manchmal glaube ich das die reality shows auf rtl2 tatsächlich etwas mit der realität zu tun haben….
Deutschland hat nicht eine Bildungspolitik, es hat sechzehn verschiedene, ausgestaltet von jedem Bundesland. Entsprechend sollte man neben der Pisa-Studie auch den [Bildungsmonitor](https://www.insm-bildungsmonitor.de/) betrachten, der viele Metriken der Bundesländer miteinander vergleicht.
Ich weiß nicht, ob die Mächtigen in diesem Land überhaupt etwas gegen eine Verblödung des Volkes haben und deswegen alles so laufen lassen.
Ihre eigenen Zöglinge stecken die eh in Privatschulen, sind also vom staatlichem Bildungssystem entkoppelt.
Wir könnten uns jetzt an das Pisa-Niveau heranarbeiten durch eine kluge Bildungspolitik, breite Lernangebote und individuelle Förderungen, die allen gesellschaftlichen Schichten unabhängig vom Einkommen zur Verfügung stehen, oder aber: Wir senken die Pisa-Anforderungen und alle sind glücklich. Wie haben wir im Physikunterricht schon gelernt: Strom nimmt immer den Weg des geringsten Widerstandes…
Der PISA-Test gehört längst reformiert, weil er in der derzeitigen Form nicht aussagekräftig ist. Es gibt Länder, da wird das sehr ernst genommen, in anderen ist das eine lästige Zusatzaufgabe für Schüler, die keinen Bock darauf haben. In einigen Ländern treten nur die besten Schulen an, in anderen Ländern alle Schüler einer Altersklasse. In einigen Ländern gibt es computergestützte Tests, in anderen Ländern nicht.
Ich sage nicht, dass das Ergebnis falsch sein muss, aber es wäre trotzdem an der Zeit, ein einheitlicheres Setting einzuführen.
Warum? Weil die Regierungen, egal wer da nun drin sitzt, niemals genug getan haben. Es muss zentralisiert werden, es muss investiert werden, und, es muss akzeptiert werden, dass das erst in einen Jahrzehnt bemerkbar wird, wenn sich was ändert.
Folglich wird keine Regierung jemals da etwas dran ändern. Die Union steht ja für “gegen die Armen, gegen die Öffentlichkeit”, Grüne oder SPD könnten dagegen bei all den Demagogen da draußen das ganze abject legitimieren.
Also Zuwanderung, Corona, Bürokratie und Lehrermangel.
Ich denke mit der Kindergrundsicherung wird das alles in Ordnung kommen. Geld druff ohne Steuerung und dann gib ihm.
Kita für Zuwanderer brauchen wir nicht (sitzen eh nur zu Hause), Lehrer sind überbewertet (Kosten nur Geld und faulenzen in den Ferien), Corona wächst sich raus und Bürokratieabbau? Wo soll sonst meine Frau halbtags arbeiten wenn nicht an der Kaffeemaschine im Kultusministerium? **/s**
“Jeder dritte Neuntklässler verfehlt laut IQB-Bildungstrend die Mindeststandards im Lese- und Hörverständnis im Fach Deutsch, ein Fünftel der Viertklässler erreicht nicht einmal Mindeststandards in Deutsch und Mathe.”
Läuft doch. Man könnte vermuten, dass die Politik systematisch die Zukunft Deutschlands kaputt machen will – mit Erfolg.
Tja, kein Wunder.
Man gehe einmal in eine Grundschule in Berlin und betrachte genau, was wie gelehrt bzw. gelernt wird:
– in der ersten Klasse wird Druckschrift gelehrt (ja, die Kinder sollen Druckschrift schreiben)
– in der zweiten Klasse schwenkt man dann plötzlich zur Schreibschrift
– Hausaufgaben gibt es wenig bis gar nicht mit der Begründung, die Lehrer*innen können nicht nachvollziehen, ob die Hausaufgaben tatsächlich vom Kind gemacht wurden
– trotzdem wird den Eltern eingebläut, die Kinder sollen jeden Tag zuhause lesen, schreiben und rechnen üben
– hinzukommen ein hoher Krankheitsstand bei den Lehrern
– Quereinsteiger ohne pädagogische Vorkenntnisse
Wenn man mangelhaft in ein System investiert, muss man sich nicht wundern, wenn die Ergebnisse auch nur mangelhaft sind.
