Wieso sind unsere Schulen eigentlich so schlecht, obwohl wir mehr für Bildung ausgeben als je zuvor?

by Uber2013

34 comments
  1. Kann ich die Kurve mal inflationsbereinigt und proportional zur Anzahl Schülern sehen? Als Geld/Schüler in 2023er €?

  2. Die reinen Ausgaben sagen relativ wenig aus:

    – Wie haben sich die Schülerzahlen im gleichen Zeitraum verändert bzw. wie haben sich die Ausgaben pro Kopf entwickelt?

    – Sind die Ausgaben inflationsbereinigt bzw. wie sähen sie inflationsbereinigt aus?

    – Hat sich in Zeiten niedrigerer Ausgaben ein Investitionsstau aufgebaut, der erst einmal durch höhere Ausgaben ausgeglichen werden muss, bevor eine tatsächliche Verbesserung zu erwarten ist?

    – Beim Vergleich mit anderen Ländern/Bildungssystemen: wie haben sich Ausgaben in diesen im Vergleich zu unserem entwickelt?

    – Umfasst die dargestellte Summe nur (allgemeinbildende) Schulen oder das gesamte Bildungssystem inkl. Berufsschulen/FH/Uni/…?

    – …

    Edit:

    Ein Versuch der inflationsbereinigten Abbildung von Pro-Schüler-Ausgaben (VPI-Basisjahr 2015, daher der eine grüne Balken): https://i.imgur.com/rU0hyT4.png

    – Gesamtausgaben: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2526/umfrage/entwicklung-der-oeffentlichen-bildungsausgaben/

    – Schülerzahlen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1009802/umfrage/anzahl-schueler-in-deutschland/

    – Inflationsraten: https://www.zinsen-berechnen.de/inflation/tabelle-inflationsrate.php

  3. Das sollte man vielleicht:
    A) inflationsbereinigt ansehen und B) anschauen wie viel % von den Gesamtausgaben/Haushalt in Bildung geflossen sind.

  4. Keine Ahnung. Ich hab in der Schule nicht gelernt, Graphen und Statistiken auszuwerten.

  5. Also inflationsbereinigt entsprechen 75,9 Mrd € in 1995 ja alleine schon knapp über 120 Mrd €, die Inflation alleine erklärt also schon mehr als die Hälfte des Anstieges.

  6. wie andere bereits sagten, müsste man das inflations bereinigt und auf die anzahl der schüler sehen.

    dazu kommt dann, dass die anforderungen doch wohl auch gewachsen sind. wo früher ein overhead projektor gereicht hat, braucht es jetzt ganz andere technische vorraussetzungen und systeme im zeitalter der digitalen information, sowas kostet natürlich auch mehr.

  7. In der Schule muss mehr und mehr Zeit aufgewendet werden, um den Kindern Deutsch beizubringen. Darunter leiden dann andere Themen.

  8. könnte es damit zusammenhängen, dass einfach viel mehr Kinder aufs Gymnasium gehen ?

    Bei uns damals war es vielleicht 1/5, das Abitur gemacht hat, jetzt ist es gefühlt 1/3 oder 1/2

  9. weil das Geld an den falschen Stellen ankommt

    ​

    und weil Geld nicht hilft wenn die Schulen, Lehrer und Schüler nicht gewillt sind damit etwas anzustellen

  10. Weil das Geld in der Verwaltung stecken bleibt. Es werden immer neue Stellen geschaffen, die eine Menge Geld kosten und für das wesentliche, die Schüler, Lehrer, Klassenzimmer usw. bleibt nichts mehr übrig. Wir verwalten uns zu Tode in diesem System.

  11. Wofür wird das Geld ausgegeben?

    Das ist ja immer wieder das, was mich so wundert. Gerade Lehrer sagen immer wieder, dass sie gar nicht mehr Lohn brauchen, sondern effizientere Konzepte und grundlegende Reformen im Schulsystem. Wenn man aber einfach nur Geld reinschmeißt, aber das System genauso lässt wie es war, passiert auch nix.

