Dieser Artikel wurde zuerst im „Télécran“ (Ausgabe 50/2025) veröffentlicht. Hier können Sie das Wochenmagazin abonnieren.

Luxemburg liegt im Herzen Europas und somit in Reichweite verschiedener Ballungszentren. Wer weiter weg will, ist dennoch oft auf das Flugzeug angewiesen. Dementsprechend boomt der lux-Airport. Derzeit fliegen etwa fünf Millionen Passagiere pro Jahr vom Findel aus, perspektivisch rechnet Mobilitätsministerin Yuriko Backes mit acht Millionen Fluggästen im Jahr 2040.

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Preisbewusste Passagiere werden jedoch nicht immer am Findel fündig, auch weil das Angebot an Low-Cost-Airlines eher eingeschränkt ist. In Luxemburg konzentrieren sich neben der Nationalairline Luxair eher die Legacy-Carrier, die ihre Drehkreuze wie Frankfurt, Paris und London mit kleinen Maschinen anfliegen, um dort Umsteiger in die großen Interkontinental-Jets zu lenken. Im Low-Cost-Sektor sind in Luxemburg Ryanair, Easyjet und Wizzair aktiv, dies allerdings nur mit einem überschaubaren Angebot. Über 100 Ziele werden vom Findel aus angeflogen, wobei die Luxair den Löwenanteil der Flüge abdeckt.

Am lux-Airport sind neben Luxair vor allem Legacy-Carrier wie Lufthansa, KLM und British Airways zuhause.  Foto: Dustin Mertes

Zudem hatte Ryanair ihr Angebot in Luxemburg erst vor kurzem um 26 Flüge eingedampft, betroffen waren die Routen nach Barcelona und Madrid. Die Kürzungen sind Teil einer größeren Reduzierung, die bereits im Sommer 2025 begonnen hat, um gegen eine geplante Erhöhung der Flughafengebühren durch die spanische Betreiberin Aena zu protestieren. Ähnliche Maßnahmen hat die Airline auch in Deutschland durchgeführt, als Protest gegen die hohen Standortkosten. Betroffen davon war auch der Flughafen Hahn im deutschen Hunsrück.

Konkreter Vergleich: Mallorca, Sizilien und Porto

Die Großregion bietet gleich mehrere Flughafen-Alternativen zum lux-Airport. Wir haben das Angebot mit drei konkreten Buchungsbeispielen bei der Flugsuchmaschine Momondo verglichen. Ist Luxemburg wirklich teurer?

Konkret soll es einmal am Ostersonntag 2026 nach Mallorca gehen, also mitten in den Osterferien. Außerdem haben wir Flüge nach Sizilien und Portugal im kommenden Mai zum Vergleich herangezogen (Stand: 25. November 2025). Da die Flugpreislage oft sehr dynamisch ist, können die Tarife sich bei Erscheinen des Artikels bereits wieder geändert haben. Tendenzen sind allerdings erkennbar.

Um die Komplexität möglichst niedrig zu halten, vergleichen wir lediglich Hinflüge für eine Person. Beim Preisvergleich in Luxemburg wird sofort der massive Preisunterschied zwischen Billigflieger und der Luxair deutlich. Während Ryanair 58 Euro für das Ticket verlangt, werden je nach Flug bei Luxair 212 beziehungsweise 287 Euro je nach Abflugzeit fällig.

Nach Catania auf Sizilien am 10. Mai fehlt die Konkurrenz am eigenen Flughafen. Der Luxair-Hinflug schlägt mit 156 Euro zu Buche. Beim portugiesischen Porto kann man in Luxemburg nicht gerade von einem Angebotsmangel sprechen. Ganze sieben Flüge heben am Beispieltag am 9. Mai in Richtung der zweitgrößten portugiesischen Stadt ab. Am günstigsten fliegen Easyjet und Ryanair (zwischen 40 und 43 Euro) am Abend, Luxair und TAP Portugal bewegen sich beide im niedrigen dreistelligen Bereich.

Hahn Airport – Vom Sorgenkind zur Airport-Hoffnung?

