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Die Ukraine will Putins „Fähigkeit zu Raketen- und Bombenangriffen“ einschränken: Kiew gelingen gleich mehrere Schläge. Die aktuelle Lage im News-Ticker.
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Update, 22:01 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat seine Kritik an der Lieferung westlicher Komponenten für die von Russland im Ukraine-Krieg eingesetzten Raketen und Drohnen bekräftigt. „Wenn die entsprechenden Länder die offen skandalösen Lieferungen kritischer Komponenten für die Herstellung von Raketen und Drohnen nach Russland unterbinden, wird die russische Bedrohung deutlich geringer werden“, sagte der ukrainische Präsident in seiner abendlichen Videoansprache. Schließlich könne Kremlchef Wladimir Putin „ohne Terror keinen Krieg führen“.
Die Bedrohung für die Ukraine wäre ohne diese Komponenten deutlich geringer. Nach seinen Worten kaufe Russland diese Teile sowie Maschinen aus Südkorea, Japan, China und Taiwan. „Leider werden nach wie vor viele kritische Komponenten aus Europa und den USA nach Russland geliefert“, sagte Selenskyj. Es gehe dabei nicht um ein Dutzend, sondern vielmehr um Tausende von Komponenten. „All dies hat zur Folge, dass die Russen unser Land terrorisieren, anderen Ländern drohen, sich einfach gemein verhalten und den Frieden ablehnen“, sagte Selenskyj.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Merz warnt vor Russlands „hybriden Krieg“ gegen Deutschland
Update, 20:16 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz warnt vor Russlands Präsident Wladimir Putin: Der Kremlchef führe einen „hybriden Krieg“ gegen Deutschland, so der Kanzler im ntv-Talk „Pinar Atalay“. Und auch der Ukraine-Krieg richte sich „gegen uns alle“. Putin sei ein „Feind unserer politischen Ordnung“, erklärte Merz.
Mit Blick auf eine Häufung von Drohnenvorfällen in Deutschland und europaweit sagte Merz: „Wir kennen die Bedrohung.“ Putin wolle einschüchtern und Angst machen. „Wir lassen uns nicht einschüchtern und wir werden uns auch gegen diese Bedrohung wirksam zur Wehr setzen.“ Auf die Frage, ob er überlegt habe, Putin anzurufen, sagte der CDU-Politiker. „Ich überlege das natürlich. Ich sehe nur, dass im Augenblick jeder Versuch, mit ihm zu sprechen, in noch härteren Angriffen auf die Ukraine endet.“

Verluste für Russlands Machthaber Wladimir Putin: Kiew meldet Angriffe gegen eine russische Sprengstofffabrik. (Symbolbild) © IMAGO/Sergei BulkinNach Drohnenangriff der Ukraine: Russische Ölraffinerie muss Produktion einstellen
Update, 19:05 Uhr: Die russische Ölraffinerie Kirischi musste Insidern zufolge nach einem Drohnenangriff im Ukraine-Krieg die Produktion in der wichtigsten Einheit der Anlage einstellen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Zwei Branchenkenner rechnen demzufolge damit, dass es rund einen Monat dauern könnte, bis die Produktion wieder aufgenommen werden kann.
Kirischi ist eine der größten Raffinerien Russlands: Der Stillstand der Einheit könnte die russische Ölproduktion insgesamt etwas schmälern, so die Nachrichtenagentur. Eine andere Einheit soll hingegen wieder in Betrieb genommen werden – diese sei im September beschädigt worden. Ukrainische Angriffe gegen russische Ölraffinerien und Treibstoffdepots haben in Russland inzwischen zu einem Mangel an Benzin und Diesel geführt.
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Stromausfälle in Donezk nach russischen Angriffen
Update, 17:55 Uhr: Nach russischen Angriffen auf Energieinfrastruktur in Donezk im Ukraine-Krieg sind Teile der Region ohne Strom. Das berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf den Leiter der Militärverwaltung der Oblast Donezk, Vadym Filashkin. „Der Feind versucht, das Leben im Gebiet Donezk so schwer wie möglich zu machen – und wird dies auch weiterhin tun, insbesondere während der Wintermonate“, warnte er.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Fotostrecke ansehenRussland-Vermögen zur Unterstützung der Ukraine? Moskau droht EU
Update, 16:35 Uhr: Moskau droht mit „Vergeltungsmaßnahmen“, sollten europäische Länder eingefrorene russische Vermögen zur Unterstützung Kiews im Ukraine-Krieg nutzen: „Wir haben wiederholt gewarnt, dass wir Vergeltungsmaßnahmen ergreifen werden. Unsere Reaktion wird hart ausfallen“, erklärte der stellvertretende russische Außenminister Alexander Grushko laut Bericht der Nachrichtenagentur Tass.
Nach der EU-Kommission hatte auch Bundeskanzler Friedrich Merz zuletzt vorgeschlagen, das Vermögen der russischen Zentralbank für Kredite in Höhe von 140 Milliarden Euro zu nutzen, um die Ukraine für den weiteren Abwehrkampf gegen die russischen Angreifer aufzurüsten. Dagegen gibt es aber massive Bedenken vor allem in Belgien, wo der größte Teil des Gelds lagert. Eine konkrete Entscheidung könnte laut Merz beim nächsten Europäischen Rat in rund drei Wochen anstehen.
