Schweden: Wie das Land zum Schauplatz blutiger Bandenkriege wurde | In den allermeisten europäischen Ländern sinkt die Mordrate. Nicht so in Schweden. In dem wohlhabenden Land explodieren Bomben; immer mehr Menschen sterben an Schusswunden. Wie konnte es so weit kommen – und was hilft?

by Europeaball

12 comments
  1. Ok was ich hier rauslese, das selbe Problem wie fast immer, Ghetto mit zu vielen armen Leuten… Das schafft halt immer Spannungen.

  2. Die räumliche Nähe und gleichzeitig sozioökonomische Distanz zwischen Ekerö und Botkyrka stehen für mich sinnbildlich für das aktuelle Gesellschaftsmodell in Schweden. Während Ekerö eine der einkommensstärksten Gemeinden in Schweden ist, gilt für Botkyrka genau das Gegenteil. Getrennt sind die Gemeinden vom 800 Meter breiten Vårbyfjärden.

  3. Findet das noch jemand aussergewöhnlich, dass da scheinbar Bomben so ein Ding sind statt z.B. Messer oder Schußwaffen?

  4. >Im Ausland gilt das Land noch als sozial gerechter Wohlfahrtsstaat, dabei baut es seit vielen Jahren Sozialleistungen ab, die Armut nimmt zu. Laut einer Oxfam-Studie ist Schweden inzwischen eines der ungleichsten Länder der Welt.

    Will die AfD nicht auch Sozialleistungen abschaffen?

    >Für Richard Jomshof ist die Antwort auf diese Frage klar: Multikulturalismus und Massenimmigration seien schuld. Der 54-Jährige mit dem akkuraten Seitenscheitel sitzt in einem Büro im Reichstagsgebäude. Jomshof ist Politiker der rechtsradikalen Partei Schwedendemokraten und Vorsitzender des Justizausschusses. Jomshof ist für Provokationen und markige Sprüche bekannt. (…) Aber eins stehe fest: Um die Kriminalität effektiv zu bekämpfen, müsse die Einwanderung gestoppt werden.

    Na, klar. Die Rechtsradikalen wissen es immer besser und präsentieren auch direkt die Schuldigen und die vermeintlich einfache Lösung. Einfach abschotten. Klappt sicher super, nicht.

  5. > Oft schließen sich einfach ein paar Freunde aus dem gleichen Wohnblock zusammen und steigen ins Geschäft ein: Heute ist es leichter, große Drogenmengen im Ausland zu bestellen und dann weiterzuverkaufen, denn auch global betrachtet hat sich die Szene diversifiziert.

    Es gäbe ja Möglichkeiten, den Drogenhandel für die organisierte Kriminalität unattraktiv zu machen, aber darüber will mal wieder niemand reden.

    > Außerdem sind die Strafen für Gewaltverbrechen niedriger als andernorts. Um die Strafmündigkeit zu umgehen, werden immer jüngere Täter losgeschickt. Teenager werden so zu Mördern.

    Mag ja sein, dass “Erziehung statt Strafe” bei jungen Leuten wirksamer ist, aber dann muss man eben diese “Erziehung” auch tatsächlich betreiben, anstatt nur auf Strafe zu verzichten.

    > Und immer noch sei das Misstrauen gegenüber der Polizei groß. Das hängt auch damit zusammen, dass in Schweden nur 25 Prozent der Mordfälle mit Schusswaffen aufgeklärt werden.

    Ursache <-> Wirkung? Misstrauen die Leute der Polizei, weil die “ja eh nichts gebacken kriegt”, oder ist die Polizei erfolglos, weil die Leute nicht mit ihr reden?

  6. Schweden hat lange Jahre das Asylrecht extrem liberal gehandhabt und schiebt selbst bei schweren Straftaten selten ab. Das nutzen natürlich Clans, um entweder gezielt in den Absatzmarkt einzuwandern oder sich vor Ort zu organisieren.

