Eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Djuna Bernard (Déi Gréng) befasst sich mit dem Schlingerkurs bei der Organisation der „Bünepräisser“. Am 27. Juli hat sich der Schauspieler Marc Baum ganz überraschend aus der Jury verabschiedet, was aber erst am 31. Juli offiziell bekannt wurde.
Baum argumentierte, er könne unter den ihm vorgegebenen Bedingungen die Arbeit in dieser Jury nicht erfüllen, was Minister Eric Thill in seiner Antwort auf die parlamentarische Anfrage auch bestätigt.
LW-Informationen nach sah sich Baum nicht in der Lage, ein seriöses und ethisch-korrektes Votum abzugeben. Die Jury hat nämlich für einzelne Shortlists unter Zeitdruck für oder gegen Bühnenproduktionen und kreative Leistungen der Künstler und Künstlerinnen wählen müssen. Dabei hatte aber nicht jedes Jury-Mitglied alle Informationen darüber, um zu klären, was nun besser oder schlechter zu bewerten sei.
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Diese plötzliche Einberufung der Jury kam daher, weil es in einigen Kategorien an fünfter Position Ex-Aequo-Nominierungen gab. Auch das bestätigt der Minister. Zum besseren Verständnis: Die Nominierungen wurden nach den eingereichten Vorschlägen des gesamten Theater- und Tanz-Milieus erstellt. Wissen sollte man aber auch: Die Jury kam bis dahin weder physisch noch virtuell zusammen.
Kulturminister Thill zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass die Vergabe der „Bünepräisser 2025“ korrekt verlaufen kann. Der Dramaturg Andreas Wagner hat mittlerweile Baum in der Jury ersetzt.
Ein weiterer Reibungspunkt: Auf allen Shortlists, die am 7. August veröffentlicht wurden, taucht jeweils eine Produktion auf, in die das Kinneksbond Mamer involviert ist.
Dessen Direktor, Jérôme Konen, sitzt in der Jury. Als die Abgeordnete Bernard ihre Fragen stellte, war dieser Interessenkonflikt noch nicht bekannt, weshalb er in der parlamentarischen Anfrage auch nicht thematisiert wird.
Konen hat seinen Juryplatz bislang nicht geräumt, sah sich aber zu einer öffentlichen Erklärung genötigt. Er sagte dem „Luxemburger Wort“, er wolle in manchen Kategorien nicht abstimmen – welche, ließ er offen.
In seiner Antwort auf die parlamentarische Anfrage, betont der Kulturminister, dass er voll und ganz auf die Fähigkeiten und Kompetenzen der Jury vertraue.
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