Warum linke Subkulturen so anfällig für Antisemitismus sind

by KeinTollerNick

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  1. Diese völlig undifferenzierte Gleichsetzung von Antisemitismus und sämtlichen Pro-Palästinensischen Bewegungen in deutschen Öffentlich-rechtlichen ist zum kotzen. Nirgendwo sonst wird so berichtet, nicht mal bei den Amis.

  2. Antisemitismus und Antizionismus sind zwei ganz unterschiedliche Dinge

  3. Kritik an Israel = Antisemitismus. Linke Gruppen stellen sich ungern hinter Faschisten = Antisemitismus

  4. Ich schreib es mal anders: Warum ist in Deutschland immer gleich alles Antisemitismusm? Die Antwort ist recht einfach.

  5. Irgendwie schwaches Interview. Da werden Aussagen einfach so in den Raum geworfen, stehen gelassen und einfach nur auf Studien verwiesen. Was wie untersucht wurde? Muss der Leser selbst herausfinden.

    Auf die Frage des Antisemitismus im linken Spektrum wird quasi gar nicht eingegangen, es heißt einfach nur “den gibt’s überall”. Aha. Und wie äußert der sich jetzt?

    Und als Beispiel für die “Mitte”, in der dieser Antisemitismus steckt, werden dann Querdenker angeführt. Wat? Das ist kein politischer Rand oder wie?

    Und diese 3D: Wieso ist Doppelstandard bei Israel Antisemitismus? Bin ich ein Rassist, wenn ich Doppelstandards bei meinen Chinaansichten aufweise? Oder den USA? Dann bin ich vielleicht kurzsichtig, aber alles andere verbitte ich mir, und die meisten anderen hier wahrscheinlich auch.

  6. Moneyquote, weil 70 % der weiter unten Mitdiskutierenden anscheinend nicht in der Lage sind, auf der Basis des tatsächlich Geschriebenen zu argumentieren:

    > **MDR AKTUELL: Es gibt immer wieder antisemitische Vorfälle durch eigentlich eher politisch linke Gruppierungen. Zuletzt wurde das auch der Fridays-For-Future-Aktivistin Greta Thunberg mehrfach vorgeworfen. Warum stellen sich viele linke Bewegungen weltweit auf die palästinensische Seite?**

    > Stefan Lauer: Ich glaube, das hat unterschiedliche Facetten. Also einmal ist es so, dass man sich generell in emanzipatorischen Bewegungen oder mehr oder weniger linken Bewegungen gerne auf die Seite der Schwächeren stellen will oder auf der richtigen Seite der Geschichte stehen will.

    > Da sind auf der einen Seite die Täter und auf der anderen Seite die Opfer, die Unterdrücker und die Unterdrückten. Und es ist ganz klar, dass in dieser Sichtweise die Unterdrücker Israelis und die Unterdrückten die Palästinenser sind.

    > Das ist aber eine einfache Antwort auf eine sehr komplexe Frage. Sie bietet die Möglichkeit, sich auf eine Seite zu stellen – ohne sich mit den Hintergründen zu beschäftigen, ohne zu überlegen, warum es Israel überhaupt gibt und warum dieser Staat entstanden ist. Man muss einfach nur irgendwie ein Hashtag auf Instagram benutzen, und schon ist man auf der richtigen Seite.

    > **MDR: Kritik am israelischen Staat muss ja trotzdem möglich sein. Wo verläuft Ihrer Meinung nach die Grenze zwischen Kritik und Antisemitismus?**

    > Lauer: Ich finde, die Kritik an einer Regierung, einzelnen Politikern, einer politischen Entscheidung ist nicht antisemitisch. Aber wenn meine Kritik ausgeweitet wird und die Lösung meiner Kritik ist, dass Israel nicht mehr existieren darf, dann ist das antisemitisch. Der 3-D-Test kann da helfen.

