Ein Albtraum endet – zumindest vor Gericht. Vier Jahre nach dem grausamen Mord an Marco A. hat ein Luxemburger Gericht in erster Instanz drei Menschen zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann wurde im August 2021 während des Urlaubs im portugiesischen Figueira da Foz vergiftet und anschließend in einen Fluss geworfen. Rosa D., die Lebensgefährtin des Opfers, deren Mutter Maria D., sowie João P., der Lebensgefährte der Mutter und zugleich Rosas Liebhaber, wurden alle zur Höchststrafe verurteilt. Marco António D., der älteste Sohn von Rosa, wurde als einziger Angeklagter vom Gericht freigesprochen.
Freude und Trauer
Damit geht für die Angehörigen des Opfers ein langer Albtraum vorerst zu Ende. Sie haben nun endlich „etwas Ruhe“ gefunden, so Fátima Santos, die Schwester von Marco. In einem Gespräch mit „Contacto“ kurz nach der Urteilsverlesung sagt sie: „Dieses Urteil war das, was ich erhofft und wofür ich gebetet hatte, obwohl ich dachte, dass er (João) vielleicht keine so hohe Strafe bekommen würde. Aber ich denke, dass dies der einzige Weg ist, um diesem Verbrechen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und den Namen meines Bruders ein für alle Mal reinzuwaschen, auch wenn nichts davon ihn zurückbringen wird.“
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Das Urteil löst bei ihr dennoch gemischte Gefühle aus. „Auf der einen Seite fühle ich Freude, dass dieses Martyrium ein Ende hat, auf der anderen Seite empfinde ich große Traurigkeit über alles, was meinem Bruder widerfahren ist. Ich weiß nicht so recht, was ich fühle. Es sind so viele Gefühle”, fügt die Schwester des Opfers hinzu.
Sie erzählt von dem Leid, das sie seit dem 4. August 2021 ertragen musste, als ihr Bruder auf unerklärliche Weise verschwand. Fátima war damals mit ihrer Familie ebenfalls in Portugal. Sie wartete auf Marco, der sie besuchen sollte. Doch er tauchte nicht auf. „Als er verschwand, suchte ich überall nach ihm. Von seinem Tod erfuhr ich erst viel später, als ich in Luxemburg war“, erinnert sie sich.
Tod wegen ein paar Tausend Euro
Es dauerte nämlich einige Zeit, bis die Leiche identifiziert werden konnte. Nach einer Autopsie durch die portugiesischen Behörden wurde die erste Theorie des versehentlichen Ertrinkens schnell verworfen und man kam zum Schluss, dass sich hinter seinem Tod eine Vergiftung verbarg. Nach Angaben des portugiesischen Gerichtsmediziners, der die Autopsie durchführte, wurde Marco mit einem Pestizid vergiftet, bevor er in den Fluss Mondego geworfen wurde. Anhand zahlreicher Beweise, die sich aus den Ermittlungen der Kriminalpolizei von Coimbra in Zusammenarbeit mit der luxemburgischen Polizei ergaben, gerieten Rosa, Maria und João in den Verdacht.
Vielleicht können meine Familie und ich uns jetzt ein wenig von diesem langen Albtraum erholen.
Fátima Santos
Schwester des Ermordeten
Das mutmaßliche Motiv für die Tat: eine angebliche Lebensversicherung, die Marco aber bereits gekündigt hatte. Nur 12.000 Euro hatte er auf seinem Konto. Die hoben die Verdächtigen ab, als sie wieder in Luxemburg waren. Es dauerte nicht lange, bis die Polizeibehörden eine riesige Menge an Beweisen zusammentrug: Telefonanrufe, SMS-Nachrichten zwischen Maria und Rosa, der Kauf des Giftes in der örtlichen Drogerie und die Nutzung des Mobiltelefons des Opfers nach seinem Tod, über das die Täter Nachrichten verschickten und einen Beitrag auf Facebook posteten, um vorzutäuschen, dass er noch am Leben sei.
Am 7. September 2021 eröffnete die luxemburgische Staatsanwaltschaft Ermittlungen. Am 9. März 2022 wurden Rosa, ihre Mutter, deren Lebensgefährte sowie der älteste Sohn von Rosa verhaftet. Nach den ersten Stunden des ersten Verhörs gestand Rosa den Mord an Marco, versicherte aber, dass sie nicht allein an der Tat beteiligt war. Sie behauptete, dass die Idee von ihrer Mutter stammte.
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Bereits zwei Wochen vor der Tat soll Rosa ein erstes Mal versucht haben, Marco zu töten, indem sie ihm eine Dosis Abführmittel in ein Getränk mischte. Zu dieser Zeit führte Marco Wartungsarbeiten an einer Antenne auf einem Dach durch, und Rosa rechnete damit, dass er ohnmächtig werden und durch den Sturz sterben würde, als wäre es ein Arbeitsunfall. Marco überlebte aber.
Wunden bleiben
„Vielleicht können meine Familie und ich uns jetzt ein wenig von diesem langen Albtraum erholen“, hofft Fátima Santos heute. Die Wunden sind noch sehr lebendig. „Ich weiß nicht, ob sie jemals heilen werden.“
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verurteilten haben 40 Tage Zeit, um Berufung einzulegen. Bis zur rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Dieser Artikel erschien zuerst bei „Contacto“. Er wurde mit KI-Tools übersetzt, die aus Daten von menschlichen Übersetzungen lernen, und von Glenn Schwaller gekürzt und redigiert.