  7. Wie es soweit kommen konnte, ist relativ klar, denke ich. Diese Welle bäumte sich jahrelang mit Ansage auf, es gab immer wieder Warnungen dazu und vor Jahren schon Fernsehberichte über die gefährliche Situation.

    Fehlgeschlagene Einwanderungspolitik, Ignorieren der Situation durch die Politik und letztendlich auch Untätigkeit der Polizei, die teilweise dann schon nicht mehr wirklich in den Vierteln unterwegs war, wo es richtig geknallt hat.

    Malmö hat seit Jahren den Ruf, dass die Bandenkriminalität immer stärker wird und in Göteborg werden vormals schöne Plätze (vorn an der Oper am Wasser zum Beispiel) von jugendlichen Gruppen belagert, sodass man da eigentlich nicht mehr wirklich hin will.

    Ein anderes Beispiel ist Vänersborg. Das ist eine kleine Stadt, die schon immer einen recht armen Eindruck gemacht hat und wo es nicht viel Perspektive gibt. Seit den Flüchtlingswellen in 2015 wurden da unreflektiert Unmengen an Flüchtlingen untergebracht bis zu dem Punkt, dass man in den Straßen ohne Übertreibung kaum noch Schweden sieht. Massenhaft Perspektivlosigkeit mit Ansage.

    Hinzu kommt, dass selbst die Schweden sagen, dass ihre Gesellschaft verroht, ausgehend von den Schweden selbst. Die Leuten denken nur noch an sich, es gibt weniger Solidarität und Gemeinschaft.

    Ich hoffe, sie bekommen das Ruder noch rumgerissen, aber wie man aus der Situation wieder rauskommt, weiß ich auch nicht.

  8. Ghettoisierung ist hat Schweden getroffen, dadurch fehlt Integration und verstärkt sich Perspektivlosigkeit der Betroffenen, auch wenn sie in Schweden eigentlich Chancen haben.

  9. Ernst gemeinte Frage: machen wir etwas großartig anders oder kann das auch schon bald bei uns so aussehen UND ist Schweden ein Negativbeispiel, von dem die ganze Welt lernen kann? Was müsste Schweden jetzt tun, um das Ruder rum zu reißen und was müssen andere Länder tun, damit das erst gar nicht bei denen passiert?

  10. > Laut einer Oxfam-Studie ist Schweden inzwischen eines der ungleichsten Länder der Welt.

    > Im Zentrum von Stockholm leben fast nur weiße Schweden, in der Vorstadt überwiegend Migranten, so sieht es in vielen Städten aus. Auch Idle, die mit ihrem Buch eine Debatte über Integration auslöste, meint: Es gibt zwei Schweden. Sie habe sich nie als Teil der Mehrheitsgesellschaft gefühlt. Von Lehrern bekam sie zu hören: Aus dir wird eh nichts! Viele ihrer Freunde finden keine Jobs, trotz Abschluss.

    Der Klassiker, die Mehrheitsgesellschaft verhindert aktiv die Integration, und nimmt das Resultat dann als “Beleg”, dass die Integration, die man sabotiert hat, nicht funktionieren würde.

    Das ist ungefähr so, als würde man (rein hypothetisch, so dumm wäre ja niemand) erst die Solarbranche kaputtgehen lassen und Windräder mit übertriebenen Abstandsregeln unmöglich machen, und sich dann beschweren, dass erneuerbare Energien nicht funktionieren.

    > Früher lebten hier viele Studenten. In den Achtziger- und Neunzigerjahren zogen die weißen Schweden weg – und mit ihnen die Geschäfte und Dienstleistungen.

    Und auch das ist leider ein bekanntes Phänomen, [die räumliche Schere zwischen Arm und Reich nimmt seit Jahrzehnten sogar noch zu](https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-01/einkommensverteilung-arm-reich-ungleichheit-deutschland), was meistens mit einer ethnischen Segregierung einhergeht.

    [In den USA sind viele Städte heute stärker segregiert, als zu der Zeit, als “Redlining” noch offizielle Politik war](https://time.com/6074243/segregation-america-increasing/)

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