Reaktion der Politik: “Lieber mal den Lehrerberuf unattraktiver machen.”
Während Corona hat die Politik die Entscheidung getroffen, zm Nachteil von Kindern den Schutz der Alten zu prioritisieren. Kinder dürfen ja auch nicht wählen. Die Rechnung dafür, die kommt jetzt langsam und das wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen.
Mit Bildungspolitik kannst du eben keine Wahlen gewinnen. Anstatt Geld in die Bildung zu investieren, lieber noch ein schnelles Wahlgeschenk an die Rentner!
Jahrelang an der Bildung sparen und sich dann wundern, dass sich nichts verbessert…
Kannst du dir nicht ausdenken.
Interessant, dass die Flüchtlingskrise von 2015 erwähnt wurde, aber nicht, dass einige Parteien gefühlt jede verdammte Woche fordern alle Gelder zu kürzen, die vielleicht helfen könnten. Cool.
Oh je
mal ne frage: leute in den kommentaren reden über eine veränderung des schulsystems, aber wurden die ersten schritte nicht schon getan? wie kann es sein, dass es bei dem “veralteten, rückständigen, “technologiefremden”, “authoritären” schulsystem bessere Ergebnisse gab, als bei dem heutigen?
* mangelhafte Ausstattung der Schulen
* Personal
* Ressourcen
* Lehrpläne, die immer voller werden, ohne dass man dafür andere Inhalte entfernt
* Unterrichtsformen, die sich nach wie vor am preußischen Model orientieren (das wird aber langsam besser)
* verwöhnte und kindische Eltern, die die Lehrer für alles verantwortlich machen und eine zusätzliche (massive) Belastung sind
Glücklicherweise ist das Ländersache, weswegen man nichts dagegen tun kann. /s
Kann jeder Lehrer bestätigen.
Ich kenne natürlich nur die Anekdoten, die eine Freundin von mir erzählt (Mittelschullehrerin). Es gibt zu wenige Lehrer, in den Klassen spricht die Hälfte garkein oder nur gebrochen Deutsch. Dazu noch gut gemeinte Inklusion eines behinderten Kindes, das so natürlich nicht nach seinen Bedürfnissen gefördert wird. Wie soll aus irgendeinem dieser Kinder in der Klasse was werden?
Hab mal die Top 25 in Europa “gezählt” (ohne gewähr):
1. Estland
2. Schweiz
3. Niederlande
4. Irland
5. Grossbritannien
6. Dänemark
7. Polen
8. Belgien
9. Tschechien
10. Österreich
11. Slowenien
12. Finnland
13. Lettland
14. Schweden
15. Deutschland
16. Frankreich
17. Spanien
18. Ungarn
19. Portugal
20. Italien
21. Norwegen
22. Slowakei
23. Kroatien
24. Island
25. Ukraine
Was geht mit Nordeuropa/Skandinavien? War nicht gerade Finnland mal Vorzeigeland?
Das Ganze überrascht jetzt nicht, wenn man sieht wer Kinder in die Welt setzt. Bildung hat halt leider in vielen Haushalten auch nicht mehr wirklich die Priorität die es zumindest in meiner Kindheit noch hatte.
Überrascht mich nicht wenn mich eine 1er Abiturientin fragt was am 3. Oktober für ein Feiertag ist.
Ich gehe derzeit in Estland zur Schule und soweit ich weiß ist Estland auf Platz drei, allerdings kann ich nicht sagen warum, den einzigen Unterschied den ich zu Deutschland feststellen kann ist das Arbeitspensum der Lehre, so haben z.b meine Musik oder Mathe Lehrerinnen an zwei Tagen in der Woche gar keine Unterricht und sonst nie mehr als maximal 4 Stunden (a 45min). Ich weiß nicht mal warum das Schüler/Lehreverhältnis ist ungefähr gleich wie an meiner Schule in Deutschland und die Stunden unterscheiden sich kaum vom Inhalt.