    > **MDR: Das müssen Sie erläutern.**

    > Lauer: Die drei D’s stehen für Dämonisierung, Delegitimierung und doppelte Standards. Anhand dieser D’s kann man Äußerungen überprüfen. Beispiel: Wenn Israel als Staat dämonisiert wird, werden dabei antisemitische Verschwörungserzählungen herangezogen, um irgendwie die Politik zu kategorisieren? Wird dem Land das Existenzrecht abgesprochen, also Delegitimierung betrieben? Oder schaut man auf Israel mit einem sehr viel strengeren und härteren Blick, als man beispielsweise auf andere Länder schaut – Stichwort doppelter Standard? Dann ist in der Regel Antisemitismus vorhanden.

  7. > Dann frage ich mich schon auch, wann werden denn die Aiwangers dieses Landes ausgewiesen und die ganzen anderen Antisemiten, die sich in der Mitte der Gesellschaft bewegen? Also all das ist ja im Ganzen absurd.

    > Klar, man darf aber auch nicht verschweigen, dass es tatsächlich unter Muslimen in Deutschland auch Antisemitismus gibt und der ist durchaus unter Umständen höher als im Rest der Bevölkerung. Das bestätigen auch Studien. Aber das heißt nicht, dass der im Rest der Bevölkerung nicht auch stattfindet. Und sehr viele Muslime sind ja auch Deutsche. Sollen wir die jetzt abschieben? Das finde ich eine absurde Forderung. Und das ist auch eine rassistische Forderung. Stattdessen sollte man lieber in politische Bildung und in Demokratiebildung investieren, was im Moment eines der Felder ist, bei denen stark gespart werden soll.

    Dieses Argument werde ich nie nachvollziehen können. Weil wir den Antisemitismus im eigenen Land nicht gelöst haben, müssen wir ihn von Migranten erstmal hinnehmen und versuchen, bei ihnen durch ominöse “Bildung und Integration” ebenfalls das Problem zu lösen? Wir haben kein Recht darauf, ein Problem nicht schlimmer zu machen?

  8. Ist nicht schon die Perspektive der “Anfälligkeit” ungenau?

    Linke *streiten* sich untereinander vergleichsweise oft über ihre Ansichten, sowohl konstruktiv als auch destruktiv. Die gefühlte moralische “Reinheit” der Weltanschauung und Meinungen des Gegenüber spielt da eine viel größere Rolle als bei Rechts.
    Da wird dann auch der Shitstorm über solche Äußerungen massiv, es wird nicht totgeschwiegen sondern aktiv thematisiert. Man sieht es ja zB auch bei der Wagenknecht-Scheiße bzgl. Russland. Der Kram wurde auch von Links und Parteikollegen in die Kritik genommen (nicht konsequent genug, aber es gab diesen Dissenz).

    Bei rechten Gruppierungen passiert dieser Kampf um die besten Ansichten eher weniger. Da wird ja nicht so um Werte gerungen, sondern eher aufeinander aufgebaut. Bei all den Verschwörungsmythen zB ist ja klar ersichtlich, dass da integrativ gehandelt wird. Da kommen die Babybluttrinker direkt mit in den Coronatopf. Es geht da mehr um “die da oben”, die man vom Podest zerren will, während man wenig mit sich selbst und den eigenen Ansichten beschäftigt ist. Da wird gerne ausgeblendet, dass jemand Naziparolen schwingt, bis es tatsächlich einen negativen Effekt für die eigene Position herbeiführt, und auch dann nur formell abgegrenzt (siehe zB die AfD-Fraktion im Bundestag. Da sind Parteimitglieder nicht mehr Teil der Fraktion, weil es schlechte PR brachte, stimmen aber weiterhin geschlossen mit)

    Dazu kommt, dass dem Großteil der rechtsextremen Ideologien und Mythen der Antisemitismus bereits im Kern zugrunde liegt. Nicht bloß seit dem dritten Reich, sondern schon quasi seit dem Beginn des Judentums. Und mittlerweile hatten diese Leute dann auch gelernt, dazu eher die Fresse zu halten bzw. nur im engeren Kreis ihren Hass zur Schau zu stellen. Der war ja nicht magisch weg, wie auch jüngste Ereignisse wieder zeigen. Es war nur nicht klug, sich ihn anmerken zu lassen.

