Bei aller Heimatliebe und der Vorliebe für das charmante österreichische Deutsch, das dem Leben vor allem im Vergleich zum Bundesdeutschen mehr Charme, Leichtigkeit und Anmut verleiht („[43 Beweise, dass Österreichisch das effizientere Deutsch ist](https://www.businessinsider.de/panorama/warum-oesterreichisch-das-effizientere-deutsch-ist-r/)“), gibt es vielleicht auch Begriffe aus dem Österreichischen, die euch persönlich nicht so gefallen. Habt ihr diese und was ist der Grund für eure Abneigung?

Ich mache den Anfang: Wenn es ein Wort aus der österreichischen Verwaltungssprache gibt, das mich in Rage bringt, ist das „Lenker“. Sei es in Medienberichten („Der Lenker wurde schwer verletzt“) oder behördlicher Kommunikation („wir haben eine Lenkererhebung angefordert“). Es nervt mich so sehr, weil der Ausdruck „Fahrer“ doch eigentlich viel korrekter ist. Wenn man ein Auto bedient, „lenkt“ man ja nicht nur, man gibt Gas, steigt auf die Bremse, bedient das Getriebe oder die Scheibenwischer, kommuniziert mit anderen Verkehrsteilnehmern, behält die Geschwindigkeit im Auge – eben alles, was zum „Fahren“ dazugehört.

Wie ist es mit euch?

by Reed_4983

32 comments
  1. “Hüft’s ned, schod’s ned” / “Wenn es nicht hilft, dann schadet es nicht” ist mir ein Dorn im Ohr. Der Spruch wird oft verwendet, bevor man sich irgendwelche esoterischen Hilfsmittelchen reinwirft, und sich dennoch nicht eingestehen möchte, dass man in dieser Hinsicht ein bisschen ein Trottel ist.

    Und er ist offensichtlich widerlegbar: Es gibt etliche Dinge, die sowohl nicht helfen als auch schwer schaden. Strychnin, zum Beispiel.

  2. “hackln” als Synonym für eh jede Arbeit überhaupt

    Ich hab zuletzt “ghacklt”, da war ich noch in der Schule. Seit mehr als 20 Jahren bin ich zwar im und um den Bau tätig, aber kein “Hackler”. Ich hab vielleicht Probleme, weil ich zu viel arbeite, aber nicht weil ich mich jeden Tag durch schwere körperliche Arbeit kaputtmache, und ich verdiene auch sehr gutes Geld.

    Wenn mir unnötige “Büromenschen”, wie ich selbst größtenteils einer bin, erklären wie sie nicht “hackln”, vielleicht auch noch in Teilzeit, würd ich sie immer gerne eine Woche eisenbiegen, putzen oder ähnliches schicken.

    In Deutschland wär das Äquivalent “malochen”, wird aber nicht annähernd so häufig gebraucht kommt mir vor.

  3. Wenn wir schon bei Behördensprache sind: Pauschale ist im österreichischen Amtsdeutsch sächlich. Also “das Pauschale”. Wenn ich das lese, schüttelts mich jedes mal.

  4. “Spezl” für Freund. Hört sich einfach nur ur schirch an und mir ziehts ernsthaft die Ganslhaut auf, wenn ich das jemanden sagen höre.

  5. Immer wieder amüsant, wenn in der Zeitung von einem Straßenbahnlenker die Rede ist. Der Straßenbahnfahrer braucht nicht lenken, das machen die Schienen für ihn. Auf der anderen Seite sind in einem Bus vielleicht 50 Leute, die fahren, aber nur einer, der auch lenkt.

    Generell finde ich die Verwaltungssprache eher amüsant. Was ich nicht so toll finde, ist, wenn sich die SchreiberInnen hinter dem Passiv verstecken (“Es wird erkannt, dass” usw.) oder unnötig kompliziert formulieren.