Ich war bis vor 15 min in einer 9. Klasse am Gym und diese blanke Unfähigkeit ist schockierend (bin nur übergangsweise als Vertretung in der Klasse). Dazu das Arbeitsverhalten, welches einfach nicht gegeben ist… ich finds wirklich krass.
Das sind junge Erwachsene, die einfach gar keine Disziplin haben. Man steht einfach im Unterricht auf, stellt sich ans Fenster, guckt raus und tut nichts. Geodreiecke braucht man nicht, weil man ist ne IPad-Klasse, ne einfache Figur (ein Quadrat um ein anderes Quadrat) ist unmöglich ABZUZEICHNEN, Längen können nicht gemessen werden, im Unterricht wird gehäkelt, sich gegenseitig bemalt….. und das scheinbar seit Jahren, weil die Lehrkraft es einfach laufen lässt und nen F*ck gibt.
So rant over, aber da muss man sich echt nicht wundern.
Alles folgen Politik die der linke sub hier toll findet und immer wählt
Massenhafte Einwanderung von armen und ungebildeten die Zuhause kein deutsch lernen
Abschaffung jeglicher harten Bewertungsmaßstäbe, jeder kriegt ne gute Note
Inklusion
Alle lernen immer länger zusammen (senkt das Niveau für alle ab)
Lehrermangel oder Geld ist das einzige was hier diskutiert wird anstatt mal woanders anzusetzen. Die Anzahl der Lehrer hat sich übrigens erhöht in den letzten 10 Jahren während die Anzahl der Schüler gesunken ist. Sehe auch keinen Zusammenhang zwischen per capita Bildungsausgaben und Ergebnissen.
Naja, zum Glück sind ja die Eltern und Schüler nicht auch dran schuld.
Ich glaube halt auch langsam nicht mehr, dass es nur ein Problem der Ausbildungsorgane ist sondern eher ein gesamtgesellschaftliches. Ich bin selber Ingenieur und dieses Land ist meiner Berufsgattung gegenüber nicht wohlgesonnen. Wenn man nicht gerade mit Hochintelligenz gesegnet ist, quält man sich schon ein paar Jahre durch so ein Maschinenbau oder Elektrotechnik Studium. Früher gab es dafür dann gesellschaftliche Anerkennung in Form von echten Berufstiteln, wie Namenszusätzen, so blöd wie das war, es war wertschätzend. Heute ist man ein Geek oder Nerd und wird generell verspottet und als letzter gefragt, ob ein E-Auto funktioniert, vorher wissen alle Betriebswirte und Juristen den technischen Sachverhalt besser einzuschätzen.
Ich meine in den USA machen sie es besser und auch wenn da nicht alles Gold ist was glänzt, sie stehen in der PISA Studie vor uns. Dort wird das Wissenschafts- und Technikinteresse stark gefördert. Da werden Wissenschaftsolympiaden veranstaltet, wo jeder eine Kartoffelbatterie baut, während man bei uns als gebildet gilt, wenn man möglichst viel Belletristik aus der Buchhandlung verschlingt (und das bloß nicht auf dem Ipad).
Ich frage mich beim Thema Pisa mit Blick an die Spitze immer, wollen wir da wirklich hin?
Hier in Japan, die ja bei Pisa immer relativ weit oben sind, ist das gesamte System auf Binge-Learning ausgelegt anstatt fundamentales Verstädnis zu vermitteln. Ein guter Schüler ist, wer die meisten Fakten auswendig lernen und über Nacht im Kopf behalten kann.
