CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter warnt vor einer enormen Drohkulisse, die Russland in seinem Nachbarland Belarus aufbaut. Über die letzten zwei Jahre habe man in Russland bestimmte Entwicklungen beobachtet, aber sich nicht getraut, diese der Bevölkerung mitzuteilen, sagte der Christdemokrat in der Talksendung von Pinar Atalay beim Sender ntv.

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Was wir jetzt gerade erleben, ist, dass Russland in Belarus zwei Armeen aufbaut, das sind ungefähr sechs Korps, das macht Sorge – insbesondere in den baltischen Staaten“, teilte Kiesewetters Büro auf Anfrage schriftlich mit. Die Größe russischer Korps sei jedoch wesentlich niedriger als die Zählweise der Nato. Es seien deshalb ca. 100.000 bis 150.000 Soldaten. Die Zahlen stammten aus diversen Hintergrundgesprächen, Informationen von ausländischen Nachrichtendiensten, externen Militärs und der Bundeswehr. In anderen Berichten war zuvor von rund 360.000 Soldaten die Rede.

Russland: Rund 100.000 bis 150.000 Soldaten in Belarus

In der Talksendung nahm Kiesewetter auch Bezug auf Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der mit einer Rede vor einigen Tagen für Aufmerksamkeit gesorgt hatte. „Rutte war ja jemand, der bislang eher beschwichtigt hat. (…) Da ist mir klar geworden, der Mann hat nicht nur Nachrichtendienste-Berichte gelesen, sondern verinnerlicht, dass wir einen ‚Sense of Urgency‘ haben.“ (Anmerk. Red. „Dringlichkeitssinn“).

Der Nato-Generalsekretär hatte in einer Rede vergangene Woche in Berlin ungewöhnlich deutlich vor der Bedrohung durch Russland gewarnt. Russlands Präsident Wladimir Putin wolle es nicht bei dem Krieg gegen die Ukraine belassen. „Wir sind Russlands nächstes Ziel“, sagte der Niederländer. Für die Nato gehe es nun darum, einen Krieg zu stoppen, bevor dieser beginne. Konkret forderte Rutte erneut mehr Engagement bei der Steigerung der Verteidigungsausgaben und der Unterstützung der Ukraine.