Ich bin noch in einer Zeit vor Social Media aufgewachsen und habe Kindheit und Schulzeit bis Abitur mit viel Sozialleben und Freunden verbracht. Erst jetzt zwischen 27-3X bin ich mehr in Isolation abgerutscht und sehe Freunde nur noch selten und sehe aktuell keinen einfachen Weg da raus. Das ist die Hölle, aber ich bin sehr froh, dass mich das “erst jetzt” erwischt hat, sonst hätte das mit absoluter Sicherheit meine geistige Gesundheit sowie die Entwicklung als Person sehr sehr stark negativ beeinflusst. Ich will mir nicht ausdenken wo ich wäre, wenn ich schon mit 18 so abgeschottet und einsam gewesen wäre.
Nun nachdem ich die letzten Jahre allein schon durch meine Fotografie ein sehr großes soziales Netzwerk aufgebaut habe, hatte ich dieses Jahr das Gefühl, das absolut alles in die Brüche gegangen ist. Dazu zieh ich in 1 bis 2 Jahren noch um, weil mein Arbeitgeber einen neuen Standort hat. Da hängt man erstmal in der Luft was soziale Kontakte angeht, kann ich also bestätigen.
Falls ich mit 35 noch als junger Mensch durchgehe.
Also verursacht Einsamkeit Lungenkrebs? /s
Was ist das für ein unsinniger Vergleich?
juckt am Ende niemanden. Man schließt weiter fleißig Soziale Einrichtungen, schafft jegliche Sitzgelegenheiten in der Öffentlichkeit ab und dämonisiert weiter gerade männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund. Und es kommt noch dazu, dass weiterhin die sozialen Kosten der Coronamaßnahmen, die gerade für Jugendliche besonders hoch sind, gerne mal unter den Teppich gekehrt werden, statt sich mal Gedanken zu machen, wie wir dafür sorgen, dass das was kaputt gegangen ist wieder reparieren.
Wo kann man denn hingehen und Menschen kennenlernen OHNE Geld ausgeben zu müssen?
Bin jetzt 30, aber das fing so mit dem zocken an. Ich glaube so um die 8te Klasse herum. Danach schulisch abwärts, auf die Realschule wo ich weniger kannte. Und nach der Schulzeit hat sich der ehemalige Freundeskreis komplett zersprengt quer in Deutschland. Die die hier in der Nähe geblieben sind haben studiert und sich andere Freundeskreise gesucht.
Ich weiss nicht ob ich Sozialängste habe oder so, aber ich konnte seitdem keine weiter Freundschaft schließen, weder nachfolgende Gymnasien, Fachoberschulen oder Berufsschulklassen. Und ich würde mich nicht als krass unangenehm oder merkwürdig beschreiben. Seit der 10ten Klasse quasi alleine. Und einsam.
Ging bei mir soweit das ich schon ein Abschiedsvideo auf dem Laptop gemacht habe. So raus geholfen hat mir meine Freundin. Ich weiss das man eigentlich nicht in Beziehungen soll wenn man nicht auch alleine glücklich sein kann, aber das hat mir aus dem Tief geholfen.
>Fast drei Stunden sind die 16- bis 18-Jährigen jeden Tag online
Scheint mir irgendwie deutlich zu niedrig?
Ja. Einsamkeit kann gesundheitsschädlich sein. Die Überschrift vermengt hier aber zwei Aspekte: Junge Einsamkeit und das langfristige Potenzial gesundheitsschädlich zu sein.
Es gibt eine Vielzahl von Gründen, aber keine kurzfristige Strategie dagegen. Aber mittel- und langfristige Ansätze. Diese Art der Berichterstattung fördert aber eher die Stigmatisierung von Einsamkeit Betroffener, als dass sie in irgendeiner Art und Weise hilft, weil letztlich nur hängen bleibt: Wer einsam ist, ist krank. Egal ob jung oder alt. Und das müssen wir ändern. Einsamkeit als Teil unserer Gesellschaft begreifen und solidarische, soziale Gesellschaftsaspekte wieder etablieren.
Wir versuchen besser über Einsamkeit bei jungen Erwachsenen und Menschen mittleren Alters aufzuklären. Vorrangig auf Instagram und Facebook. Kommenden Samstag gibt es von daher ein AMA mit uns.
