
Habe gerade [https://www.derstandard.at/story/2000132356309/coronawird-kickl-der-fpoe-zu-radikal](https://www.derstandard.at/story/2000132356309/coronawird-kickl-der-fpoe-zu-radikal) gelesen:
“Die Konsequenzen seien für die Partei mittlerweile auch schon spürbar geworden, heißt es. Es sei vermehrt zu Parteiaustritten gekommen. Manche kämen mit der derzeitigen Parteilinie nicht mehr mit. Zwar habe es auch Zulauf gegeben. Aber jene Menschen seien vor allem aus Zorn zur FPÖ gekommen.”
Warum geht man eigentlich zu einer Partei? Vor allem verstehe ich das “aus Zorn” nicht. Vorher war ich ÖVPler und die ärgern mich jetzt, deswegen gehe ich jetzt zur FPÖ???
Im Fussballverein ist man, weil man Fußball spielt. Aber was macht man bei einer Partei ?
Klar, es gibt die politisch involvierten wie Gemeinderäte usw. Vermutl. haben auch noch die Gemeindeangestellten, der Chef vom Musikverein, Feuerwehr u.a. Vorteile. Aber damit kommt man wahrscheinlich nicht auf die Gesamtmenge der Parteimitlgieder.
Offensichtlich habe ich keinen Durchblick beim Thema Vereinsmeierei, daher schon Danke vorab für eure Inputs.
18 comments
damit du irgendwann einen schönen versorgungsjob bei einem roten/schwarzen konzern oder in der verwaltung bekommst wo du gut verdienst aber wenig hackeln musst….
Die 2 offensichtlichsten Gründe die mir auf die schnelle einfallen sind.
a) Weil man sich einen Nutzen daraus erhofft.
b) Weil man vom Programm und der Ideologien der gewählten Partei überzeugt ist und sich politisch engagieren möchte.
Die Idee sich Politisch zu engagieren funktioniert in Österreich nur über eine Partei.
Entweder du gründest eine oder trittst einer bei die deinen Vorstellungen entspricht.
Korruption und Freunderlwirtschaft waren eigentlich nie vorgesehen aber leider heute gänge Praxis in fast allen Parteistrukturen.
Das ist schade ändert aber nichts am grundsätzlich guten Konzept.
Jetzt wäre es Zeit für ein Transparenzgesetz, aufhebung des Amtsgeheimnisses und drakonische Strafen auf jegliche Art der Korruption.
Meine Eltern mussten damals der SPÖ beitreten, damit der Bürgermeister ihnen das OK für eine Wohnung im Ort gibt.
Ich habs mal probiert bei den Grünen. War damals politischer Frust und schauen wie ich helfen kann (im Kleinen, hab nicht damit gerechnet weiter als regional zu kommen). War eher frustrierend und deswegen hab ichs wieder gelassen.
Musste schmunzeln als ich nachm Verlassen dann auf einmal keine jährliche Gebühr mehr zahlen musste, weils besser is sie haben einen Namen mehr auf der Liste.
Weil wenn man was ändern will geht das noch am ehesten via Parteimitgliedschaft (oder Mitgliedschaft in größeren NGOs)
Klassisch gesehen, weil die Parteien (vor allem ÖVP und SPÖ) und ihre Teil- und Vorfeldorganisationen einfach Einfluß auf viele Aspekte des täglichen Lebens gehabt haben (teilweise noch immer).
Pensionisten (Senioren)verbände, Sportvereine, Automobilclubs, Alpen(Wander)verein, Kindervereine, Sozialvereine, Ortsbauern, Gewerkschaft, Studentenverbindungen, Zeitungen, Versicherung, etc….Die Partei hat einfach alles organisiert und man hat davon profitiert (Ausflüge, Ermäßigungen, Service, Unterstützung im täglichen Leben, etc..) dabei zu sein.
