Historische Lohnzuwächse: Wie die US-Arbeiter ihre Bosse vor sich hertreiben

by donmonron

6 comments
  1. “Bosse vor sich hertreiben” und der letzte Absatz so: “Doch selbst wenn das klappen sollte – von europäischen Verhältnissen wird in den USA wohl nie wieder die Rede sein.”

  2. Mich freut das irgendwie. Für sehr lange Zeit wurde so getan, als seinen Personalkosten ein nutzloser, viel zu teurer Posten, der es gar nicht wert war. Als könnte man auf Mitarbeiter verzichten, und der Laden liefe von alleine, nur auf Basis der schieren Leistungsfähigkeit der Eigentümer, die für ihre Bereitschaft Geld zu geben oder Entscheidungen zu treffen.

    Ich frag mich, ob das Konzept einfach nicht mehr aufgeht, und was, wenn es so bleibt.

    Und vor allem, wie sieht das in Deutschland aus, wo man ja die AG-Anteile zur Sozialversicherung verantwortlich macht dafur, dass Lohnerhöhungen gar nicht gehen, bei Personalmangel und gleichzeitiger Weigerung Prozesse anzupassen.

    Interessante Zeiten.

  3. Nein, kann nicht sein, die Leute in r/Kommunismus haben gesagt, der Markt kann nicht regeln und Arbeiter werden nur ausgenutzt um den Boss reicher zu machen.

  4. Wochenlange Streiks sämtlicher Mitarbeiter in den Betrieben bräuchten wir auch mal in Deutschland.

    Leider sind wir Deutschen dafür zu zahm.

  5. Nach Jahrzehnte langem Lohndumping kann man wohl kaum von “hertreiben” reden, sondern ein Stück Gerechtigkeit.

  6. > Die Gewerkschaften in den USA setzen Lohnsteigerungen von mindestens 25 Prozent durch

    Was da nicht erwähnt wird: Auch die Leute, die frei verhandeln, setzen mehr durch, als in Deutschland

    Die Wunder eines tatsächlich freien Marktes, wenn der Staat nicht wie in Deutschland mit Deregulation von Leiharbeit aushilft oder wie in Österreich in andere Länder geht, um für die Pflege nach Fachkräften zu suchen.

    Wenn man es zulässt, dass eine Firma auch wirklich keine Leute bekommt, wenn sie zu wenig zahlt, dann wird die Firma auch mehr zahlen. Und wenn die AN es dann den AG gleichtun und sich in Verhandlungsgemeinschaften wie Gewerkschaften quasi in einem Kartell zusammenschließen, bekommen sie noch mehr von der Wohlfahrt ab.

    Das hängt IMHO Beides zusammen. Eine Gewerkschaft in einer US-Fabrik setzt sich auch deshalb durch, weil sowohl die externen Arbeiter fürs Streikbrechen als auch neue Arbeitskräfte für hire&fire schon mehr verlangen, als der Altvertrag.

    Also weniger staatliche Intervention, dafür mehr Genossenschaft. Mehr Wirtschaftsliberalismus, mehr Sozialpolitik und Kooperation. Das ist das Gleiche, was auch in Skandinavien so gut funktioniert, wo gerade Tesla von der ganzen Zivilgesellschaft auf die Nase bekommt.

    tldr: Mehr Grün-Gelb wagen lol

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