Himmel bin ich manchmal froh das ich so introvertiert bin und mit ein paar Leute die ich kenne + bisschen Familie super ausstreicht.
Ich bin extrem froh, dass meine Freundschaften aus der Schulzeit immer noch halten. Wir sind jetzt alle Mitte/Ende 20 und sehen uns natürlich wesentlich weniger, aber der Kontakt ist noch da. Mit meiner besten Freundin spreche ich sogar jeden Tag, auch nach 20 Jahren Freundschaft.
Irgendwie will ich auch gar keine neuen Leute mehr kennenlernen. Es ist zur Gewohnheit geworden, in der Freizeit niemanden um sich zu haben, das ist halt auch “bequem”. Ich gehe auch allein ins Kino oder fahre allein in die Stadt, um da zu bummeln usw.
Leider merke ich (erst recht seit der Pandemie), dass dadurch meine sozialen Fähigkeiten quasi non-existent sind. Ich bin ein furchtbarer Gesprächspartner, interessiere mich oft einfach gar nicht für andere und wirke laut anderen sogar arrogant.
Ich glaube, ich will einfach nur meine Komfortzone nicht verlassen.
Fühl ich
Bin 25 und sehr introvertiert, deswegen stört es mich nicht, weniger Leute zu kennen, aber ich finde persönlich, dass es gerade außerhalb größerer Städte beinahe unmöglich wird, Freundschaften zu schließen. Nicht jeder ist für die Stadt gemacht, aber wer in jüngeren Jahren nicht da wohnt, verliert den Anschluss an die eigene Altersgruppe.
Wenn die Kindheitsfreunde dann dazu auch noch allesamt weiter wegziehen (was ich auch getan habe, so ist das eben), dann bleibt nicht mehr viel.
Es wird immer gejammert, dass Gen Z so online ist, aber anderswo trifft man doch niemanden mehr. Fast alles läuft mittlerweile über Discord. Meine mittlerweile neunjährige Beziehung hat online gestartet, eine Freundin von mir ist dieses Jahr ins Ausland gezogen und lebt mit ihrem Freund, den sie über tumblr kennengelernt hat. Ich habe einen Gruppenchat mit Menschen, mit denen ich seit Jahren täglich rede, dabei leben wir alle weiter auseinander. Das ist seit Jahren schon so und das wird sich auch ohne Veränderung der öffentlichen Plätzte nicht ändern.
Vor ein paar Monaten habe ich über mehre Wochen sehr viele neue Menschen kennengelernt. Einige habe definitiv Freunde gesucht. Ich habe gemerkt dass ich gar kein Interesse daran habe neue Menschen kennenzulernen. Nur Smalltalk, Bla Bla und Flex. Ich bin eher introvertiert und bin in der Hinsicht bereits gesättigt. Wenn man irgendwann nicht seinen Kreis gefunden hat wird es schwierig glaube ich.
Corona war da echt ein wenig der Todesstoß. Gerade sobald alle mit dem Arbeitsleben anfangen, man wegzieht und manche heiraten etc. wird es echt extrem schwierig, wenn vor allem das Interesse nicht erwidert wird. Und neue Freundschaften außerhalb des Arbeitsplatzes sind auch schwierig, vor allem wenn man nicht mitten in einer Stadt wohnt und introvertiert ist. Aber hey, mit all den anderen Sachen, die die Lebenserwartung anscheinend drücken kann mir das dann sowieso bald ja egal sein
Gibt es deutschsprachige discord server oder irgendwas in der richtung? Ganz früher war ich auf Knuddels. So kringelig das auch war, aber da konnte man zumindest leute kennenlernen.
Alles sehr deprimierend. Vor allem, wenn man liest “schädlich wie X” und was wenn ich einsam bin und als coping-Strategie Videospiele spiele, Pornos konsumiere, aus Langeweile und Stress zu viel esse, dadurch übergewichtig werde und dann mich nicht mehr bewegen will/kann? Ganz zu schweigen davon, dass sich aus Langeweile auch andere Abhängigkeiten zu Alkohol, Rauchen oder auch eine Kaufsucht entwickeln können?
Eine Anhebung der Wochenarbeitszeit für 58 Stunden könnte da Abhilfe schaffen
Kann ich bestätigen (Jung bin ich aber nimmer, aber immerhin U30). Besonders nach der Uni, wenns dort nicht so gut mit Freunde finden geklappt hat (zb wegen Pandemie).