  6. was mich immer wahnsinnig macht ist der aufkleber in öffentlichen mit „bitte sich festzuhalten“, das klingt für meine (deutschen) ohren einfach falsch, mit allem anderen kann ich eigentlich leben

  7. Finde die nachsilbe “-erl” is zu inflationär in Verwendung.

  8. Nicht die Frage von OP, aber was in der Liste in dem Business Insider Text **wirklich** fehlt ist “na no na ned”.

  9. Ich pocks nicht wenn jemand statt Angebot Anbot sagt. Das hört sich so unfassbar deppat an, das es mich schüttelt.

  10. “Hausnummer”, “eh scho wissen”, “weil?”.

    Wenn Leute das sagen, zieh ich ihnen instinktiv 60 IQ-Punkte ab

  11. “Ins Brunzfleisch einisauteifin” is a bisserl grob, find ich. Die Franzosen haben da mit “faire l’amour” einfach die schönere Phrase gefunden.

  12. Könnt jedesmal speiben, wenn Politiker von “anpatzen” reden. Des hat immer so was von Kindergarten.

  13. Ich weiß gar nicht warum, aber ich VERABSCHEUE das Wort “Schmankerl” aus tiefstem Herzen und mit der Kraft von 10000 Sonnen.

    Jedes hinterletzte Kackdorf bewirbt seinen örtlichen Bauernmarkt mit “hier gibt es regionale SCHMANKERL”, im Radio spielens den ganzen Tag eine CD und kündigen den momentanen Hit des Tages als “besonderes SCHMANKERL” an.

    Jeden Schas inflationär als “Schmankerl” zu bezeichnen macht es deswegen nicht gleich zu etwas Besonderem.

    Fickts eure SCHMANKERL!!!!!

  14. Ich zuck immer zam wenn wer über “die Weiba” spricht. Des klingt so schirch und abwertend.

  15. Ich weiß nicht genau ob das die Piefken auch sagen, aber ich hasse es wenn jemand fragt “wann kommt dein Zug”? Die Leute checken nicht, das die Antwort auf die Frage eigentlich irrelevant ist, man will ja wissen wann er fährt (außer es geht natürlich darum, dass wer am BHF auf dein Ankommen wartet).

  16. wenn man “nur mehr…” schriftlich verwendet. des hast lediglich verdammte scheisse!!!! 😡
    jo und sonst so dämliche floskeln wie “sog i jetzt amoe” oder “faktisch?!?”. und so ziemlich ois wos herbert the schneckerl prohaska von sich gibt.
    (fun fact: i bin migrant und a ziemlicher grammatiknazi)

  17. Ich finddas Wort “goaschtig”, also “garstig” im Dialekt, ganz furchtbar “schiach”

  18. Als Nicht-Wiener und jemand der nur sehr sporadisch nach Wien kommt, wirfts mich immer beim “Ur”!

    * Urleiwand
    * Urlässig
    * Urgut
    * Urspät
    * Urteuer

    Do wirfts mi scho beim schreiben ![img](emote|t5_2qo9i|28144)

  19. A “Saftl” oder “Gsifal” für Getränke.
    Klingt unappetitlich as fuck

  20. Ich mag das Wort “Guzi” aus irgendeinem Grund nicht

  21. Schlagobers. Gibt’s noch a dümmeres Wort für Sahne?

  22. Ich weiß nicht was meine Abneigung gegen dieses Wort begründet, tut mir leid, aber ich hasse “Paradeiser”… ugh..

  23. Der Beifahrer ist auch ein Fahrer. Der Mitfahrer ist auch ein Fahrer. Wenn du mit jemanden wohin fährst mit dem Auto sagst ja auch „Wir sind mitn Auto gefahren“.

    Der Lenker ist per Definition jener, der die Richtung des Bewegungsvorganges des Fahrzeuges bestimmt. Das passt schon so.

  24. Kennts ihr das Wort “Gouda”, also nicht den Käse sondern genauso ausgesprochen, bezeichnet das Halsfett 😀 Find ich komisch.

    Und Godi (Taufpatin) find ich auch schrecklich, kA warum.

  25. Um fair zu sein, es geht dir wohl eher um die inkorrekte Verwendung als die Begriffe an sich?

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