Und da knüpft man halt Kontakte mit den politisch aktiven Mitglieder (Vereinsvorstände), die auch woanders Einfluß haben… und früher oder später wird man halt auch “eingeladen” bei der Partei mitzumachen…..und natürlich hat man dann auch gewisse Vorteile (vor allem leichten Zugang), wenn man viele Lokalpolitiker in der Gemeinde/Bezirk vom Verein her kennt……wenn sich das dann auch noch auf den Job auswirkt (zB.: wenn das Kind eine Lehrstelle sucht, fragt man halt die Bekannten mit guten Verbindungen).
Bei uns hat man als SPÖ Mitglied eigene Räume im örtlichen Jugendzentrum bekommen, also sind alle Teenager damals automatisch zu den Roten gegangen.
Eine groooße famiiiilie, hier ist keiner aleeeiiiiin…., joa Zugehörigkeitsgefühl und um finanziell und politisch zu unterstützen
>Im Fussballverein ist man, weil man Fußball spielt. Aber was macht man bei einer Partei ?
Kontakte knüpfen und so Freunderlwirtschaft ermöglichen.
Man schließt sich zu einer Partei mit Menschen zusammen, die die gleichen Werte und Ideen teilen. Und um diese Werte und Ideen voranzutreiben, bildet man Parteistrukturen um “gleichgesinnte” Menschen und Organisationen zu unterstützen/fördern.
Parteimitglied wirst aus einem oder allen von 3 Gründen:
1) weil du hinter den Werten der Partei stehst. Eine Partei ist eine Wertegemeinschaft, die einen Typus von Mensch hinter sich vereint. Das sind die Idealisten, ihnen geht es um die Sache.
2) weil du was gelten willst. Eine Partei ist immer auch Vereinsmeierei und das heißt auch, man kann da was sein, Vorsitzender oder Kommissar oder was auch immer. Für die eher schlichteren Geister ist das eine große Motivation, einige Parteien benutzen das auch ganz bewusst. Das sind die oft nicht sehr kompetenten Apparatschiks und Adabeis.
3) aus wirtschaftlichen Interessen. Geschäftemacher verbünden sich mit Geschäftemachern, schanzen sich Dinge zu, eine Hand wäscht die andere. Das vorherrschende Modell in Österreich. Wie das dann in Aktion aussieht, haben wir gerade mit der Volkspartei gesehen und hat uns HC angekündigt. Der Staat als Selbstbedienungsladen. Das sind die Populisten und Blender und weitestgehend das, was im in Österreich als klassischen Politiker kennt.
Selbstverständlich gehöre ich zur ersten Kategorie, wie wohl alle der hier genannten behaupten würden.
Um wenige Monate später angewidert austreten zu können.
💶💶💶
Saufen
in wien oder anderen roten hochburgen war lange zeit das rote parteibuch a guter türöffner wemma was braucht hat, zb a gemeindewohnung oder job im magistrat für die frau
aufm land isses halt es schwarze parteibuch oder der bauernbund wennst was vom bgm braucht hast, zb a umwidmung von grund oder a lehrstelle bei der gemeinde fürn buben
beides ist mittlerweile denk ich größtenteils “gewesen”, es riskieren heutzutage sicher immer weniger für offensichtliche begünstigung oder korruption ihren kopf, ma siehts ja aktuell wie es die övp dahinstrudelt … damals hats jeder gwusst und fest mitgemacht wenns möglich war, ma is ja glernter österreicher. als jemand der bei der volksabstimmung zum eu-beitritt im jahr 94 selbst mitgestimmt hat kenn i des österreich der 80er und 90er jahre noch recht gut, da war des noch alles genauso möglich.
zur ausgangsfrage: entweder man erhofft sich an vorteil, oder ma engagiert sich in der gemeinde, an andern grund (ratio) gibts eigentlich nicht.
Stell dir vor du willst dich politisch engagieren. Mit Gleichgesinnten über politische Themen reden. Möglicherweise was am Ort verbessern. Da tritt man dann einer Partei bei.
Du bekommst die Möglichkeit bei Parteitagen und anderen Events anwesend zu sein und dort auch abzustimmen.
Besonders bei kleinen Gemeinden extrem interessant weil dort die Parteimitglieder somit die Partei “aufstellen”. Wenn da ein Trottel sitzt und das genug Mitglieder so sehen fällt der schon mal aus dem Parteivorstand.