Selenskyj deutet Einsatz von Flamingo-Langstreckenrakete im Ukraine-Krieg an
Update vom 6. Oktober, 15:27 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat die Ukraine bei jüngsten Angriffen auf Ziele in Russland ausschließlich Waffen aus eigener Produktion verwendet. Auf die Frage, ob die Ukraine ihre neue Langstreckenrakete vom Typ Flamingo auf russische Ziele abgefeuert hat, erklärte Selenskyj laut Bericht der Nachrichtenagentur Reuters: „Es ist wichtig zu verstehen, dass die Ukraine in den letzten Tagen ausschließlich ukrainische Produkte verwendet hat (und) nicht nur Drohnen.“
Die Ukraine hat zuletzt ihr eigenes Bauprogramm für Drohnen verstärkt und mit Flamingo auch eine neue Rakete präsentiert, die angeblich eine Reichweite von bis zu 3.000 Kilometern haben soll. Auch The Economist berichtete über die Langstreckenrakete im Ukraine-Krieg: Demnach gebe es Berichte, dass die Waffe bereits im Einsatz sein soll.
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Kiew meldet Schlag gegen Putins Munitions-Produktion
Erstmeldung: Kiew – Im Ukraine-Krieg nehmen Kiews Streitkräfte erneut strategisch wichtige Ziele in Russland ins Visier: Das ukrainische Militär meldete erfolgreiche Attacken auf eine Anlage zur Herstellung von Sprengstoff und Munition im Westen Russlands sowie auf ein Ölterminal auf der russisch besetzten Halbinsel Krim. Das staatliche russische Werk Swerdlow ist nach Angaben des ukrainischen Generalstabs „einer der größten Sprengstoffhersteller Russlands“.
Der Angriff in der Nacht zu Montag (6. Oktober) auf die Sprengstofffabrik habe zahlreiche Explosionen und einen Großbrand in der Umgebung des Werks, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den ukrainischen Generalstab berichtet. Im attackierten Ölterminal auf der Krim soll ebenfalls nach Angaben des Generalstabs ein Feuer ausgebrochen sein.
Schlag gegen Putins „Offensivkraft“: Kiew greift russische Sprengstofffabrik an
In der russischen Sprengstofffabrik werden laut Ukrainska Pravda fast alle Arten von Munition hergestellt, darunter: Flug- und Artilleriegeschosse, gelenkte Luftbomben, Sprengköpfe für Panzerabwehrlenkwaffen, technische Munition und Sprengköpfe für Luftabwehrraketensysteme. Mit den Angriffen bezweckt die Ukraine „die Offensivkraft des Feindes zu schwächen und seine Fähigkeit zu Raketen- und Bombenangriffen einzuschränken“, wie der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte in einer Erklärung auf Facebook schreibt.
Zuletzt hatte Russland in der Nacht zu Sonntag massive Drohnen- und Raketen-Angriffe auf die Ukraine gestartet. Mindestens fünf Menschen sind dabei getötet worden. Der ukrainische Präsident richtete infolge der schweren Luftangriffe erneut einen dringenden Appell an den Westen: „Amerika und Europa müssen handeln, um Putin zu stoppen“, forderte Wolodymyr Selenskyj: „Ein einseitiger Waffenstillstand am Himmel ist möglich – und genau das könnte den Weg für echte Diplomatie ebnen.“
Waffen im Ukraine-Krieg: Trump-Regierung erwägt wohl Tomahawk-Lieferung für Kiew
Selenskyj forderte daher erneut schnellere Unterstützung vor allem im Bereich der Luftverteidigung, „um diesem Terror aus der Luft jede Bedeutung zu nehmen“. US-Medien hatten zuletzt berichtet, dass die Regierung unter Präsident Donald Trump ebensolche Unterstützung aktuell erwäge: die Lieferung von Tomahawk-Raketen an die Ukraine, um so Schläge tief im Landesinneren Russlands zu ermöglichen. Russlands Machthaber Wladimir Putin regierte bereits mit einer Warnung an die USA: Die Waffen könnten die Beziehungen zwischen Russland und den USA beschädigen und zu einer „absolut neuen, qualitativ neuen Etappe der Eskalation“ führen, drohte Putin auf dem politischen Waldai-Forum in Sotschi.
Selenskyj beklagt westliche Bauteile in Russland-Waffen
Neben einem Appell an den Westen beklagte Selenskyj infolge der schweren Luftangriffe am Sonntag zudem, dass trotz der Sanktionen weiterhin zahlreiche Bauteile russischer Waffen aus dem Ausland stammten. „Während des massiven kombinierten Angriffs auf die Ukraine in der Nacht des 5. Oktober hat Russland 549 Waffensysteme benutzt, die 102.785 im Ausland hergestellte Komponenten enthielten“, schrieb er in einem Post auf der Plattform X. Darunter befinden sich demnach auch Bauteile von Unternehmen aus Deutschland, den USA, China, Taiwan und Großbritannien.
„Es ist entscheidend, jede Umgehung von Sanktionen zu unterbinden, denn Russland nutzt jede, um weiter zu töten“, mahnte Selenskyj. Die ukrainischen Partner hätten bereits detaillierte Informationen über die betroffenen Firmen und Produkte erhalten. (Quellen: dpa, Reuters, Ukrainska Pravda, AFP) (red)