Die luxemburgische Regierung hat keine exakten Statistiken darüber, wie viele Haustiere hierzulande jedes Jahr ausgesetzt werden. Klar ist jedoch, dass vor allem Katzen häufig in den Tierheimen landen – und nur ein Bruchteil von ihnen zu den Besitzern zurückkehrt.

In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Octavie Modert räumt Landwirtschaftsministerin Martine Hansen ein, dass es keine amtliche Erfassung solcher Fälle gibt. Oft sei zudem schwer eindeutig festzustellen, ob ein Tier tatsächlich ausgesetzt oder lediglich entlaufen sei.

Mehr Platz im Sommer

Orientierung bieten jedoch Informationen aus den Tierheimen: Das Tierasyl Gasperich melde im Schnitt etwa zehn Hunde pro Jahr, deren Besitzer nicht mehr ermittelt werden können. Deutlich größer sei die Zahl bei Katzen: 2024 nahm die Einrichtung 217 Fundtiere auf, von denen lediglich 39 an ihre Halter zurückgegeben wurden. Bis Ende Juni 2025 seien bereits 86 Katzen aufgenommen worden, von denen bislang 16 zurück gekehrt seien.

Eine „erkennbare Tendenz in der Entwicklung der Fallzahlen sehen die Tierheime nicht“, wie es in der Stellungnahme der Ministerin heißt. Spezielle Kontrollmaßnahmen während der Sommerferien seien nicht geplant. Allerdings würden zweimal jährlich Sensibilisierungskampagnen durchgeführt – jeweils vor den großen Ferien und vor Weihnachten.

Die Kapazitäten der Tierheime hängen von Jahreszeit und Auslastung ab. In Gasperich können im Sommer zusätzliche Ausläufe genutzt werden, sodass mehr Platz für Fundtiere entsteht. Im Winter ist die Unterbringung hingegen deutlich schwieriger.

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Juristisch ist die Lage klar: Artikel 12 des Tierschutzgesetzes von 2018 verbietet es ausdrücklich, ein Haustier auszusetzen oder zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen. Ein Verstoß kann mit einer Freiheitsstrafe von acht Tagen bis zu drei Jahren und/oder mit einer Geldstrafe zwischen 251 und 200.000 Euro geahndet werden.