  12. Weil sich mit Geld alleine nicht alle Probleme lösen lassen

  13. Falls die Frage auf PISA bezogen ist, kommt ein anderer Faktor dazu:

    PISA testet sehr spezifische Dinge, um Vergleichbarkeit zu haben. Es testet nichts zu Geschichte oder Sozialkunde. Nichts zu Fremdsprachen, kritischen Denken, … und auch in anderen Fächern, wo es testet, sehr bestimmte Untergebiete und Aufgabenaten. Gerne zitiert wird da z.B. “Lesefähigkeit” da wird nicht Textverständnis geprüft, wo man einen Text liest und dann Fragen zum Inhalt bekommt, sondern “Fahrplanlesen”: Man bekommt ein Diagramm (Füllstand Titicacasee über Zeit oder Fahrplan eines Zuges) und muss Werte für einen bestimmten Zeitpunkt ablesen. Warum? – Weil das ein Aufgabentyp ist, wo man international die selber Aufgabe stellen und vergleichen kann. Bei “echter” Textanalyse geht das nicht.

    Es ist möglich, dass das deutsche System in anderen Bereichen weit besser ist, als PISA es testet.

    Dazu kommt, dass Deutschland eine allgemeine Schulpflicht hat und durchsetzt und PISA statistisch repräsentativ durchführt. Andere Länder gehen da mitunter anders vor. (Finnland als oft zitierten Spitzenreiter ist aber ähnlich zu Deutschland in der Beziehung, weswegen dieser Aspekt weniger als der erste zählt)

    Das alles gesagt: Unser Bildungssystem hat Probleme. Das weiß jeder, der sich eine Schule Mal zehn Minuten anschaut … ich wollte hier aber nur PISA etwas einsortieren.

  14. Weil der 100€ Overheadprojektor gegen einen 5000€ Beamer nicht den Mangel an Bildung ausgleicht…

  15. Naja das hängt halt auch davon ab wohin das Geld fließt. Bildung ist ein breiter Begriff, der nicht unbedingt mit Schule gleichgesetzt werden kann. Dazu gehören dann gerne auch mal Ausgaben für Hochschulen, Kindertagesbetreuung, Bildungsförderung, Jugendarbeit, Weiterbildungen, etc.

    Dann ist es leider immer noch so das die Schulen selber von ihrem Träger ausgestattet werden. Was häufig Städte/Kommunen sind. Dadurch haben wir “reiche” Kommunen die ihre Schulen entsprechend ausstatten können, und “arme” Kommunen die das eben nicht können. Diese Zusammenhänge gehen übrigens auch sehr gerne unter, wenn man immer über den “Durchschnitt” redet.

  16. Denke das liegt hauptsächlich an der Zusammensetzung der Schülerschaft (deutlich mehr Migrationshintergrund/Deutsch als Fremdsprache etc.) und einem allgemeinen Kulturwandel, was Bildung und Schule insgesamt angeht.

  17. Wahrscheinlich geht auch ein großer Teil in die Bausubstanz.

    Was nicht vergessen werden darf, teil wurde schon digitalisiert und damit steigen die Kosten enorm. Beispiel meiner alten Schule. die haben 2013 neue Beamer bekommen für alle Klassen und jetzt stehen wieder neue Beamer an, weil die alten veraltet sind und ansteuerung schwierig wird. Hat auf apple tv gesetzt. Die Overheadprojektoren, sind garantiert nicht alle 10 Jahre komplett ausgetauscht worden und das sind bei den Beamern auch bauliche Maßnahmen, da alles Deckenbeamer.

    So kostest die Digalisierung einfach viel viel mehr Unterhalt. Auch Tablets, alle Schulen kaufen Ipads so ein Klassensatz kostet auch fast 10k, wenn man bei 300€ das Stück ausgeht und dann müssen die auch Regelmäßig ersetzt werden.

    Diese Ausstatung ist heute einfach teuere im Unterhalt als früher. Tafel und OHP sind halt im Unterhalt sehr sehr günstig.

  18. Vater von schulpflichtigen Kindern hier. Hab da eine recht einfache erklärung:

    Aktuell (also die letzten 4 jahre) fällt unwahrscheinlich viel Unterricht aus. Das aktuelle Schuljahr toppt das alles nochmal. Von 8 Stunden finden vielleicht 3, max. 5 statt. Vieles davon aber noch als “Selbstlernzeit”. Ganze Schultag werden gekippt, weil Lehrer krank/nicht da/ eigene Kinder krank.
    Die Lehrer fallen um wie die Fliegen, häufig wegen mentaler Probleme. Dazu tragen aber auch viele die Schüler und besonders deren Eltern bei.
    Meines Erachtens müssen die Lehrpläne vereinfacht werden, mehr Zeit für Hauptfächer und eben eine dauerhafte Betreuung sichergestellt sein. Distanzieren klappt nur, wenn die Schüler es auch verstehen und vor allem teilnehmen.
    Störenfriede und unruhestifter müssen schneller aus den Klassen entfernt werden und es muss Sanktionen geben, da sie allen schaden. Bei Wiederholung müsste man ursachen ermitteln und nochfalls halt von der Schule verweisen. Das gilt auch für Helikoptereltern ( generelles durchfachverbot für anwohnerfremde PKWs im Umkreis von 300m um die Schule in den üblichen Zeiten)
    Zu meiner Schulzeit (1986-96) haben Lehrer häufig 2 Klassen betreut, falls mal ein Kollege krank war. Das halt ich aktuell für unmöglich.