    Mit anderen Worten: Links thematisiert die Dinge und versucht zu filtern, während Rechts still eine Chimäre aus allem bastelt, egal wie widerlich.

  9. Finde faszinierend wie das zu einem so prominenten Topic in den Medien gemacht wird während der allergrößte Teil anti-semitischer Straftaten von Rechten begangen wird und dazu im Vergleich relativ wenig zu diskutiert wird.

  10. Maximal unprofessionell von von Magdalena Tanneberger vom MDR.

    Die Frage nach dem Unterschied von Israel-Kritik und Antisemitismus ist nicht nur berechtigt, sondern das ist gerade heute absolut essenziell. Ok im Artikel so weit.

    Daraufhin erklärt der Experte Stefan Lauer sehr anschaulich den 3-D-Test.

    Aber dann unterlässt Frau Tanneberger diesen Test auf die in der Eröffnung des Artikels zitierte Aussage *”No climate justice on occupied land” (“Keine Klimagerechtigkeit auf besetztem Land”)* anzuwenden. Warum?

    Darin wird eben nicht “Israel als Staat dämonisiert”, da wird Israel nicht das Existenzrecht abgesprochen, und da wird auch nicht mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen.

    Nach allem, was im Artikel selbst steht, also keine antisemitische Aussage.

    Trotzdem steht im Aufmacher des Artikels diese Aussage im unmittelbaren Zusammenhang mit der Aussage *”Der Nahost-Konflikt […] führt zu einem Erstarken von Antisemitismus, auch in linken Bewegungen.”* Ok, bei sehr genauem Hinsehen macht sich der Redaktion den Vorwurf des Antisemitismus gegen Greta Thunberg formal nicht zueigen, aber das ist Augenwischerei. So wie hier der Zusammenhang hergestellt wir, ist der Redaktion klar, dass 99% der Leser das so auffassen, das sich Greta Thunberg antisemitisch geäußert hat. Passt auch gut ins Greta-Bashing und verhilft Frau Tanneberger sicher zu mehr Klicks. (Ok, diese angedeutete Unterstellung von Absicht statt Unfähigkeit war jetzt unprofessionell von mir …)

    Entweder in dem Artikel gibt es weitere Fakten, mit denen man einen Antisemitismus untermauern kann. Oder man hat nur das Zitat und dann wäre es eine Frage des Anstands offen zu sagen, dass das alleine eben nicht antisemitisch ist – ganz sicher nicht nach dem im Artikel erklärten Maßstab.

    Diese Art des völlig undifferenzierten Umgangs mit legitimer Kritik am Handeln des Staates Israel und die faktische Gleichstellung mit Antisemitismus ist kein Einzelfall mindestens in deutschen Medien und ein massives Problem. Welchen Wert haben denn Statistiken über Antisemitismus in der deutschen Bevölkerung, wenn niemand in der Lage ist zwischen legitimer Kritik einerseits und antisemitischen Einstellungen überhaupt zu unterscheiden?

    Übrigens: Massive Kritik an Menschenrechtsverstößen durch israelische Siedler in der West Bank und durch israelische Sicherheitskräfte kommt eben nicht nur von Judenhassern.

    * Der **Bericht des UN-Generalsektretärs**(1) listet alleine für 2022 hunderte Fälle von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen gegenüber Kindern durch israelische Sicherheitskräfte vorwiegend in der West Bank auf.
    * **Amnesty International**(2) klagt ein durch Israel errichtetes Apartheidssystem an.
    * **Unsere eigenen Parlamentarier**(3) sind sich der eklatanten Menschenrechtsverstöße durch israelische Sicherheitskräfte und Behörden und des Problem des illegalen Siedlungsbaus seit langem völlig bewusst. Dazu gab es schon vor längerer Zeit eine Anhörung im Bundestag mit eindeutigen Aussagen des israelischen Menschenrechtsaktivisten Jeff Halper.

    (1) Secretary-General Annual Report on Children and Armed Conflict, Seite 12ff. Quelle: [https://documents-dds-ny.un.org/doc/UNDOC/GEN/N23/144/96/PDF/N2314496.pdf?OpenElement](https://documents-dds-ny.un.org/doc/UNDOC/GEN/N23/144/96/PDF/N2314496.pdf?OpenElement), abgerufen am 2023-11-22.