Die Züge sind vollgepflastert mit Plakaten für Nachhilfeschulen die es an jeder Ecke gibt. Selbst an den kleinsten Bahnhöfen in Tokyo stehen mindestens 2-3 für alle Altersgruppen. Und die sind auch sehr gut besucht aber nicht von den Kindern die man vermuten würde. In Nachhilfeschulen gehen nicht die Schüler die Probleme oder schlechte Noten haben, sondern die Klassenbesten. Und warum tun sie das? Weil sie später auf eine noch bessere Uni wollen als was ihre jetzige Schule ermöglichen würde.
Daher muss nach der Schule noch eine Schule besucht werden damit man ja auf die Wunschuni kommt. Gegen 20h nach Hause zu kommen, um dann nach dem Abendessen noch bis 1 oder 2 zu Lernen ist der Alltag vieler Schüler. Wer vor der Testwoche mehr als 4 Stunden schläft ist faul. Meine Freundin hat auf der Oberschule vor Tests immer die Nacht durchgemacht weil sie angst hatte, im Schlaf die Hälfte wieder zu vergessen.
Und das funktioniert weil die Tests halt genau auf diesen Lernstil ausgelegt sind. Beim Englischtest muss man etwa keinen Aufsatz schreiben, nein, da werden Vokabel im Multiple-choice Verfahren abgefragt oder man muss Englische Sätze ins Japanische übersetzen.
Die Uni in Japan ist dann übrigens ein feuchter Witz, der Aufnahmetest ist das schwerste am gesamten Studium. Was man studiert ist größtenteils irrelevant für den späteren Berufsweg, so lange die Uni einen guten Namen hat. Gibt natürlich Ausnahmen wie Medizin oder Jura aber jemand der englische Literatur studiert hat könnte problemlos als Finanzanalyst bei einer Bank anfangen. Zumindest bei den großen, traditionellen Firmen entscheidet man sich auch nicht selber für einen Job. Man bewirbt sich bei einer Firma und die entscheidet dann 6 Monate nach der Aufnahme für welchen Job man sich am besten eignet.
In China und Korea ist die ganze Sache übrigens noch 10x schlimmer.
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manchmal glaube ich das die reality shows auf rtl2 tatsächlich etwas mit der realität zu tun haben….
Deutschland hat nicht eine Bildungspolitik, es hat sechzehn verschiedene, ausgestaltet von jedem Bundesland. Entsprechend sollte man neben der Pisa-Studie auch den [Bildungsmonitor](https://www.insm-bildungsmonitor.de/) betrachten, der viele Metriken der Bundesländer miteinander vergleicht.
Ich weiß nicht, ob die Mächtigen in diesem Land überhaupt etwas gegen eine Verblödung des Volkes haben und deswegen alles so laufen lassen.
Ihre eigenen Zöglinge stecken die eh in Privatschulen, sind also vom staatlichem Bildungssystem entkoppelt.
Wir könnten uns jetzt an das Pisa-Niveau heranarbeiten durch eine kluge Bildungspolitik, breite Lernangebote und individuelle Förderungen, die allen gesellschaftlichen Schichten unabhängig vom Einkommen zur Verfügung stehen, oder aber: Wir senken die Pisa-Anforderungen und alle sind glücklich. Wie haben wir im Physikunterricht schon gelernt: Strom nimmt immer den Weg des geringsten Widerstandes…
Der PISA-Test gehört längst reformiert, weil er in der derzeitigen Form nicht aussagekräftig ist. Es gibt Länder, da wird das sehr ernst genommen, in anderen ist das eine lästige Zusatzaufgabe für Schüler, die keinen Bock darauf haben. In einigen Ländern treten nur die besten Schulen an, in anderen Ländern alle Schüler einer Altersklasse. In einigen Ländern gibt es computergestützte Tests, in anderen Ländern nicht.
Ich sage nicht, dass das Ergebnis falsch sein muss, aber es wäre trotzdem an der Zeit, ein einheitlicheres Setting einzuführen.
Warum? Weil die Regierungen, egal wer da nun drin sitzt, niemals genug getan haben. Es muss zentralisiert werden, es muss investiert werden, und, es muss akzeptiert werden, dass das erst in einen Jahrzehnt bemerkbar wird, wenn sich was ändert.