    Fazit: Lehrer sind aktuell überlastet und teilweise ungerecht, Schüler sind undiszipilniert und Eltern sind nervig.
    Da hilft dann auch kein Geld, da muss sich die Gesellschaft ändern

  19. Setze die Bildungsausgaben ins Verhältnis zum BIP. Dann ist es die letzten 20 Jahre praktisch gleich geblieben bei ca. 6%

  20. Weil wir mit der Kohle ohne Ende iPads anschaffen, die dann irgendwo im Schulkeller versauern, bis die digital beauftrage Person die Dinger mit ihrem 1 Tag pro Woche Freistellung ausgepackt und eingerichtet bekommen hat.

  21. Weil alle Lehrer, die für den Job ungeeignet oder ausgebrannt sind, irgendwohin in die Verwaltung befördert und aufbewahrt werden müssen, weil beamtet ohne sinnvolle Anschlussverwendung. Dort müssen sie als Arbeitsnachweis ständig neue Regularien, Maßnahmen, Initiativen und Audits erfinden. Die kosten einerseits Geld, andererseits führen sie zu Zusatzbelastung bei den Lehrern, die es durchführen sollen, woraufhin diese ausbrennen, and so on.

  22. Das kann ich dir leider nicht beantworten. Ich weiß lediglich, dass es mit Sicherheit nichts mit der hohen Migration zu tun hat!

  23. Die Probleme kommen mehr aus der Bürokratie und den unglaublich schlechten, ineffizienten Strukturen. Geld braucht man zwar auch für Veränderungen, das wird momentan aber einfach falsch ausgegeben und erzielt damit nicht die richtige Wirkung.

    Dazu kommt noch, dass der Schulbereich politisch eher ideologisch statt praktisch angegangen wird, d.h. hier dürfen sich verbohrte Ideologen mit teils sehr seltsamen Anschauungen selbst verwirklichen. Und das alles auf Kosten der Kinder und Jugendlichen.

  24. “Geld schießt Tore” gilt halt auch nur im Fußball. Die Probleme des deutschen Bildungssystems sind m.E. eher Folgen der sozialen und ökonomischen Zustände in den meisten Familien Deutschlands:

    * immer mehr Eltern müssen beide schon von frühestmöglichem Alter der Kinder aus arbeiten, um über die Runden zu kommen – vor den 90ern war der Alleinverdiener die Norm. Gleichzeitig ist die Versorgungsqualität z.B. von Kitas und Kindergärten auf dem absteigenden Ast – die Personalschlüssel sind nur noch übel. Das wirkt sich auf vieles aus, vor allem in Sozialisierung und grundlegenden Lebensfähigkeiten der Kinder in der Vorschulphase, aber auch für sowas wie Hilfe bei den Hausaufgaben.
    * Gleichzeitig gibt Deutschland eher wenig Möglichkeiten für Eltern, ökonomische Differenzen auszugleichen. Während der obere Mittelstand und darüber ohne mit der Wimper zu zucken Geld für Nachhilfe, Musikunterricht und vieles mehr droppen kann, stehen ärmere Eltern (bei denen es auch meist selbst mit der Bildung hapert) arm da.
    * die Wohnverhältnisse sind gerade in Städten legendär schlecht, viele Familien wohnen auf viel zu kleinem Raum, der sich nicht wirklich positiv auf die Möglichkeiten der Kinder zum Lernen auswirkt. Spätestens mit Grundschuleintritt brauchen Kinder eigentlich ihr eigenes Zimmer, aber das kann sich in den Städten halt kaum jemand leisten.

