Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Ansiedlung von Vetter Pharma in Saarlouis gegeben. Die Europäische Kommission genehmigte am Dienstag eine staatliche Beihilfe Deutschlands in Höhe von 47 Millionen Euro für den Pharmadienstleister Vetter Pharma und räumte damit die letzte Hürde beiseite. Mit der Beihilfe wird der Bau einer neuen keimfreien Abfüllanlage auf dem ehemaligen Ford-Gelände in Saarlouis unterstützt.

Mindestens 1200 neue Arbeitsplätze möglich

„Die Maßnahme wird in einem benachteiligten Gebiet zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Insbesondere wird die Maßnahme mindestens 1200 direkte Arbeitsplätze und weitere indirekte Arbeitsplätze schaffen“, teilte eine Sprecherin der EU-Kommission als Begründung mit.

Jetzt ist das Land am Zug

Mit der Entscheidung aus Brüssel steht nun auch einem Förderbescheid des Landes für Vetter Pharma nichts mehr im Weg. Das Land will die Ansiedlung mit einer Förderung in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe unterstützen. Dieser Förderbescheid soll nach Informationen unserer Zeitung voraussichtlich noch bis Weihnachten erteilt werden. Abschließend muss sich dann noch einmal das Unternehmen dazu offiziell äußern, ob es an dem Ansiedlungsvorhaben im Saarland festhält. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung hatte das Unternehmen aber schon vor zwei Wochen bekräftigt, „wir stehen nach wie vor unverändert zu unserem Vorhaben“.

Produktion könnte 2030 beginnnen

Vetter Pharma will auf dem Ford-Gelände ein Werk bauen, um Kunden im In- und Ausland zu bedienen. Als Produktionsstart ist 2030/2031 vorgesehen. Im Endausbau sollen bis zu 2000 Fachkräfte eine Beschäftigung finden. Udo J. Vetter, Vorsitzender des Unternehmensbeirates, äußerte bereits beim Bekanntwerden der Ansiedlungspläne im Juni 2024 die Überzeugung: „Saarlouis hat sich für uns als der Standort mit den besten Voraussetzungen für die Ausweitung unserer Produktionskapazitäten herauskristallisiert.“

Neu berufliche Perspektiven für die Menschen im Saarland

Man wolle „vielen Menschen neue berufliche Perspektiven in einer zukunftssicheren Branche bieten“. Auch das Vorhandensein von Fachkräften habe eine große Rolle gespielt. Vetter Pharma war europaweit auf die Suche nach neuen Produktionsstandorten gegangen, nachdem es am Stammsitz in Ravensburg keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr gab.

SPD: Entscheidender Schritt

Ulrich Commerçon, SPD-Fraktionsvorsitzender, begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission. „Das ist ein entscheidender Schritt, damit dort, wo zuletzt Unsicherheit und Sorge herrschten, wieder Hoffnung und Perspektiven wachsen können. Wir kämpfen dafür, dass auf dem ehemaligen Ford-Gelände Menschen einer guten Arbeit nachgehen können“, sagte Commerçon.

CDU-Fraktionschef Stephan Toscani mahnte, dass es „nicht zu weiteren Verzögerungen kommt“. „Insgesamt darf das Saarland wirtschaftspolitisch allerdings nicht allein darauf setzen, als Produktionsstandort die verlängerte Werkbank für Unternehmen zu sein, die ihren Firmensitz nicht hier bei uns im Land haben“, sagte Toscani.