Seit der Flughafen Hahn vom Trierer Unternehmen TRIWO übernommen wurde, hat sich die Lage im Hunsrück nach mehreren Krisen zumindest stabilisiert. Foto: Dustin Mertes

Von Luxemburg aus ist der Flughafen Hahn gute hundert Kilometer entfernt. Lange war er das Airport-Sorgenkind in der Großregion. Die ehemalige US Air Base wurde erstmals 1993 als ziviler Flughafen genutzt. Seit dem Jahr 1999 nutzt der Billigflieger Ryanair den Hunsrück-Airport unter dem Namen „Frankfurt-Hahn“. Mit der über 120 Kilometer entfernten Main-Metropole hat der zunächst boomende Billig-Flughafen aber nichts gemein, auch wenn immer wieder Passagiere im Hunsrück stranden. Schlagzeilen schreibt der Hahn aber eher wegen roter Zahlen und spektakulär geplatzter Verkaufsprozesse. Seit Mai 2023 wird der Airport von dem Trierer Unternehmen TRIWO betrieben.

Im vergangenen Sommerflugplan waren laut offiziellen Angaben des Flughafens 46 Ziele gelistet, im Winter haben die Fluggäste 36 Ziele zur Auswahl. In erster Linie wird der Hahn durch Billig-Airlines angeflogen, allen voran Ryanair. Wie viele Luxemburger den Airport als Flughafen nutzen, konnte die Betreibergesellschaft auf Anfrage des „Télécran“ nicht genau sagen.

Wer am Ostersonntag mit Ryanair aus dem Hunsrück nach Mallorca starten will, bezahlt in unserer Beispielbuchung mehr als in Luxemburg. Während der frühe Flug um 11 Uhr 94 Euro kostet, liegt der Abendflug um 19 Uhr bei 75 Euro. Nach Catania geht es im Gegenzug mit 94 Euro aber deutlich günstiger als vom Findel aus. Wen es nach Portugal zieht, kann am 9. Mai für rund 50 Euro in Richtung Porto abheben und damit geringfügig teurer als am Findel.

Brussels South Charleroi Airport – Das Low-Budget-Drehkreuz von Belgien

Der Platzhirsch Ryanair fliegt von Charleroi aus 117 Destinationen an. Foto: Dustin Mertes

Vom Findel bis zum Brussels South Charleroi Airport sind es ganze 204 Kilometer Autofahrt. Nichtsdestotrotz wird der rund 60 Kilometer südlich von Brüssel gelegene Airport auch von Luxemburgern genutzt. Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2023 kamen allerdings nur überschaubare zwei Prozent der befragten Passagiere aus dem Großherzogtum, so die Presseabteilung des Flughafens.

In der Großregion ist Charleroi durchaus ein großer Player und mit über 10 Millionen Passagieren im Jahr 2024 auch deutlich größer als Luxemburg mit ungefähr der Hälfte. Der zweitgrößte Flughafen Belgiens nach dem Flughafen Brüssel (23,6 Millionen Passagiere) wird regulär vor allem von Billig-Fliegern angeflogen, allen voran Ryanair, die im vergangenen Sommer 117 Destinationen ab Charleroi anflogen. Fast jedes erdenkliche Flugziel in Europa wird von Charleroi aus bedient. Zuletzt hatte die irische Airline insgesamt 18 Maschinen am Flughafen südlich der belgischen Hauptstadt stationiert, wie das Branchenportal „aviation24.be“ berichtete.

Im Hinblick auf die Beispielbuchung zieht die belgische Ryanair-Hochburg preislich allerdings den Kürzeren. Die zwei Mallorca-Flüge, die am Ostersonntag 2026 starten, sind mit 117 Euro (Abflug um 20.35 Uhr) und 126 Euro (Abflug um 11.15 Uhr) deutlich teurer als die vergleichbaren Flüge vom Findel und vom Hahn. Nach Catania geht es am Europa-Tag dafür mit 75 Euro deutlich günstiger, die portugiesische Destination ordnet sich mit zwei Flügen zwischen 49 (Abendflug) und 72 Euro (Vormittags) im preislichen Mittelfeld des Vergleichs ein.

Flughafen Saarbrücken – Das neue Gebühren-Schlupfloch?

Der Flughafen Saarbrücken ist mit rund 340.000 Passagieren im Jahr deutlich kleiner als Luxemburg, Hahn und Charleroi. Die neuen Angebote von Ryanair könnten dem Airport allerdings einen Boost verschaffen. Foto: picture alliance / dpa

Von Luxemburg zum Flughafen Saarbrücken sind es gute 110 Kilometer und rund 1,5 Stunden Fahrzeit. Mit rund 340.000 Passagieren im Jahr ist er der mit Abstand kleinste Airport in der Vergleichsrunde und wurde bislang vor allem von Charter-Airlines angeflogen, welche von der saarländischen Landeshauptstadt zu den üblichen Tourismus-Destinationen abhoben. Auf Anfrage des „Télécran“ teilte der Flughafen Saarbrücken mit, dass der Anteil Luxemburger Passagiere auf Basis von Stichprobenerhebungen in den Jahren 2024 und 2025 unter zehn Prozent lag. Beliebteste Destinationen der Fluggäste aus dem Großherzogtum waren die spanischen Ziele.

