Darum geht es bei den brisanten Enthüllungen von “Cyprus Confidential”

by Bob_the_Bobster

1 comment
  1. Und bevor da jetzt ein Mod mit “österreichbezug” kommt:

    >Inwiefern betrifft das Österreich?

    >Zypern und seine diskreten Geschäfte sind nicht nur für Oligarchen, sondern auch für österreichische Firmen und Geschäftsleute attraktiv. So finden sich in den Cyprus-Confidential-Daten mindestens zwei bislang unbekannte Firmen des ehemaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser. Dazu erklärte Grasser über Anwalt Norbert Wess, eine der Firmen sei “einmal – kurz – ein Thema” gewesen, aber “nicht verwendet und nie operativ tätig” geworden. Die andere sei “gänzlich unbekannt”. Die Firmenkonstruktionen auf Zypern seien Teil einer von Grassers damaligem Steuerberater aufgesetzten “Stiftungskonstruktion” und der Finanz gegenüber offengelegt worden. Sie seien auch Teil des Finanzstrafverfahrens gegen Grasser gewesen, das mit einem Freispruch geendet habe.

    >Der Investor Siegfried Wolf verwendete etwa eine zyprische Briefkastenfirma um eine Immobilie in bester Wiener Innenstadtlage zu kaufen. Äußern wollte sich sein Sprecher dazu nicht.

    >Auch wohlhabende Russen und Ukrainer kauften sich teure Wohnungen und Häuser in Österreich diskret über Briefkastenfirmen mit zyprischer Adresse. Darunter befindet sich etwa auch der sanktionierte russische Oligarch Roman Abramowitsch, der für eine Villa am Fuschlsee eine besonders verschachtelte Konstruktion wählte. Eine Briefkastenfirma lieh der Frau eines langjährigen Geschäftspartners die notwendigen Millionen, um die Villa zu kaufen und in Schuss zu halten. In bislang geheimen Verträgen verpflichtete sie sich außerdem die Villa als Treuhänderin für Abramowitsch zu halten. 2017 ging das wertvolle Seegrundstück dann mittels Schenkungsvertrag an Abramowitschs Tochter. Alle Beteiligten ließen Anfragen unbeantwortet.

    >Am Fuschlsee dürfte sich auch ein Tiroler Koch öfter aufgehalten haben. Wie aus den Dokumenten hervorgeht, war er offenbar mehr als das. Aus der Küche dürfte er bis zur Verwaltung von Treuhandfonds des Oligarchen aufgestiegen sein. STANDARD und ORF ließ der Mann über seinen Anwalt ausrichten, er kenne Abramowitsch und dessen Familie “seit über 20 Jahren”, habe zuerst als Koch und später als Assistent gearbeitet. Er führe aber keineswegs “das Leben eines Oligarchen” und sei “hauptsächlich mit der Betreuung von Immobilien betraut”.

    >Ein weiteres millionenschweres Investment in Österreich, das über Zypern abgewickelt wurde, ist das Luxushotel Panhans am Semmering. Bislang hieß es, dass der berüchtigte ehemalige FPÖ-Abgeordnete Thomas Schellenbacher es gemeinsam mit ukrainischen Investoren übernommen hatte. Cyprus Confidential enthüllt, dass Schellenbacher wohl keinen Cent in das geschichtsträchtige Hotel, in dem schon der frühere österreichische Kaiser Franz Joseph I. genächtigt hatte, steckte. Stattdessen wurde es von Oligarchen aus dem Osten finanziert. Sie ließen detaillierte Fragen zum Panhans ebenso unbeantwortet wie Schellenbacher.

    >Zyperns niedrige Steuern ziehen Firmen an, die Gewinne verschieben wollen. Vermögen, das zum Beispiel in Österreich erwirtschaftet wurde, wird dann nicht in Österreich versteuert, sondern ganz legal in zyprische Firmen transferiert. Den Firmen bleiben größere Gewinne, dem österreichischen Staat weniger Einnahmen. Ökonomen haben Daten gesammelt, die zeigen, dass in den Jahren 2015 bis 2020 Gewinne von etwa 36 Milliarden US-Dollar aus der ganzen Welt nach Zypern verschoben wurden. Im gleichen Zeitraum verlor allein Österreich Steuereinnahmen von mehr als 4,4 Milliarden durch Gewinnverschiebung in Steueroasen innerhalb der EU.

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