Es gibt bis heute nirgends auf der Welt eine langfristig sichere Lösung zur Lagerung von Atommüll. Das zeigt eine neue Studie, die Greenpeace Schweiz in Auftrag gegeben hat. Sie macht deutlich, dass die in der Schweiz geplante Option, den Atommüll in einer Tonschicht nördlich der Kantone Zürich und Aargau zu vergraben, mit zahlreichen Unsicherheiten verbunden ist.
Hier sind drei Gründe, warum die Schweiz schnellstmöglich aus der Atomkraft aussteigen und die Produktion hochradioaktiver Abfälle reduzieren muss.
1. Atommüll zu vergraben ist keine Lösung
Die Greenpeace-Studie fasst die Ergebnisse von über 800 wissenschaftlichen Arbeiten mit Bezug zur geologischen Tiefenlagerung von hochradioaktivem Atommüll der letzten 15 Jahre zusammen. Sie zeigt mehrere neue Probleme auf, die selbst in der Fachwelt noch kaum verstanden sind. Dazu gehören Phänomene wie das wechselseitige Schwächen verschiedener Sicherheitsbarrieren sowie Prozesse (etwa Hitze- und Strahlungseinwirkung, Kolloide, Risse usw.), die die Ausbreitung radioaktiver Stoffe im Boden und im Grundwasser beschleunigen könnten.
Insgesamt zeigt sich: Keine der bisher diskutierten «Lösungen» zur Tiefenlagerung dieser hochradioaktiven Stoffe – weder in Ton- noch in Granitschichten – kann garantieren, dass die Radioaktivität langfristig sicher eingeschlossen bleibt. Diese Erkenntnis ist besonders beunruhigend, da der Bundesrat einen Wiedereinstieg in die Atomenergie ins Spiel bringt.
2. Schweizer Tiefenlager erfüllt Sicherheitsanforderungen nicht
Der Bericht stellt die Sicherheit des geplanten Tiefenlagers infrage. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) will den hochradioaktiven Abfall in dickwandigen Stahlbehältern lagern, die in rund 900 Metern Tiefe in einer Opalinus-Ton-Schicht eingebettet werden sollen. Das Lager soll die Radioaktivität eine Million Jahre lang einschliessen.
Die Studie zeigt jedoch, dass bestimmte Prozesse die Sicherheit des Lagers schon nach 1’000 oder 2’000 Jahren untergraben könnten. Angesichts dieser Unsicherheiten wirkt der Optimismus der Befürworter:innen des Projekts irritierend.
Der Bundesrat scheint zudem der Bevölkerung möglichst rasch ein endgültiges Konzept präsentieren zu wollen – aus politischen und finanziellen Gründen. Mit anderen Worten: Das Problem soll schnellstmöglich vom Tisch sein, um die Atomenergie in der Schweiz wiederzubeleben.
Das ist gefährlich: Wir dürfen keine übereilten Entscheide treffen.
3. Der sicherste Weg: Keine neuen Abfälle – also kein Atomstrom
Die Realität ist: Die Schweiz hat derzeit keine sichere Lösung für die langfristige Lagerung hochradioaktiver Abfälle. Das geplante Tiefenlager im Gebiet Nördlich Lägern weiter voranzutreiben, obwohl so viele Zweifel bestehen, ist keine gute Idee.
Zusätzlich gilt: Für einen möglichen neuen Reaktor existiert überhaupt keine Entsorgungsstrategie – ein Punkt, den weder der Bundesrat noch die Befürworter:innen der Atomenergie je offen ansprechen.
Angesichts dieser Ausgangslage müssen wir die Produktion hochradioaktiver Abfälle so schnell wie möglich stoppen und verhindern, dass das Problem durch neue Atomkraftwerke noch grösser wird. Unterschreibe deshalb unsere Petition:
Atomkraft? Nie wieder!
Unterzeichne die Petition an das Parlament: Stoppt den Wiedereinstieg
