Debatte um Verkehrssicherheit: Eine Helmpflicht ist sinnlos – Regelmäßig kommt die Forderung, dass alle Radfahrende einen Helm tragen sollen. Das bringt wenig und löst das Hauptproblem auf den Straßen nicht

by Alexander_Selkirk

25 comments
  1. Helmpflicht für alle.

    Fußgänger, Autofahrer und Radfahrer.

  2. > Ein Blick auf die derzeitige Verkehrssicherheit zeigt: Die mit Abstand gefährlichste Art, sich im Verkehr fortzubewegen, ist das Autofahren (1.192 Tote im Jahr 2022). Platz zwei belegt das Motorrad (492 Tote), erst auf dem dritten Platz finden sich Rad­fah­re­r:in­nen (normales Rad 266 Tote, E-Bike 208 Tote). Radfahren ist also, relativ gesehen, sicher.

    Es wäre sinnvoll, diese Größen auf Wege zu beziehen (nicht auf Kilometer), da [das Autofahren bzw sehr schnelle Verkehrsmittel allgemein das Zurücklegen weiterer Wege induziert](http://www.verkehrswissenschaftler.de/pdfs/Pfleiderer%20-%20Das%20Phaenomen%20Verkehr.PDF).

    > Dass Radfahren so viel sicherer als Autofahren ist, liegt vor allem am Reisetempo: Je höher die Geschwindigkeit, desto exponentiell schwerer der Unfall. Wer mit 30 Stundenkilometern irgendwo aufprallt, erlebt die Fallhöhe eines Sturzes aus dem Fenster im ersten Stock eines Hauses; 50 Stundenkilometer entsprechen schon dem dritten Stock, 70 Stundenkilometer einem Sturz aus dem sechsten Stock und so weiter.

    korrekt

    > Fußgänger sind besonders langsam unterwegs und haben so gut wie nie schwere Alleinunfälle.

    Richtig, wobei aber etwa die Hälfte der schweren Unfälle bei Radfahreren Alleinunfälle sind. Und das sind meist Stürze, und die kommen eher auf schlechten (rutschigen, ungeräumten, zu engen, unbeleuchteten) Wegen vor. Auch da kann und soll man ansetzen.

    Ich persönlich fände es völlig richtig und ethisch und politisch angemessen, Werbung zu machen dass speziell ältere Radfahrer auf eBikes einen Helm benutzen. Das kann man ja so machen, dass Radfahren insgesamt nicht als gefährlich konnotiert wird.

    Wichtig ist auch, dass Radfahren so gesund ist, dass Fahrten egal ob mit oder ohne Helm das Leben verlängern. Wer Fahrrad fährt, leidet weniger unter Bewegungsmangel, und Bewegungsmangel und Herz-Kreislauferkrankungen sind in unserer Gesellschaft nun mal eine der häufigsten Todesursachen und in der Realität daher das größere Risiko.

  3. „Ein Blick auf die derzeitige Verkehrssicherheit zeigt: Die mit Abstand gefährlichste Art, sich im Verkehr fortzubewegen, ist das Autofahren (1.192 Tote im Jahr 2022). Platz zwei belegt das Motorrad (492 Tote), erst auf dem dritten Platz finden sich Rad­fah­re­r:in­nen (normales Rad 266 Tote, E-Bike 208 Tote). Radfahren ist also, relativ gesehen, sicher.“

    So ein Äpfel und Birnen Vergleich tut echt weh.

  4. Jop, einfach Helm tragen, schon sind unvorsichtige Rechtsabbieger kein Problem mehr. Man kennts.

  5. Ganz so simpel und einseitig wie die taz das darstellen möchte ist es nun auch wieder nicht.

    Ja Auto = doof, wissen wir liebe taz, aber den Helm so schlecht zu reden und Australien als Beispiel aufzuführen ist halt auch nur die halbe Wahrheit wenn man dem [BR](https://www.br.de/nachrichten/wissen/was-bringt-eine-helmpflicht-fuer-radfahrer,TAuSeMC) Glauben schenken darf (die haben zumindest direkt ihre Quellen verlinkt und nicht erst auf andere Artikel um noch mehr Werbeeinnahmen zu generieren).

  6. Mindestens bei e-bikes bin ich für eine Helmpflicht. Auf einem 50er Roller musst man auch einen tragen.

  7. „Ein Blick auf die derzeitige Verkehrssicherheit zeigt: Die mit Abstand gefährlichste Art, sich im Verkehr fortzubewegen, ist das Autofahren (1.192 Tote im Jahr 2022). Platz zwei belegt das Motorrad (492 Tote), erst auf dem dritten Platz finden sich Rad­fah­re­r:in­nen (normales Rad 266 Tote, E-Bike 208 Tote). Radfahren ist also, relativ gesehen, sicher.“

    Ernsthaft Taz??? Und im letzten Jahr sind nur 30
    Leuten bei Flugunfällen in Deutschland ums Leben gekommen, da müsst ihr sofort Privatflugzeuge für alle fordern, denn die sind noch sicherer als Fahrräder.

  8. Wenn es keine einzigen Autofahrer in diesem Lande gäbe, ja auch dann wäre eine Helmpflicht beim Fahradfahren eine gute Idee.

    Sicherheit im Straßenverkehr geht nunmal vor. Die Leute die dagegen anreden, sind die gleichen Typen die sich im Auto nicht anschnallen.

