
Nobelpreisträger auf Holzwegen: Der Gewinn der wichtigsten Preise der Welt hinderte einige ausgezeichnete Forscher nicht daran, Unsinn zu behaupten
by linknewtab

Nobelpreisträger auf Holzwegen: Der Gewinn der wichtigsten Preise der Welt hinderte einige ausgezeichnete Forscher nicht daran, Unsinn zu behaupten
by linknewtab
7 comments
Guter Artikel.
Eines ist mir jedoch aufgefallen:
> Offensichtlich ist aber, dass diesen mitunter auch grundfalschen Behauptungen eben wegen der Nobelpreisträgerschaft besondere Aufmerksamkeit zuteilwird – und dass selbst die klügsten Menschen gewaltig irren können.
Die Aussage ist natürlich auch völlig richtig. Man sollte aber bedenken, dass es den Nobelpreis nicht für Klugheit gibt. Die Kriterien sind andere. Man muss nämlich eine bedeutende Entdeckung machen. Das korrelliert sicherlich ganz stark, aber als Beispiel nur der Nobelpreis, den es für die Entdeckung der dunklen Energie gab: Die Forscher hätten genauso spitzenmäßige Arbeit dabei leisten können, die Supernovae zu vermessen, nur um zu finden, dass das Universum wie gedacht nur aus Materie besteht und es keine dunkle Energie gibt. Dafür hätte es aber keinen Nobelpreis gegeben.
Und falls einem ein Schwurbler das irgendwie als Argument anführen will, dass der Klimawandel nicht menschengemacht ist oder es ihn nicht gibt, weil es einen Nobelpreisträger gibt, der das glaubt, dem sei gesagt, dass – abgesehen von den sachlichen Argumenten, die aber kaum ein Laie versteht – dem ganzen [126 Nobelpreisträger gegenüberstehen](https://www.nobelprize.org/uploads/2021/05/Statement-3-June-DC.pdf), die das anders sehen.
Ein pensionierter Quantenphysiker redet öffentlich über ein Thema, von dem er keine Ahnung hat, Unsinn.
Das Problem ist eher, dass einige Medien das dankbar und unrflektiert aufgreifen.
Wäre ungefähr so, als würde sich ein Orthopäde sich über die Existenz von Pandemien auslassen.
Es ist allerdings öfter zu beobachten, dass gerade Physiker sich nach ihrer Pensionierung plötzlich für Experten zu allen mögliche Themen halten, zu denen sie keinen blassen Dunst haben.
Watson und Crick zum Beispiel zum Beispiel
Da kommen denke ich drei Aspekte zusammen:
1. Sehr viele auch sehr kluge Menschen reden Unsinn, nur bekommen Nobelpreisträger eben Aufmerksamkeit
2. Nobelpreiswürdige Entdeckungen erfordern oftmals dass man querdenkt (im Vor-Corona-Sinn) und sich gegen gefestigte Weltbilder stellt, d.h. eine charakterliche Disposition in die Richtung ist vermutlich eh da
3. Wie bei Promis aus der Unterhaltungsbranche auch: Wenn man berühmt ist und häufig zu allerlei Themen gefragt wird kommt man sich vielleicht auch dort als Experte vor, wo man keiner ist
Ein weiteres Beispiel für einen Nobelpreisträger der sich blamiert:
Gérard Mourou https://youtu.be/k6i7A8Plqb8?si=w1wm1FSuKyUiHTWM
Weithin bekannt auch als Nobelitis.
https://en.wikipedia.org/wiki/Nobel_disease
Ein Nobelpreis wurde 1949 vergeben weil der Laureat die Lobotomie erfunden hat.
Und viele, sehr viele, auch solche die mit Medizin und Physiologie nichts am Hut hatten, beschäftigten sich mit Eugenik.
Mit dem Friendensnobelpreis will ich gar nicht erst anfangen.