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Ich bin noch in einer Zeit vor Social Media aufgewachsen und habe Kindheit und Schulzeit bis Abitur mit viel Sozialleben und Freunden verbracht. Erst jetzt zwischen 27-3X bin ich mehr in Isolation abgerutscht und sehe Freunde nur noch selten und sehe aktuell keinen einfachen Weg da raus. Das ist die Hölle, aber ich bin sehr froh, dass mich das “erst jetzt” erwischt hat, sonst hätte das mit absoluter Sicherheit meine geistige Gesundheit sowie die Entwicklung als Person sehr sehr stark negativ beeinflusst. Ich will mir nicht ausdenken wo ich wäre, wenn ich schon mit 18 so abgeschottet und einsam gewesen wäre.
Nun nachdem ich die letzten Jahre allein schon durch meine Fotografie ein sehr großes soziales Netzwerk aufgebaut habe, hatte ich dieses Jahr das Gefühl, das absolut alles in die Brüche gegangen ist. Dazu zieh ich in 1 bis 2 Jahren noch um, weil mein Arbeitgeber einen neuen Standort hat. Da hängt man erstmal in der Luft was soziale Kontakte angeht, kann ich also bestätigen.
Falls ich mit 35 noch als junger Mensch durchgehe.
Also verursacht Einsamkeit Lungenkrebs? /s
Was ist das für ein unsinniger Vergleich?
juckt am Ende niemanden. Man schließt weiter fleißig Soziale Einrichtungen, schafft jegliche Sitzgelegenheiten in der Öffentlichkeit ab und dämonisiert weiter gerade männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund. Und es kommt noch dazu, dass weiterhin die sozialen Kosten der Coronamaßnahmen, die gerade für Jugendliche besonders hoch sind, gerne mal unter den Teppich gekehrt werden, statt sich mal Gedanken zu machen, wie wir dafür sorgen, dass das was kaputt gegangen ist wieder reparieren.
Wo kann man denn hingehen und Menschen kennenlernen OHNE Geld ausgeben zu müssen?
Bin jetzt 30, aber das fing so mit dem zocken an. Ich glaube so um die 8te Klasse herum. Danach schulisch abwärts, auf die Realschule wo ich weniger kannte. Und nach der Schulzeit hat sich der ehemalige Freundeskreis komplett zersprengt quer in Deutschland. Die die hier in der Nähe geblieben sind haben studiert und sich andere Freundeskreise gesucht.
Ich weiss nicht ob ich Sozialängste habe oder so, aber ich konnte seitdem keine weiter Freundschaft schließen, weder nachfolgende Gymnasien, Fachoberschulen oder Berufsschulklassen. Und ich würde mich nicht als krass unangenehm oder merkwürdig beschreiben. Seit der 10ten Klasse quasi alleine. Und einsam.
Ging bei mir soweit das ich schon ein Abschiedsvideo auf dem Laptop gemacht habe. So raus geholfen hat mir meine Freundin. Ich weiss das man eigentlich nicht in Beziehungen soll wenn man nicht auch alleine glücklich sein kann, aber das hat mir aus dem Tief geholfen.
>Fast drei Stunden sind die 16- bis 18-Jährigen jeden Tag online
Scheint mir irgendwie deutlich zu niedrig?
Ja. Einsamkeit kann gesundheitsschädlich sein. Die Überschrift vermengt hier aber zwei Aspekte: Junge Einsamkeit und das langfristige Potenzial gesundheitsschädlich zu sein.
Es gibt eine Vielzahl von Gründen, aber keine kurzfristige Strategie dagegen. Aber mittel- und langfristige Ansätze. Diese Art der Berichterstattung fördert aber eher die Stigmatisierung von Einsamkeit Betroffener, als dass sie in irgendeiner Art und Weise hilft, weil letztlich nur hängen bleibt: Wer einsam ist, ist krank. Egal ob jung oder alt. Und das müssen wir ändern. Einsamkeit als Teil unserer Gesellschaft begreifen und solidarische, soziale Gesellschaftsaspekte wieder etablieren.
Wir versuchen besser über Einsamkeit bei jungen Erwachsenen und Menschen mittleren Alters aufzuklären. Vorrangig auf Instagram und Facebook. Kommenden Samstag gibt es von daher ein AMA mit uns.