    Dazu kommen noch andere Faktoren, die spezifisch für das deutsche Bildungssystem stehen: die Schule beginnt viel zu früh wenn man auf kindgerechte Schlafphasen achtet, und im ländlichen Raum sind die Fahrzeiten durch immer mehr Schulschließungen teils absurd lang (über 1h einfach sind keine Seltenheit), und deutsche Schulen segregieren und selektieren viel zu früh.

  25. Die Gründe sind sicher vielschichtig. Einer der oft ausgelassen wird ist die wachsende Diversität der Klassen. Es wird immer schwieriger die Schüler auf einem Stand abzuholen.

  26. Weil Mama und Papa in den meinungsstarken Schichten darauf bestehen, dass Schule genau so zu sein hat wie in ihrer Kindheit, und jede Form modernen Unterrichts daran scheitert.

    Weil die Politik jahrelang auf die “demographische Rendite” spekuliert und angesichts des erwarteten Rückgangs der Bevölkerungszahlen viel zu wenig Lehrkräfte ausgebildet hat.

    Weil das Referendariat nach wie vor auf “Zauberstunden” ausgelegt ist und Lehrkräfte rausfiltert, die einfach nur guten Unterricht machen, während diejenigen gute Noten bekommen, die völlig unrealistische Vorzeigestunden für Unterrichtsbesuche produzieren und dann in der Realität in den schnellen Burnout frustriert werden.

    Weil der Politik Kinder scheißegal sind.

    Weil die Deutschen bei der Inklusion mal wieder “päpstlicher als der Papst” sein mussten und die Förderschulen aufgelöst haben, ohne die Voraussetzungen für guten inklusiven Unterricht zu schaffen.

    Weil wir keinen verpflichtenden Kindergarten haben, so dass man immer mehr Kindern erstmal Deutsch beibringen muss.

    Und so weiter und so weiter.

  27. Also aufs Gymnasium kam man früher nur mit Empfehlung der Grundschullehrer.

    Die Klassen waren etwas kleiner.

    Es gab keine ständige Handy-Bespaßung in der Freizeit.

    Fast alle Klassenkameraden konnten Deutsch als Muttersprache.

    Manche hat der Lernstoff sogar wirklich interessiert.

    Lehrermangel war kein Thema.

    Bildung galt als erstrebenswert.

  28. Als jemand, der die IT an Schulen betreut:

    – vielerorts werden Geräte für Schulen gekauft, aber kein Geld für die Infrastruktur ausgegeben. Man kauft 200 neue iPads, aber Accesspoints für die Schule? Da muss man betteln. Genug Steckdosen im Klassenraum? Fehlanzeige.

    – fehlende Kompetenz: es werden immer mehr digitale Strukturen ausgebaut, aber Schulungen gibt es wenige. Wir haben hier 70 neue digitale Tageln bekommen, aber die Lehrer sind hoffnungslos überfordert. Und jetzt kann man sich überlegen, wie das aussieht, wenn an einer Realschule keine bezahlte Vollzeitstelle mit Informatiker vorhanden ist, sondern der Lehrer das machen muss, der als letzter “ich nicht” gerufen hat.

    – kaufen ohne Verstand: die Stadt kauft unserer Schule gerne neue Software, die dann 1500€ kostet, aber auf den Schulrechnern nicht läuft, weil die technischen Anforderungen nicht erfüllt werden. Die Stadt hält sich nämlich gerne an die Ausschreibungspflicht und wenn es dann mal neue PCs gibt, werden die günstigsten genommen. Das hat zwei Folgen:

    – Das Gerät ist nicht leistungsstark genug für moderne Ansprüche
    – Das Gerät geht oft kaputt und muss früher durch neue Geräte ersetzt werden, was im Endeffekt bedeutet, dass wieder mehr Geld für Schulen ausgegeben wird.

  29. Weil unsere Schulen sehr viel wert auf Sprache und Schrift legen, die Deutschen aber kaum noch Kinder bekommen.

    Also entweder ändern wir unser Schulsystem (weniger Aufsätze schreiben, mehr Multiple Choice Test) oder unsere Migrationspolitik (weniger Migration aus nicht-deutschsprachigen Ländern).

  30. weil wallah habibi muss ott ticken, benz fahren und glücksspiel life ist

  31. Die ganze Entwicklung des Schulsystems ist wahrscheinlich einfach eine Funktion des demographischen Wandels. Dagegen helfen auch keine Investitionen in iPads oder höhere Lehrergehälter.

  32. Weil mehr ausgeben nicht zwangsläufig die Qualität erhöht?

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