Meine Familie will Käsefondue zu Weihnachten machen und ich bin ziemlich neugierig, wie das funktioniert. Ich habe dafür heute folgendes Rezept geschickt bekommen :

https://www.gutekueche.at/original-schweizer-kaesefondue-rezept-966

Und mir erscheint in diesem Rezept eigentlich alles soweit sinnvoll, außer dem gottverdammten Kirschwasser. Ist das für Geschmack? Um die Speisestärke in die richtige Konsistenz zu bringen, damit man sie reinrühren kann?

Ich kann Kirschwasser überhaupt nicht leiden und würde es deshalb am liebsten ersetzen, aber dafür muss ich ja wissen, welche Eigenschaften für seine Rolle nötig sind. Kann mir jemand erklären, warum das da drin ist und /oder mir versichern, dass man es am Ende nicht mehr schmeckt?

by inklingitwill

19 comments
  1. Ich habe schon alle möglichen Argumentationen gehört. Die einen sagen, es verbessert den Geschmack; die anderen sagen, es verschlechtert ihn. Manche sagen, es verhindert aufgrund seiner fettlösenden Eigenschaften, dass das Fondue klumpt, aber bei mir ist es auch ohne Kirschwasser noch nie vorgekommen, dass das Fondue klumpt. Dann wiederum besteht der Mythos, dass das Kirschwasser hilft, damit der schwere Käse nicht so schwer im Magen liegt und bekömmlicher ist (definitiv falsch).

    Es gibt auch Pro-Kirschwasser-Fraktionen, die finden, dass so ein bisschen Kirschwasser im Fondue eh nichts ausrichtet. Da wird dann entweder zum Essen ein Gläschen Kirschwasser gereicht (Argument Bekömmlichkeit), oder das Brot wird erst in etwas Kirschwasser getunkt, bevor es ins Fondue kommt (Argument Geschmack).

    TL;DR das Fondue wird auch ohne Kirschwasser funktionieren. Wenn du magst, kannst du alternativ auch nen anderen Obstler deiner Wahl reinkippen.

  2. Pro Tipp: Kirschwasser in ein Schälchen geben und Brot darin eintauchen.

    Im Fondue verkrampft der Alkohol, ist aber durch den Käse eingeschlossen und wird erst im Mund frei. Dort wird der Alkohol Dampf dann direkt von den Schleimhäuten aufgenommen und muss nicht erst den langweiligen Umweg über den Magen nehmen … 😎😁🤪

  3. Es ist für den Geschmack. Wenn du das nicht ausstehen kannst dann lass es weg. Wir machen Weißwein dran, weil ein Haushaltsmitglied auch den Kirschwassergeschmack nicht mag.

  4. “Man sagt” daß der Alkohol hilft den Käse zu verdauen, zu zersetzen. Kann man aber genauso gut auch dazu trinken, dann muß er nicht ins Fondue 😉

  5. Das Kirschwasser ist zum trinken nebenbei, während Du das Fondue vorbereitest, Dummerle!

  6. Bah Kirschwasser – lass ich immer weg weil mir Fondue sonst nicht schmeckt und das soll es nunmal.

  7. Bei uns gabs auch immer verhärtete pro und contra Kirschwasser Fraktionen, bis wir einfach mal einen Topf mit und einen ohne gemacht haben und jeder beides probiert haben. Am Schluß waren alle von der Variante mit Kirschwasser überzeugt. Allerdings nur ein wirklich kleiner Schuss. Etwa 2cl auf einen ganzen Topf. Rundet den Geschmack einfach nochmal ab

  8. Kirschwasser kommt in die Goaßmaß zusammen mit Kirschlikör damits nicht so süß ist

  9. Anwesenheit der Flasche gibt dem Koch einen Vorwand, um hin und wieder einen ordentlichen Schluck aus der Pulle zu nehmen.

    Ich meine, es schmeckt auch etwas besser. Ich würde es daher nicht weglassen, es sei denn, du bist sehr empfindlich. Ich empfehle mal einen Vorher-Nachher-Vergleich, damit du einen Eindruck hast. Kommt ja eh erst zum Schluss dazu.

  10. als käsefondue liebhaber: das schlechteste käsefondue ist dieses schweizerding.

    wenn du was richtig geiles willst: probier mal cheddar-bier

  11. Der Schuss Alkohol, Weißwein oder Schnapps – eben Kirschwasser – gibt ein tolles Aroma und der Käse klumpt nicht so schnell. Wenn du permanent rührst, gibt es, bis auf den Geschmack, keinen Unterschied.

  12. Ich würde es einfach mal probieren. Hab’ da meine Methode, wenn ich mal kreativ werde und neue Gewürze bei Saucen und Suppen ausprobiere:

    Ich würde, sofern Du die Buddel Kirschwasser nicht extra kaufen müsstest, den Pott Fondue erstmal ohne zubereiten. Am Schluss nimmst Du ‘ne Kelle ab und gibst ein paar Tropfen Kirschwasser hinzu und probierst. Sollte es Dir zusagen, kannst Du ja den ganzen Topf abschmecken. Wenn nicht, rührst Du den Rest der abgenommenen Kelle wieder unter. Dann ist nichts verschwendet und die paar Tropfen in der Kelle werden keinen Unterschied machen.

  13. Trockener Gin funktioniert super als alternative, wenns trotzdem etwas boozy sein soll.
    Ansonsten einfach weglassen, bin auch kein fan

  14. Wie sind denn generell die Mengenverteilungen wenn man es perfekt haben will?

  15. Schweizer hier. Ja, Kirschwasser ist nur für den Geschmack, kann man problemlos weglassen falls das nicht schmeckt.

    Zum verlinkten Rezept: Emmentaler gehört NIE in ein Fondue! Ist geschmacklich nicht optimal und zieht vor allem viel zu viele Fäden. Orientiere dich lieber an einem [Schweizer Rezept](https://www.swissmilk.ch/de/rezepte-kochideen/rezepte/LM200701_32/fondue-klassisch/?gad_source=1&gclsrc=ds&gclsrc=ds).
    Mindestens die Hälfte des Käses sollte Vacherin Fribourgeois sein für die Crèmigkeit, der Rest kann z.B. Gruyère, Appenzeller oder sonst etwas aromatisches sein für den Geschmack.

    Zum Weisswein: Hier ist es wirklich sehr wichtig, dass er sehr trocken ist und eine gute Säure hat. Am besten eignet sich traditionell ein Chasselat aus der Westschweiz. Alternative kann evtl. ein leichter, säurebetonter, trockener Gutedel aus Süddeutschland/Pfalz sein. Aber sicher keine Italiener, Spanier etc.! Derselbe Typ Wein sollte auch als Begleitwein serviert werden. Allenfalls noch zusätzlich Schwarztee.

    Wer keinen Wein mag, kann allenfalls alkoholfreien Apfelwein nehmen – aber nur den Sauren, keinenfalls den Süssen oder gar Apfelsaft oder Traubensaft! Die Süsse passt absolut nicht und hat gar nichts in einem Fondue verloren.

    Kinder essen in der Schweiz seit Generationen problemlos beim Fondue mit Weisswein mit.

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