Folglich wird keine Regierung jemals da etwas dran ändern. Die Union steht ja für “gegen die Armen, gegen die Öffentlichkeit”, Grüne oder SPD könnten dagegen bei all den Demagogen da draußen das ganze abject legitimieren.
Also Zuwanderung, Corona, Bürokratie und Lehrermangel.
Ich denke mit der Kindergrundsicherung wird das alles in Ordnung kommen. Geld druff ohne Steuerung und dann gib ihm.
Kita für Zuwanderer brauchen wir nicht (sitzen eh nur zu Hause), Lehrer sind überbewertet (Kosten nur Geld und faulenzen in den Ferien), Corona wächst sich raus und Bürokratieabbau? Wo soll sonst meine Frau halbtags arbeiten wenn nicht an der Kaffeemaschine im Kultusministerium? **/s**
“Jeder dritte Neuntklässler verfehlt laut IQB-Bildungstrend die Mindeststandards im Lese- und Hörverständnis im Fach Deutsch, ein Fünftel der Viertklässler erreicht nicht einmal Mindeststandards in Deutsch und Mathe.”
Läuft doch. Man könnte vermuten, dass die Politik systematisch die Zukunft Deutschlands kaputt machen will – mit Erfolg.
Tja, kein Wunder.
Man gehe einmal in eine Grundschule in Berlin und betrachte genau, was wie gelehrt bzw. gelernt wird:
– in der ersten Klasse wird Druckschrift gelehrt (ja, die Kinder sollen Druckschrift schreiben)
– in der zweiten Klasse schwenkt man dann plötzlich zur Schreibschrift
– Hausaufgaben gibt es wenig bis gar nicht mit der Begründung, die Lehrer*innen können nicht nachvollziehen, ob die Hausaufgaben tatsächlich vom Kind gemacht wurden
– trotzdem wird den Eltern eingebläut, die Kinder sollen jeden Tag zuhause lesen, schreiben und rechnen üben
– hinzukommen ein hoher Krankheitsstand bei den Lehrern
– Quereinsteiger ohne pädagogische Vorkenntnisse
Wenn man mangelhaft in ein System investiert, muss man sich nicht wundern, wenn die Ergebnisse auch nur mangelhaft sind.
Reaktion der Politik: “Lieber mal den Lehrerberuf unattraktiver machen.”
Während Corona hat die Politik die Entscheidung getroffen, zm Nachteil von Kindern den Schutz der Alten zu prioritisieren. Kinder dürfen ja auch nicht wählen. Die Rechnung dafür, die kommt jetzt langsam und das wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen.
Mit Bildungspolitik kannst du eben keine Wahlen gewinnen. Anstatt Geld in die Bildung zu investieren, lieber noch ein schnelles Wahlgeschenk an die Rentner!
Jahrelang an der Bildung sparen und sich dann wundern, dass sich nichts verbessert…
Kannst du dir nicht ausdenken.
Interessant, dass die Flüchtlingskrise von 2015 erwähnt wurde, aber nicht, dass einige Parteien gefühlt jede verdammte Woche fordern alle Gelder zu kürzen, die vielleicht helfen könnten. Cool.
Oh je
mal ne frage: leute in den kommentaren reden über eine veränderung des schulsystems, aber wurden die ersten schritte nicht schon getan? wie kann es sein, dass es bei dem “veralteten, rückständigen, “technologiefremden”, “authoritären” schulsystem bessere Ergebnisse gab, als bei dem heutigen?
* mangelhafte Ausstattung der Schulen
* Personal
* Ressourcen
* Lehrpläne, die immer voller werden, ohne dass man dafür andere Inhalte entfernt
* Unterrichtsformen, die sich nach wie vor am preußischen Model orientieren (das wird aber langsam besser)
* verwöhnte und kindische Eltern, die die Lehrer für alles verantwortlich machen und eine zusätzliche (massive) Belastung sind
Glücklicherweise ist das Ländersache, weswegen man nichts dagegen tun kann. /s
Kann jeder Lehrer bestätigen.
