
Vize-Chefredakteurin des Spiegel: „Der Kampf um die Glaubwürdigkeit der Medien ist noch in vollem Gange“
by 156000340711

Vize-Chefredakteurin des Spiegel: „Der Kampf um die Glaubwürdigkeit der Medien ist noch in vollem Gange“
by 156000340711
8 comments
Kann man eigentlich nur durch mehr Investitionen in Bildung gewinnen. Ich sehe da eher schwarz.
Gerade der Spiegel spielt ja in Punkto Glaubwürdigkeit in der ersten Liga. Hier könnte der „Kampf“ schon verloren sein.
Ja, und ihr tut euer Bestes um den Kampf zu verlieren.
Ihr veröffentlicht absoluten Schrott auf niedrigstem Niveau und versteckt das dann auch noch hinter einer Paywall. Warum sollte ich mir überhaupt noch die Mühe geben eure Erzeugnisse zu lesen und dafür zu bezahlen ?
Selbst schuld, zumindest teilweise.
Ich hab mich letztens erstmals auf Twitter angemeldet und war schockiert, wie die Medien sich da präsentieren.
Aus eigentlich ausgewogenen Artikeln wird irgendein Teil zitiert der – vor allem ohne Kontext – hauptsächlich schockieren und Interaktionen fördern soll. Wohlwissend was da für ein Mob unterwegs ist und dass die wenigsten die Artikel lesen werden, v.a. Wenn es noch eine Paywall gibt.
Wer bereit ist auf Kosten von Migranten, Flüchtlingen, Alleinerziehenden, Bürgergeldempfängern und jedem einzelnen Trendthema billige Klicks und Engagement Zahlen zu generieren, sollte sich nicht wundern, dass seine Glaubwürdigkeit leidet.
So lange Medien Kapitalinteressen verfolgen, wird die Qualität und Glaubwürdigkeit abnehmen. Mit gutem Journalismus macht man keine Profite.
Die Medien sind doch selbst schuld. Framing und reißerische Artikeln anstatt neutral zu informieren. Doppelmoral und Heuchelei inklusive.
Na in dem Bereich hat der Spiegel ja nicht immer nur glänzen können. Bin daher froh, dass wir uns im Notfall auf die Öffis (ARD/ZDF) verlassen können und da auch nichts hinter einer Paywall versteckt wird. Und auf Engagement müssen die auch nicht zielen, was von Vorteil für die Glaubwürdigkeit ist.
Die Aufmerksamkeitsökonomie ist ein Haifisch-Becken. Den Medienhäusern die alleinige Schuld zu geben ist schlichtweg unfair. Um diesen Teufelskreis stark zu vereinfachen – die Medienhäuser sind durch die extreme Konkurrenz auf dem Markt dazu gezwungen mehr >Content< zu generieren und diesen auch dem Konsumenten mit allen Mitteln zu verkaufen um sich über Wasser zu halten.
Ich empfehle an der Stelle jedem das Buch (deutscher Titel) „Wir amüsieren uns zu Tode – Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie“.
Zugegebenermaßen haben sich viele Thesen dieses Buchs nicht bewahrheitet (das Buch ist von 85) aber was der Autor schafft, ist eine Kernthese präzise ins Auge zu fassen, die uns heute in der Selbstverständlichkeit mit der ein jeder Informationstechnologie täglich nutzt, unter geht.
So beschreibt Neil Postman in seinem Buch was eine Information ist und dass in der Zeit vor der Professionalisierung der Medien, der Nutzen einer Information für das Individuum Maßgeblich für die Verbreitung und das Überleben dieser Information war.
Gleichzeitig waren Informationen rar, es war leicht zwischen wertvollen und wertlosen Informationen zu unterscheiden.
Beispiel: „Feuer ist heiß, mit Feuer kann man Lebensmittel zubereiten.“
Heute finden wir uns in einer Zeit wieder in der die Informationsübermittlung hochtechnisiert und hochprofessionalisiert ist.
Wir leben in einem absoluten Überangebot der Informationen und es fällt dem Empfänger zunehmend schwerer in dieser Flut an Informationen, die für ihn relevanten Informationen herauszufiltern, ganz abgesehen davon dass er/sie herausfinden muss, welche Nachrichten wahr und/oder seriös sind.
Also sind Medienschaffende(sowohl Medienhäuser als auch Content Creator) gezwungen aus der Kakophonie von Informationen herauszustechen – schriller, lauter und reißerischer zu werden.
Gleichzeitig müssen diese Medien aber auch (und das war seit der Entstehung der Zeitung schon so) viel Content generieren um gegen die Flut von Informationen ein Konkurrenzfähiges Angebot aufrecht erhalten zu können – Dynamitfischen sozusagen.
Und so werden Informationen und Wissen zu eben diesem erhoben, obwohl sie es nicht sind.
Es entstand der Begriff der „Nachricht“ oder „Neuigkeit“, die keinen Wert für das Individuum erhält, abgesehen davon, dass sie „neu“ ist.
Um abzuschließen – wir befinden uns in einem Teufelskreis in dem vermeintlich seriöse Medien für ihr überleben gezwungen sind, Nachrichten ohne Wert zu verbreiten und gleichzeitig immer reißerischer werden zu müssen. Diese Absender sind gezwungen mit Plattformen wie TikTok zu konkurrieren, auf welcher Videos beim Rezipienten den gleichen inhaltlichen Wert einnehmen wie z.B. gezielte Hamas Propaganda.
Ich halte es daher für wahnsinnig wichtig zu betonen, dass nicht nur die Medien Verantwortung tragen wie sie ihre Inhalte gestalten und vermarkten, sondern auch wie wir diese konsumieren.
Als dritte Ebene würde ich hier stark den Staat in die Pflicht nehmen, die Bürger und die Demokratie stärker vor Desinformation zu schützen.
Aber gern würde ich erfahren, falls jemand so weit gelesen hat:
– Wie kommen wir aus dem Dilemma heraus?
– Wie schaffen wir es demokratischen Instrumenten wie den Medien wieder mehr Glaubwürdigkeit zu verschaffen?
– Wie schaffen wir es Raum für echte Informationen zu schaffen und den Raum für Zerstreuung und Desinformation zu begrenzen?