Habeck kündigt fast 10.000 Kilometer langes Wasserstoffnetz an

by antelatis

23 comments
  1. „Das Netz wird nach Angaben Habecks zunächst überdimensioniert geplant werden, mit einer Ausspeisungskapazität von 270 Terawattstunden. Für das Jahr 2030 rechne man derzeit mit einem Bedarf von 95 bis 130 Terawattstunden. »Das heißt, wir planen für die Zukunft.«

    Auf Dauer geht Habeck davon aus, dass Deutschland 30 bis 50 Prozent seines Bedarfs an Wasserstoff selbst produzieren wird, der Rest müsse dann importiert werden. Das solle über Pipelines geschehen oder in Form von Ammoniak mit dem Schiff. Habeck betonte, dass Deutschland damit unabhängiger von Importen werde, als dies derzeit bei Öl, Gas und Steinkohle der Fall sei, wo fast 100 Prozent eingeführt würden.“

    Klingt eigentlich ganz gut, allerdings kann ich das nicht wirklich beurteilen ohne Fachwissen :/

  2. Und woraus produzieren wir den Wasserstoff? Aus Kohle?

    Edit: warum die Runterwählis? Ist doch eine berechtigte Frage, oder?

  3. Wenn man bedenkt wie flüchtig Wasserstoff ist und wieviel Verluste man normalerweise beim Transport hat, klingt das etwas… ambitioniert…

    Bin da wohl nicht mehr auf dem aktuellsten Stand der Technik aber ich weiß nicht was ich davon halten soll.

  4. Zudem soll bereits am Mittwoch im Bundeskabinett die Finanzierung gesetzlich geregelt werden: Wie bei Erdgas und Strom sollen die Leitungen durch Entgelte der Nutzer bezahlt werden. Da es aber zunächst relativ wenige Abnehmer geben wird, will der Staat über die nächsten 20 Jahre in Vorleistung gehen, um die Nutzung bezahlbar zu halten und den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft zu fördern.

    Geringe Nachfrage und deswegen zahlen erstmal Alle. Klasse.

  5. 10.000 Kilometer? Reicht das denn für die ganzen Wasserstoffautos, die Wissing auf die deutschen Straßen bringen wird? /s

  6. Verstehe ich nicht. Denke Wasserstoff hat einen viel zu schlechten Wirkungsgrad dafür? Jetzt plötzlich doch?

  7. Ist der Wasserstoff dafür gedacht jetzige Erdgasanlagen in der Industrie und Gebäudeheizungen zu betreiben?

  8. Wir machen uns damit nicht nur unabhängiger, sondern neue Abhängigkeiten bestehen dann nur noch mit Staaten wie Australien, Canada, Chile. Besser als Katar, Saudi Arabien und co.

  9. Was mich wundert, aber ich bin nicht tief genug im Thema, bei jeder Stromtrasse, bei jedem Windrad, bei jedem Funkmast kommt ein Bauer oder sonst wer und blockiert alles.
    Wir kriegen den Windstrom aus dem Norden nicht in den Süden.
    Aber jetzt plötzlich soll das alles für ein 10.000 km langes Wasserstoffnetz nicht gelten?
    Das soll plötzlich möglich sein?

    Ein Klingbein verhindert sogar den Ausbau/Neubau einer Bahnstrecke, weil keine Ahnung, aber das soll funktionieren?

    Es wäre schön aber ich glaube es erst wenn es fertig ist.

  10. Da bin ich ja mal gespannt. Wir bekommen in diesem Land keinen Meter Schiene, keinen Meter Stromtrasse, keinen Meter Erdkabel, kein Windrad, kein Funkmast, kein irgendwas gebaut, ohne das sich eine NIMBY-Bewegung der besorgten Bürger gründet, die alles versucht, um das Bauvorhaben irgendwie zu verhindern.
    Und dann sollen 10000 km Wasserstoffleitungen verlegt werden. Bis wann? Vor oder nach den Fusionsreaktoren?

  11. Furchtbar. Diese Grünen machen einfach. Das bin ich nach 16 jahren nicht mehr gewöhnt. Alles suspekt.

  12. Wasserstoff macht ueberhaupt keinen Sinn. Das wird ein Milliarden Grab.

  13. Aber das Problem beim Wasserstoff ist doch die Flüchtigkeit. Wenn er selbst verflüssigt nur ein paar Tage im Tank gespeichert werden kann, dann müssten lange Leitungsnetze (jetzt mal ganz naiv gedacht) auch enorme Verluste haben, oder? Wurde sich dazu irgendwie geäußert?