Himmel bin ich manchmal froh das ich so introvertiert bin und mit ein paar Leute die ich kenne + bisschen Familie super ausstreicht.
Ich bin extrem froh, dass meine Freundschaften aus der Schulzeit immer noch halten. Wir sind jetzt alle Mitte/Ende 20 und sehen uns natürlich wesentlich weniger, aber der Kontakt ist noch da. Mit meiner besten Freundin spreche ich sogar jeden Tag, auch nach 20 Jahren Freundschaft.
Irgendwie will ich auch gar keine neuen Leute mehr kennenlernen. Es ist zur Gewohnheit geworden, in der Freizeit niemanden um sich zu haben, das ist halt auch “bequem”. Ich gehe auch allein ins Kino oder fahre allein in die Stadt, um da zu bummeln usw.
Leider merke ich (erst recht seit der Pandemie), dass dadurch meine sozialen Fähigkeiten quasi non-existent sind. Ich bin ein furchtbarer Gesprächspartner, interessiere mich oft einfach gar nicht für andere und wirke laut anderen sogar arrogant.
Ich glaube, ich will einfach nur meine Komfortzone nicht verlassen.
Fühl ich
Bin 25 und sehr introvertiert, deswegen stört es mich nicht, weniger Leute zu kennen, aber ich finde persönlich, dass es gerade außerhalb größerer Städte beinahe unmöglich wird, Freundschaften zu schließen. Nicht jeder ist für die Stadt gemacht, aber wer in jüngeren Jahren nicht da wohnt, verliert den Anschluss an die eigene Altersgruppe.
Wenn die Kindheitsfreunde dann dazu auch noch allesamt weiter wegziehen (was ich auch getan habe, so ist das eben), dann bleibt nicht mehr viel.
Es wird immer gejammert, dass Gen Z so online ist, aber anderswo trifft man doch niemanden mehr. Fast alles läuft mittlerweile über Discord. Meine mittlerweile neunjährige Beziehung hat online gestartet, eine Freundin von mir ist dieses Jahr ins Ausland gezogen und lebt mit ihrem Freund, den sie über tumblr kennengelernt hat. Ich habe einen Gruppenchat mit Menschen, mit denen ich seit Jahren täglich rede, dabei leben wir alle weiter auseinander. Das ist seit Jahren schon so und das wird sich auch ohne Veränderung der öffentlichen Plätzte nicht ändern.
Vor ein paar Monaten habe ich über mehre Wochen sehr viele neue Menschen kennengelernt. Einige habe definitiv Freunde gesucht. Ich habe gemerkt dass ich gar kein Interesse daran habe neue Menschen kennenzulernen. Nur Smalltalk, Bla Bla und Flex. Ich bin eher introvertiert und bin in der Hinsicht bereits gesättigt. Wenn man irgendwann nicht seinen Kreis gefunden hat wird es schwierig glaube ich.
Corona war da echt ein wenig der Todesstoß. Gerade sobald alle mit dem Arbeitsleben anfangen, man wegzieht und manche heiraten etc. wird es echt extrem schwierig, wenn vor allem das Interesse nicht erwidert wird. Und neue Freundschaften außerhalb des Arbeitsplatzes sind auch schwierig, vor allem wenn man nicht mitten in einer Stadt wohnt und introvertiert ist. Aber hey, mit all den anderen Sachen, die die Lebenserwartung anscheinend drücken kann mir das dann sowieso bald ja egal sein
Gibt es deutschsprachige discord server oder irgendwas in der richtung? Ganz früher war ich auf Knuddels. So kringelig das auch war, aber da konnte man zumindest leute kennenlernen.
Alles sehr deprimierend. Vor allem, wenn man liest “schädlich wie X” und was wenn ich einsam bin und als coping-Strategie Videospiele spiele, Pornos konsumiere, aus Langeweile und Stress zu viel esse, dadurch übergewichtig werde und dann mich nicht mehr bewegen will/kann? Ganz zu schweigen davon, dass sich aus Langeweile auch andere Abhängigkeiten zu Alkohol, Rauchen oder auch eine Kaufsucht entwickeln können?
Eine Anhebung der Wochenarbeitszeit für 58 Stunden könnte da Abhilfe schaffen
Kann ich bestätigen (Jung bin ich aber nimmer, aber immerhin U30). Besonders nach der Uni, wenns dort nicht so gut mit Freunde finden geklappt hat (zb wegen Pandemie).