  9. Mann ich könnte schwören es gab da so einen Trick für Situationen, wo irgendwie alles im arsch ist und dann mehrere vorschläge kommen, was man da machen kann, bis die leute sich über 2 Ideen die köpfe einschlagen. Irgendwie konnte man das lösen. War glaub ich sowas wie „einfach mehrere Massnahmen umsetzen statt eine wählen zu müssen“ oder so. Aber das ist auf jeden Fall zu fortgeschritten für mein Amphibiengehirn

  10. Das Problem des Menschen ist leider auch, dass man Risiken schlecht einschätzen kann.
    Und so denken halt viele, dass sie keinen Helm brauchen.
    Man fährt ja sehr sicher, ist vorsichtig usw.
    Mit überraschenden Situationen rechnet eben keiner.
    Daher wäre eine Helmpflicht für Radfahrer schon sinnvoll.
    Beim Gurt im Auto oder Helm für Motorradfahrer wurde auch gejammert, aber heute ist es normal.

    Abgesehen davon heißt das aber nicht, dass es nicht noch ganz viele andere Faktoren gibt, die verbessert werden müssen.
    Sei es die Infrastruktur, oder Sicherheitseinrichtungen bei LKW und PKW.

  11. Warum brauchen wir dann eine Anschnallpflicht bei Autos oder Helmpflicht bei Motorradfahrern?

  12. Also ich finde Helmpflicht für Autofahrer schon sinnvoll. Kopf- und Nackenverletzungen gibt es häufig bei Autofahrern.

  13. Was man sieht: Verunfallte Fahrradfahrer die Helm trugen und starben.

    Was man nicht sieht: Verunfallte Fahrradfahrer die Helm trugen und es überlebt haben.

    Daraus schlussfolgern wir dass Helme nichts bringen.

  14. “gurt pflicht ist unsinn und würde eh keine probleme lösen”

  15. schwierig.

    ich persönlich bin gegen eine helmpflicht, wie ich auch generell gegen allzuviele pflichten bin.

    stattdessen appeliere ich an den eigenen verstand und die persönliche abwägung.

    mein problem mit der helmpflicht beim radfahren ist nämlich, dass sie

    a) je nach rad-typ und auch fahrer-typ mehr oder weniger sinnvoll ist. beispiel: rennrad- schnellfahrer vs hollandrad-schleicher

    b) sie nimmt dem radfahren die spontanität in der jetzigen form, besonders für bewohner von mietwohnungen, die ihren helm nicht im EG / in der abschließbaren garage griffbereit beim fahrrad aufbewahren.

    c) sie führt (wieder einmal) zu einem durchsetzungsproblem; in einigen bezirken wird kontrolliert und strafe gezahlt, in anderen nie.

    stattdessen würde ich mich für eine “helm-empfehlung” aussprechen

    damit könnte es zB versicherungen erlaubt werden, bei kopfverletzungen im straßenverkehr eine gewisse selbstbeteiligung von den versicherten an den behandlungskosten zu fordern, wenn ein helm nachweislich die unfallfolgen gemildert hätte.

    damit lehne ich mich aber schon weit aus dem fenster, denn wenn man die kostendebatte führt, muss man auch raucher, dicke und generell ungesund lebende zur kasse bitten, wenn sie nicht jeden tag nachweisen, doch bitte gesund gelebt zu haben.

    es gibt mMn deutlich wichtigere felder in deutschland, die diskutiert werden sollten.

  16. Radfahrende? Was? Affen, Menschen, Hunde? Radfahrende is ein Adjektiv.

  17. Stimmt, die Helmpflicht kann gar nicht die Lösung sein. Die Lösung dafür ist natürlich eine Kennzeichenpflicht für Radlfahrer!

    /s

  18. Demnächst fordern sie eine schutzausrüstung für passanten

  19. Einfach mal anfangen dicht auffahrende und mit wenig Abstand überholende Autofahrer mit dem zu Ahnden was es ist: Nötigung mit einem gefährlichen Gegenstand.

  20. Radfahrer die keinen Helm tragen wollen erinnern mich irgendwie an die Schwurbler die keine Maske tragen wollten. IcH LaSs mIr mEiNe FrEihEiT nIcHt nEhMeN !!1!1!1!einself!1!1!1

  21. Mit gleicher Argumentation kann man das Tempolimit abtun.

  22. Dann ist eine Helmpflicht für Motorradfahrer auch sinnlos, weil sie das „Hauptproblem“ nicht löst?

  23. Ich bilde mir ein, dass ein wichtiges “Argument” pro Helmpflicht aus der Ecke der unterdrückten Autofahrer kommt:
    Genauso wie bei der Kennzeichenpflicht geht es nur vordergründig um eine erhoffte zusätzliche Sicherheit der Fahrradfahrer. Es geht manchen darum, dass “die da” auch mal eingeschränkt werden sollten, genauso wie “wir Autofahrer”. Ich habe hier in der Nachbarschaft einen CDU-Opa, der eine regelrechte Kampagne für den Erhalt von Parkplätzen gefahren hat und auch am liebsten über “Kampf-und Geisterradler sowie die Grünfaschisten in unserem Kiez” meckert.

    Dieser Helmpflicht-Befürworter würde niemals irgendeiner Verbesserung der Infrastruktur zustimmen, wenn dadurch seine nahezu grenzenlose automobile Freiheit eingeschränkt wird.

    Wie als würde die Cannabislegalisierungs-Crowd jetzt anfangen ernsthaft **für** eine Alkoholprohibition zu kämpfen.

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