  14. Was das alles kostet. Mit dem Geld könnte man auch alle Autobahnen in Bayern auf 6 Spuren verbreitern. /s

  15. Interessante, weiterführende Informationen zu dem Thema sind zum einen die neue [Wasserstoffstrategie](https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/klimaschutz/wasserstoff-technologie-1732248#:~:text=Die%20Nationale%20Wasserstoffstrategie%20zeichnet%20ein,seinen%20Derivaten%20in%20allen%20Bereichen.) und der [Bericht zum Monitoring der Versorgungssicherheit Elektrizität](https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2023/02/20230201-sichere-versorgung-mit-strom-bis-ende-des-jahrzehnts-gewahrleistet.html). Die mMn zwei wichtigsten Publikationen, die zu diesem Thema nich ausstehen, sind zum einen die konkrete [Kraftwerksstrategie](https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2023/08/20230801-rahmen-fuer-die-kraftwerksstrategie-steht.html) und die [Importstrategie](https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/markthochlauf-wasserstoff-beschleunigen.html).

    Der große, unbekannte Punkt bleibt in meinen Augen die tatsächliche Realität des globalen Marktes für grünen Wasserstoff im Jahr 2030 und darüber hinaus. Es gibt mittlerweile viele Verträge und Willenserklärungen zwischen Deutschland und potentiellen Produktionsländern überall in der Welt, aber bei vielen dieser Abkommen klingt doch deutlich durch, dass andere Länder noch nicht bereit sind, in diesem Sektor Pioniere zu sein und Risiken einzugehen. [In diesem Artikel kann man mal die Rhetorik von Trudeau und Scholz vergleichen. Da tun sich deutliche Unterschiede auf.](https://www.dw.com/en/germany-and-canada-sign-hydrogen-deal/a-62899992) Auch der Wirtschaftsminister selbst bleibt bei Prognosen optimistisch, aber sehr vage. [Habeck geht davon aus, dass der Preis sinkt, wenn die Importe sich erhöhen. Wann der Kipp-Punkt eintreten wird, wollte er am Mittwoch nicht spekulieren. Aber: “Es geht viel schneller, als alle gedacht haben.”](https://www.zdf.de/nachrichten/politik/wasserstoffstrategie-habeck-greenpeace-100.html)

    Gleichzeitig funktioniert ein Markt nur, wenn es auch viele und diverse Abnehmer gibt. Wenn Deutschland der einzige Kunde bleibt, der nicht nur einen großen Schwerindustriesektor, sondern auch noch seine Energieversorgung so bald schon mit grünem Wasserstoff versorgen möchte, entsteht eventuell nicht die Nachfrage, die notwendig ist, um einen globalen Markt großzuziehen. Wir sollten von der OPEC gelernt haben, dass Länder, die eine signifikante Menge von einer gewissen Rohstoffproduktion besitzen, bereit sind, ihre Marktmacht zu schützen und auszubauen.

    Außerdem werden die Öl und Gas fördernden Länder ein großes Interesse daran haben, diese Entwicklung zu blockieren und zu stören.

    Des Weiteren sind zwei Länder, mit denen Kooperationen weit fortgeschritten sind, Namibia und Chile. Beide Länder sind heute schon von Trockenheit bedroht, welche durch den Klimawandel bedeutend schlimmer wird, was die dortige Bevölkerung, welche zu signifikanten Teilen von Landwirtschaft abhängig ist, schwer treffen wird. Wie sicher sind dort Anlagen, die quasi kostenlosen Strom und Süßwasser produzieren?

    Billiger, grüner Wasserstoff muss klappen, sonst steht Deutschland in wenigen Jahren inmitten teurer, moderner Infrastruktur, die keinen Nutzen hat. Aber die Welt handelt nach den Gesetzen des freien Marktes und zahlreichen politischen Vorstellungen von skrupellosen Ländern mit tiefen Taschen, nicht nur Deutschlands Hoffnungen. Die Importstrategie muss hier einen verlässlichen, sicheren Weg in die Zukunft aufzeigen, auch wenn ich als Laie aktuell nicht sehen kann, wie dieser Weg im Detail aussieht.

  16. Ein weiterer Beitrag aus der Reihe: “Was kann da schon schief gehen… ?!”

  17. Das Bild hat die gleiche Energie wie das Meme mit den roten Fäden und dem abgeranzten Typen.

  18. Für die Industrie ok, aber für Auto und Heizen ist Wasserstoff halt zu aufwendig zu produzieren.
    Wo sind eigentlich die Tagspeicheröffen? Überschüssiger Strom da rein und in der Nacht zum heizen verwenden.

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