren blockieren. Unser Auto ist mindestens einmal die Woche so eingeparkt, dass man auf einer Seite nicht mehr einsteigen kann. Meistens auch so, dass der Fahrer des anderen PKW sich nicht aussteigen konnte, ohne seine Tür in unser Auto zu drücken. Mich triggert das aktuell richtig, vor allem, so wir uns immer so hinstellen, dass beide Seiten zugänglich sind, also niemanden einparken.

    Ansonsten wird einem halt immer aufgefahren. Habe mir deshalb schon angewöhnt den Mindestabstand doppelt so lang zum vorderen Fahrzeug zu lassen, damit man in einer Gefahrensituation nicht ins vordere Fahrzeug geschoben wird.

  8. Eine zeitlang wurde Drängeln auf der Autobahn strenger geahndet. In den letzten Jahren stelle ich fest, dass Linksblinken mit Lichthupe und dichtes Auffahren für viele zum guten Ton gehört.

    (nicht aus persönlichem Ressentiment geschrieben, es fällt einem nur auf, wenn man täglich an drei Autobahnkreuzen vorbeipendelt. Am Ende ist rechts fahren mit Stauassistent deutlich entspannter.)

  9. Hatte heute aufm Heimweg mit dem Rad die heiligen drei Könige. Hab schon Handzeichen gegeben dass ich weiter vorne rechts bei nem Supermarkt reinfahre. Den kurzen Weg bis dahin haben mich drei Autos hintereinander überholt alle drei schön über die gleiche Sperrfläche (oder auch Königsspur wie es der Fahrlehrer Youtuber nennt) links von mir. Hätte da gerne ne Dashcam gehabt das wär ein schöner clip zum einsenden geworden 😋

  10. Habe mein Auto verkauft weil mir die Menschen auf den Straßen erheblich auf die Eier gegangen sind. Auf dem Rad bin ich zwar auf in Gefahr aber ich werde nicht bepöbelt weil ich mich an die StVo halte.

  11. Ich hätte gerne viel mehr Abstandsblitzer auf Autobahnen. Hohe Geschwindigkeit ist selten ein Problem, solange der Abstand hoch genug ist. Aber die meisten scheinen sich auf ihr Notbremssystem zu verlassen, und dass ihr Auto wohl schneller hält als der Vordermann…

    Die Leute, die den Sicherheitsabstand anderer als Lücke zum Spurwechsel verwenden machen das ganze natürlich nicht besser, da sie dazu motivieren die Lücke klein zu halten, damit nicht dauernd langsamere Fahrzeuge vor einem einscheren.

  12. Heute erst wieder angehupt worden, weil ich die Kreuzung nicht blockieren wollte. In Berlin ist es gerade echt irre. Grüße gehen raus an alle mit einem blauen Aufkleber und vier weißen Ziffern drauf raus.

  13. Staat: Kontrolliert die STVO seit 30 Jahren quasi gar nicht mehr

    Autofahrer: machen was sie wollen

    Staat: Surprised Pikachu Face

  14. Ich habe mir die [Powerpoint](https://www.udv.de/resource/blob/155372/7d52f20ecf2600d0520d979764aac515/ppt-vk23-data.pdf) zu der Studie mal angeschaut.

    Auf die Frage „Inwieweit treffen folgende Aussagen auf Ihr Fahrverhalten zu? Wenn ich Fahrradfahrer:innen überhole, nehme ich besonders viel Rücksicht“ antworten 4% trifft gar nicht zu und 96% trifft kaum zu, trifft zu oder trifft voll zu.

    Die Antwort “kaum” auf die Frage ob man besonders Rücksicht beim Überhohlen von Fahrradfahrer:innen nimmt dem Zitat “Ich überhole mit Abstand” zuzuordnen, naja, hätte ich jetzt nicht so gemacht, ich bin aber auch nicht bei der UdV und habe irgendeine Agenda.

    Auf die Frage „Wie oft beobachten Sie dieses Verhalten bei anderen Pkw-Fahrer:innen? Beobachten, dass Fahrradfahrer:innen zu dicht überholt werden“ geben 7% sehr selten an und 93% selten, gelegentlich, oft oder sehr oft.

