Trotz Lehrermangel: Regelstudienzeit für angehende Lehrkräfte wird verlängert

by PoroBraum

16 comments
  1. > Die Schülerschaft in Thüringen habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. An den Schulen würden viel mehr Kinder und Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Hintergründen lernen als in der Vergangenheit

    > Etwa 40 Prozent aller Lehramtsstudenten würden ihr Studium abbrechen. Indem die Regelstudienzeit für Lehrer verlängert werde, ändere man an diesem Umstand nichts.

  2. Clever! Statt was umzustellen, wird noch mehr rein geworfen. Ich frag mich ob eines Tages, wenn ich mal Kinder habe, es noch Lehrer geben wird.

  3. Dann braucht man noch mehr Quereinsteiger. Was wiederum Lehramtsstudenten nervt, weil die sich zurecht fragen, warum sie das so lange studieren, wenn ein Bachelor in irgendwas nicht auch reichen würde.

  4. Naja… das bedeutet ja erstmal nichts schlechtes.

    Die Frage ist ja: Hat es vorher überhaupt wer in Regelstudienzeit geschafft oder wird hier nur ein Rahmen an die Wirklichkeit angepasst, so dass man beispielsweise länger bafög bekommt.

    Und wenn im Lehrplan mehr Stoff aufgenommen werden die einem helfen mit den verschärften Umständen (Problem-Schüler, Sprachkenntnisse, Integration, unkooperative Eltern, etc.) klar zu kommen, wieso nicht?

  5. Ich möchte bei der Gelegenheit nochmal darauf aufmerksam machen, dass die (viel zu lange!) universitäre Ausbildung oft nur den Zweck hat, den universitären Betrieb am Leben zu halten.

    Ohne die ganzen Lehramtsstudenten würde es in vielen Unis massive Rückgänge der Studentenzahlen geben, welche der Uni öffentliche Gelder und Arbeitsplätze beschaffen. Somit wird das System weiter am Laufen gehalten, während die Lehramtsstudenten viel Arbeit und Geld (auch wenn’s keine Studiengebühren mehr gibt) in ein meist sinnloses Studium pumpen, von dem man später fast gar nichts mehr braucht und aus dem viele potentiell gute Lehrer wegen unnötiger Anforderungen ausscheiden.

    Es kann nicht sein, dass man nach mind. 5-6 Jahren ins Referendariat kommt und erst dann die richtige Ausbildung beginnt.

    Ein System wie bei Polizei und Zoll muss her:
    Duales dreijähriges Studium mit Praxis und Ausbildungsvergütung in Hand des Landes.

  6. Die Regelstudienzeit zu verlängern führt nur kurzzeitig zu einer Reduktion der fertig werdenen Studierenden. Außerdem geht es hier um ein Semester an einer einzigen Universität. Für mich stellt sich da die Frage, ob die Änderung der Regelstudienzeit dann nicht vielleicht sogar dazu führt, dass der Zeitpunkt des Studienabschlusses besser auf den Start des nächsten Schuljahres abgestimmt ist.

    Darüber hinaus: Wer hält sich denn an die Regelstudienzeit?

  7. Der Artikel ist ziemlich naiv und der Titel ist reine Clickbait.

    Eine Uni hat beschlossen die RSZ um ein Semester anzuheben, weil die Studierenden unter Zeitdruck stehen. Die RSZ hat ohnehin in den meisten Fällen nur symbolischen Wert. Wer nach 8 Semestern noch da ist, wird sich das 9. Semester auch noch geben, egal ob die RSZ bis dahin abgelaufen ist.

    Das Problem ist vielmehr, dass die Leute entweder nach 1, 2 oder 3 Semestern nicht mehr da sind, weil die Anforderungen, je nach Fach, sehr anspruchsvoll sind oder, die, die nach 8 Semestern mit allem und gut fertig wurden, stellen dann fest, dass ein Job in der Wirtschaft oder Industrie irgendwie mehr Kohle bringt.

    Beispiel: An der Uni meines Sohnes waren in Chemie nach dem ersten Semester von 81 Neuanfängern nur noch 12 da…

  8. In Jena war doch sowieso schon alles 1 Semester schneller. Für mein Diplom damals waren 9 Semester angesetzt.

  9. Man kann an zwei Unis in Thüringen Lehramt Regelschule studieren, die eine bietet das Studium in 9, die andere in 10 Semestern an. Allein das ist schon irrsinnig, gleicher Abschluss zwei Regelstudienzeiten innerhalb eines Landes.

  10. Eine Frage – Wollen wir eigentlich noch Deutschland retten und wirtschaftlich wieder safe werden oder wollen wir doch gleich Benzin überall hinschütten und anzünden?

  11. Ich habe eine Freundin, die an einer Uni in NRW Grunschullehramt begonnen hat zu studieren (ist schon was her). Für das Fach Mathe (wofür man durchaus sehr komplexe Themen lernen MUSSTE ALS FÜR GRUNDSCHULE NÖTIG) gab es eine Durchfallquote von 98% und trotz Beschwerde seitens der Studierenden passierte nichts und viele sind dran gescheitert. WEN wundert es dann noch, das es zu wenige Lehrer gibt?

  12. Mal ein paar Vorschläge meinerseits (disclaimer: kenne nur den Stand in NRW)

    -Das Studium fürs Grundschullehramt sollte auf fachlicher Ebene gekürzt werden. Es kann nicht sein, dass künftige Grundschullehrer in Analysis ausgesiebt werden wie die Mathematiker.
    -Das Referendariat sollte attraktiver gestaltet werden. Ich denke, das kann vor allem durch eine Senkung des Prüfungsdrucks erzielt werden, indem man Ausbildungs- und Prüfungssituationen klar voneinander trennt. Ich denke daher, nur die vereinzelten Unterrichtsbesuche der Fachleiter sollten zählen, nicht die Meinung der Ausbildungslehrer und der Schulleitung.
    -Von der Teilzeitarbeit der Lehrer sollte man die Finger lassen. Das effektivste Mittel gegen Burnout und für einen attraktiven Lehrerberuf ist es, wenn niemand dazu gezwungen wird, mehr zu leisten als er sich selbst zutraut.

  13. Dann kommt noch das der Lehrermangel auch eher ein Verteilungsproblem darstellt, einige meiner Freunde haben praktisch null chance hier in der Region eine Stelle zu bekommen, da es mehr als genug Lehrer gibt.
    Der Wille umzuziehen ist praktisch Vorraussetzung.

  14. Was für ein hirnloser Artikel. Das hat ausschließlich positive Effekte für die Studierenden: Der Gesamtumfang an zu erbringenden Leistungen bleibt nämlich gleich.

    Aber warum schon Artikel lesen, wenn man sich an der Überschrift schon aufregen kann? Dass die dazu noch absoluter Clickbait ist, weil das eine einzige Uni betrifft, sei mal dahingestellt.

  15. Abseits dieses Artikels ist der Quereinstieg rein historisch betrachtet ganz interessant. Unter dem Begriff Neulehrer hat man in der Nachkriegszeit in allen 4 Besatzungszonen im Schnelldurchlauf Lehrer ausgebildet – ging ein paar Monate, darunter auch pädagogische Inhalte.

    Diente damals eher dem ideologischen Austausch der Lehrkräfte, aber man sieht daran, dass Dinge – wenn sie denn so dringend sind – auch einfach umgesetzt werden können.

    Man kann heute die Laufbahn vielleicht nicht auf paar Monate reduzieren, aber das Gegenteilige Extrem scheint ja auch nicht zu funktionieren.

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