    (2) Report ISRAEL’S APARTHEID AGAINST PALESTINIANS. Quelle: [https://www.amnesty.org/en/wp-content/uploads/2022/02/MDE1551412022ENGLISH.pdf](https://www.amnesty.org/en/wp-content/uploads/2022/02/MDE1551412022ENGLISH.pdf)

    (3) Anhörung im Deutschen Bundestag 2017, Fragenkatalog der Fraktionen und Antworten von Antworten von Jeff Halper. Quelle: [https://www.bundestag.de/resource/blob/511500/57fd072f2c4c705d298531d9a64dd888/stellungnahme_halper.pdf](https://www.bundestag.de/resource/blob/511500/57fd072f2c4c705d298531d9a64dd888/stellungnahme_halper.pdf)

  11. Hamas ,als proxyarmee Irans ( Russlands) tötet 1700 Leute bestialisch. Leute feiern . Empathie für die Opfer? Null.

    Bibi’s Israel zerbombt Zivilisten, tötet 4000 ??? Kinder und Empathie für die Opfer? wenig. Es werden schattendiskussionen ,Ablenkungsmanöver, hochgefahren in den Medien.

    jegliche narrative, auf beiden Seiten, Zielen darauf ab , Empathie für die Opfer nicht entstehen zu lassen.

    Wie kann es sein dass wir in einer Welt leben ,wo Empathie mit tausenden zivilen opfern, anti semitismus ist ?

    Wie kann es sein dass ich ,der Israel liebt, der verwandte und Freunde dort hat, wenn ich auf der arbeit jegliche Opfer erwähne, ob israelische, oder jetzt , Palästinenser, MENSCHEN, entweder als imperialisten nazi beschimpft werde oder als antisemit ?

    Es ist perfide, wie leicht Empathie bei Leuten ausgeschaltet werden kann mit bullshit.

  12. Kann mir mal jemand ganz genau erklären was Greta Thunberg antisemitisches gesagt hat? Ich weis es nämlich wirklich nicht, in dem Artikel wird es nicht erklärt. Mein Eindruck bisher war das sie die Israelische Siedlungspolitik kritisiert und den harten Militärischen Gegenschlag Israels. War da noch irgendwas?

  13. Könnte dran liegen, dass linke Subkulturen oft arg heuchlerisch sind, auch sich selbst gegenüber.

  14. Sind Plüsch-Löwen eigentlich ok oder muss ich meinen wegschmeissen?

  15. Ich werde mal eine kleine Sache raushauen, da ich mich momentan in Südeuropa befinde:

    Diese gesamten Antisemitismusvorwürfe bei legitemem Protest existieren nur in Deutschland. Hier können die Leute die israelische Regierung kritisieren ohne direkt in einen Topf geworfen zu werden.
    Habe mich unter anderem auch mit einer Israeli unterhalten und auch sie kritisiert das Vorgehen.

    Versteht mich nicht falsch, Antisemitismus existiert und auch vor allem in den Kreisen. Das sollte verpönt werden. Aber in Deutschland wird ein riesiges Ding draus gemacht. Ja linke Gruppierungen unterstützen die Menschen die unter dem Krieg leiden. Dies sind nun mal Vorwiegend Palästinenser. Es existieren sogar offizielle Pläne zur ethnischen Säuberung von Gaza. Benjamin Netanyahu ist eine schreckliche Person und ziemlich umstritten und koaliert mit Extremrechten, die unter anderem “Tod allen Arabern” rufen.

    Deutschland ist einfach das Land mit der Moralkeule, obwohl es sich hier eindeutig falsch positioniert. Ich verabscheue die Hamas, aber Waffenlieferungen an Israel und Greta Thunberg als antisemitisch zu bezeichnen? Da muss etwas ganz schief gelaufen sein. Beide Seiten gehören kritisiert, nur benimmt sich eine Seite äußerst daneben. Das heißt nicht, dass ich Antisemit bin, liebe MDR.

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