    Aber das Sahnehäubchen auf dem Scheißhaufen kommt noch:Die UdV schreibt daraus in einer [Medieninformation](https://www.udv.de/resource/blob/155370/4f3f925cf72920d5c480770f84899a5b/mi-vk23-data.pdf):

    >Die Herausforderung dabei: Zwar sehen die meisten Verkehrsteilnehmer Aggression als großes Problem, es fehlt aber das Bewusstsein, dass sie selbst dazu beitragen. Wie auch schon in den Vorjahren, unterscheiden sich Selbst- und Fremdbild der Befragten dramatisch. So antworten 96 Prozent aller Autofahrer, dass sie Radfahrer mit ausreichendem Abstand überholen, gleichzeitig aber bei 93 Prozent der anderen Autofahrer wahrnehmen, dass sie Radfahrer zu eng überholen.

    tagesschau.de übernimmt in ihrem [Artikel](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/strassenverkehr-aggressionen-100.html):

    >Den Studienangaben zufolge erkennen die meisten Verkehrsteilnehmer Aggression zwar als Problem, den meisten fehle aber das Bewusstsein für die eigene Mitwirkung daran. Selbst- und Fremdwahrnehmung lägen weit auseinander. So antworteten 96 Prozent aller Autofahrer, dass sie Radfahrer mit ausreichendem Abstand überholen würden. Gleichzeitig gaben sie aber an, dass sie bei 93 Prozent der anderen Autofahrer einen zu geringen Sicherheitsabstand wahrnähmen.

    Wie man jetzt von 93% der befragten Autofahrer geben an enge Überholvorgänge selten oder häufiger zu beobachten zu Autofahrende nehmen bei 93% der anderen Autofahrenden zu enges Überholen wahr kommen kann, keine Ahnung.

    Wie kann das keinem auffallen? Das kann doch nicht versehentlich passieren?

    Edit: Formatierung

  15. Ich verstehe nicht, dass die Polizei nicht aktiver wird. Grade auf Autobahnen liessen sich doch mit unscheinbaren Zivilfahrzeugen jede Menge Drängler und Querulanten problemlos rausziehen und normale Menschen haben ihre Ruhe.

  16. Ich habe den starken Eindruck, dass Aggressionen insgesamt zunehmen. In Zügen, in Supermärkten, gegenüber Rettungskräften und Polizisten, gegenüber Mitarbeitern im Arbeitsamt, gegenüber Politikern, häusliche Gewalt gegen PartnerInnen, Jugendgewalt… Dürfte wohl der insgesamt zunehmende Stress sein.

  17. Das soll jetzt kein Meta-Whataboutism sein oder sowas, aber… wer in den letzten Jahren überhaupt das Haus verlassen hat, merkt, dass mit der Gesellschaft was nicht mehr so ganz stimmt und es auch weiterhin spürbar abwärts geht. Dass auch die Gesellschaftsteile im Automobilverkehr davon betroffen sind, ja, puh. Große Überraschung.

  18. Bei so vielen Mittelspurpenner mittlerweile… kein Wunder.

  19. Ich weiß das ich selber ein chronisches Problem mit dicht auffahren habe was ich persönlich darauf zurückführe das ich Grundsätzlich mit Tempomat fahre und meist eigentlich zu Müde bin und gar keinen bock habe Auto zu fahren. (Würde viel lieber Öffis fahren, die sind aber so früh noch nicht unterwegs als das ich sie zur Arbeit nehmen könnte und zu meinem Freundeskreis gibt es nicht mal eine direkte Linie, da wäre 6h laufen immer noch 3h schneller als ÖPNV. )

    Das einzige mal das ich aber wirklich wütend geworden bin ist als mir jemand erst die Vorfaht genommen hat weshalb ich sehr stark bremsen musste und als wir dann beide am beschleunigen wahren, meinte diese Person direkt einen Bremsentest durchführen zu müssen wo ich kurz davor war einfach nicht zu bremsen.

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