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Im März 2026 könnte Saarbrücken nun von dem Streit zwischen Billigflieger Ryanair und diversen großen deutschen Flughäfen profitieren. „Die enorm hohen Zugangskosten“ würden die irische Airline geradezu in die Arme von „Regionalflughäfen mit wettbewerbsfähigen Kosten wie Saarbrücken“ treiben, wird Ryanairs Head of Marketing & Communication für die DACH-Region, Marcel Pouchain Meyer, in einer Pressemitteilung zitiert.

Konkret wolle die Airline ab März 2026 zweimal wöchentlich von Saarbrücken ins spanische Alicante, ins italienische Trapani (Sizilien) und ins italienische Lamezia Terme (Kalabrien) abheben und dem Flughafen damit sicherlich zu einem signifikanten Passagier-Boost verhelfen.

Unsere Beispieldestination Mallorca wird in Saarbrücken nicht durch Ryanair, sondern die deutsche Lufthansa-Billigtochter Eurowings bedient. Am Ostersonntag gibt es das Ticket auf die Baleareninsel für 127 Euro (Abflug 11.30 Uhr). Wer aus dem Saarland in Richtung Sizilien abheben möchte, kann am 8. Mai eine der neuen Ryanair-Routen nutzen. Zu einer eher unattraktiven Flugzeit (21.50 Uhr) geht es für überschaubare 63 Euro ins italienische Trapani, welches allerdings auf der anderen Inselseite wie Catania liegt. Im Falle von Sizilien bedeutet das eine Entfernung von über 300 Kilometern.

Der Preisvergleich mit Flügen nach Portugal muss an dieser Stelle mangels Angebot für Saarbrücken leider entfallen.

Von Metz über Liege bis Köln und Frankfurt

Die Flughäfen Hahn, Charleroi und Saarbrücken sind natürlich nicht die einzigen Angebote in der Großregion. In gut einer Stunde ist auch der Flughafen Metz-Nancy-Lothringen zu erreichen, allerdings beschränkt sich das Angebot auf einige wenige Charterflüge, sodass der Airport für die Beispielflüge gar keine entsprechenden Angebote hatte.

Das moderne Flughafengebäude im belgischen Liège kann nicht über den Mangel an Passagieren hinweg täuschen. Ab 4. Januar 2026 stellt die Fluggesellschaft TUI fly Belgium alle Flüge ein, wodurch der Flughafen zum reinen Fracht-Airport wird. Foto: Shutterstock

Der Flughafen Liège agierte lange als Basis für TUI fly Belgium mit Destinationen im Mittelmeerraum. Aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit verlässt die Fluggesellschaft allerdings zum 4. Januar 2026 den belgischen Airport, der dann vorerst ohne Passagierflüge dasteht und sich auf das Luftfrachtgeschäft konzentrieren wird, wo er allerdings regelmäßig in der europäischen Top-5 mitspielt.

Zweieinhalb bis drei Stunden entfernt liegen noch Köln-Bonn und Frankfurt. Während ersterer im Billigflug-Sektor durchaus punkten kann, konzentriert sich der Frankfurter Flughafen primär auf die Premium-Fluggesellschaften mit Interkontinentalangebot. Auf der Suche nach Schnäppchenflügen dürfte sich daher niemand in die Main-Metropole verirren, für Langstreckenflüge hingegen sehr wohl.

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Fazit

Lohnt es sich für Luxemburger, auf die Flughäfen der Großregion auszuweichen? Bei zwei unserer drei Beispielrouten findet man am Findel tatsächlich die günstigsten Flugpreise, lediglich bei Sizilien hat Saarbrücken die Nase deutlich vorn. Da die Preisdynamik in der Luftfahrt unberechenbar ist, kann sich das aber stetig ändern. In jedem Fall lohnt es sich, vor der Flugbuchung die verschiedenen Angebote in der Großregion zu vergleichen, um den bestmöglichen Ticketpreis zu erzielen. Nicht vergessen sollte man natürlich, dass auch die Fahrt- und Parkkosten steigen, während man den Findel recht unkompliziert und vor allem kostenlos mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichen kann.