Ich kenne natürlich nur die Anekdoten, die eine Freundin von mir erzählt (Mittelschullehrerin). Es gibt zu wenige Lehrer, in den Klassen spricht die Hälfte garkein oder nur gebrochen Deutsch. Dazu noch gut gemeinte Inklusion eines behinderten Kindes, das so natürlich nicht nach seinen Bedürfnissen gefördert wird. Wie soll aus irgendeinem dieser Kinder in der Klasse was werden?
Nur weil ichs hier nirgends fand, komplette Rangliste:
https://www.watson.ch/schweiz/schule%20-%20bildung/270209583-pisa-studie-so-gut-schneidet-die-schweiz-ab
Hab mal die Top 25 in Europa “gezählt” (ohne gewähr):
1. Estland
2. Schweiz
3. Niederlande
4. Irland
5. Grossbritannien
6. Dänemark
7. Polen
8. Belgien
9. Tschechien
10. Österreich
11. Slowenien
12. Finnland
13. Lettland
14. Schweden
15. Deutschland
16. Frankreich
17. Spanien
18. Ungarn
19. Portugal
20. Italien
21. Norwegen
22. Slowakei
23. Kroatien
24. Island
25. Ukraine
Was geht mit Nordeuropa/Skandinavien? War nicht gerade Finnland mal Vorzeigeland?
Das Ganze überrascht jetzt nicht, wenn man sieht wer Kinder in die Welt setzt. Bildung hat halt leider in vielen Haushalten auch nicht mehr wirklich die Priorität die es zumindest in meiner Kindheit noch hatte.
Überrascht mich nicht wenn mich eine 1er Abiturientin fragt was am 3. Oktober für ein Feiertag ist.
Ich gehe derzeit in Estland zur Schule und soweit ich weiß ist Estland auf Platz drei, allerdings kann ich nicht sagen warum, den einzigen Unterschied den ich zu Deutschland feststellen kann ist das Arbeitspensum der Lehre, so haben z.b meine Musik oder Mathe Lehrerinnen an zwei Tagen in der Woche gar keine Unterricht und sonst nie mehr als maximal 4 Stunden (a 45min). Ich weiß nicht mal warum das Schüler/Lehreverhältnis ist ungefähr gleich wie an meiner Schule in Deutschland und die Stunden unterscheiden sich kaum vom Inhalt.
Ich war bis vor 15 min in einer 9. Klasse am Gym und diese blanke Unfähigkeit ist schockierend (bin nur übergangsweise als Vertretung in der Klasse). Dazu das Arbeitsverhalten, welches einfach nicht gegeben ist… ich finds wirklich krass.
Das sind junge Erwachsene, die einfach gar keine Disziplin haben. Man steht einfach im Unterricht auf, stellt sich ans Fenster, guckt raus und tut nichts. Geodreiecke braucht man nicht, weil man ist ne IPad-Klasse, ne einfache Figur (ein Quadrat um ein anderes Quadrat) ist unmöglich ABZUZEICHNEN, Längen können nicht gemessen werden, im Unterricht wird gehäkelt, sich gegenseitig bemalt….. und das scheinbar seit Jahren, weil die Lehrkraft es einfach laufen lässt und nen F*ck gibt.
So rant over, aber da muss man sich echt nicht wundern.
Alles folgen Politik die der linke sub hier toll findet und immer wählt
Massenhafte Einwanderung von armen und ungebildeten die Zuhause kein deutsch lernen
Abschaffung jeglicher harten Bewertungsmaßstäbe, jeder kriegt ne gute Note
Inklusion
Alle lernen immer länger zusammen (senkt das Niveau für alle ab)
Lehrermangel oder Geld ist das einzige was hier diskutiert wird anstatt mal woanders anzusetzen. Die Anzahl der Lehrer hat sich übrigens erhöht in den letzten 10 Jahren während die Anzahl der Schüler gesunken ist. Sehe auch keinen Zusammenhang zwischen per capita Bildungsausgaben und Ergebnissen.
Naja, zum Glück sind ja die Eltern und Schüler nicht auch dran schuld.
Ich glaube halt auch langsam nicht mehr, dass es nur ein Problem der Ausbildungsorgane ist sondern eher ein gesamtgesellschaftliches. Ich bin selber Ingenieur und dieses Land ist meiner Berufsgattung gegenüber nicht wohlgesonnen. Wenn man nicht gerade mit Hochintelligenz gesegnet ist, quält man sich schon ein paar Jahre durch so ein Maschinenbau oder Elektrotechnik Studium. Früher gab es dafür dann gesellschaftliche Anerkennung in Form von echten Berufstiteln, wie Namenszusätzen, so blöd wie das war, es war wertschätzend. Heute ist man ein Geek oder Nerd und wird generell verspottet und als letzter gefragt, ob ein E-Auto funktioniert, vorher wissen alle Betriebswirte und Juristen den technischen Sachverhalt besser einzuschätzen.
Ich meine in den USA machen sie es besser und auch wenn da nicht alles Gold ist was glänzt, sie stehen in der PISA Studie vor uns. Dort wird das Wissenschafts- und Technikinteresse stark gefördert. Da werden Wissenschaftsolympiaden veranstaltet, wo jeder eine Kartoffelbatterie baut, während man bei uns als gebildet gilt, wenn man möglichst viel Belletristik aus der Buchhandlung verschlingt (und das bloß nicht auf dem Ipad).
Ich frage mich beim Thema Pisa mit Blick an die Spitze immer, wollen wir da wirklich hin?
Hier in Japan, die ja bei Pisa immer relativ weit oben sind, ist das gesamte System auf Binge-Learning ausgelegt anstatt fundamentales Verstädnis zu vermitteln. Ein guter Schüler ist, wer die meisten Fakten auswendig lernen und über Nacht im Kopf behalten kann.
Die Züge sind vollgepflastert mit Plakaten für Nachhilfeschulen die es an jeder Ecke gibt. Selbst an den kleinsten Bahnhöfen in Tokyo stehen mindestens 2-3 für alle Altersgruppen. Und die sind auch sehr gut besucht aber nicht von den Kindern die man vermuten würde. In Nachhilfeschulen gehen nicht die Schüler die Probleme oder schlechte Noten haben, sondern die Klassenbesten. Und warum tun sie das? Weil sie später auf eine noch bessere Uni wollen als was ihre jetzige Schule ermöglichen würde.
Daher muss nach der Schule noch eine Schule besucht werden damit man ja auf die Wunschuni kommt. Gegen 20h nach Hause zu kommen, um dann nach dem Abendessen noch bis 1 oder 2 zu Lernen ist der Alltag vieler Schüler. Wer vor der Testwoche mehr als 4 Stunden schläft ist faul. Meine Freundin hat auf der Oberschule vor Tests immer die Nacht durchgemacht weil sie angst hatte, im Schlaf die Hälfte wieder zu vergessen.
Und das funktioniert weil die Tests halt genau auf diesen Lernstil ausgelegt sind. Beim Englischtest muss man etwa keinen Aufsatz schreiben, nein, da werden Vokabel im Multiple-choice Verfahren abgefragt oder man muss Englische Sätze ins Japanische übersetzen.
Die Uni in Japan ist dann übrigens ein feuchter Witz, der Aufnahmetest ist das schwerste am gesamten Studium. Was man studiert ist größtenteils irrelevant für den späteren Berufsweg, so lange die Uni einen guten Namen hat. Gibt natürlich Ausnahmen wie Medizin oder Jura aber jemand der englische Literatur studiert hat könnte problemlos als Finanzanalyst bei einer Bank anfangen. Zumindest bei den großen, traditionellen Firmen entscheidet man sich auch nicht selber für einen Job. Man bewirbt sich bei einer Firma und die entscheidet dann 6 Monate nach der Aufnahme für welchen Job man sich am besten eignet.
In China und Korea ist die ganze Sache übrigens noch 10x schlimmer.