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Die Kanarischen Inseln zählen zu den beliebten Urlaubsorten der Deutschen. Jetzt wurden sie wegen schlechter Abwasserwerte verurteilt.
Santa Cruz – Lange Strände, hohe Felsen und ein strahlend blaues Meer. Diesen Ausblick genießen jährlich viele Urlauber auf den Kanarischen Inseln. Aber die Traumorte haben gleichzeitig auch große Probleme mit dem Abwasser. Nach vielen Warnungen hat die EU nun Spanien zu einer Strafe verurteilt. Teneriffa soll an den Problemen eine Hauptschuld tragen.

Teneriffa bietet viele schöne Ausblicke. Die Insel hat allerdings auch großen Abwasserprobleme. © IMAGO/Zoonar.com/Michael Krabs
Mittlerweile stellt ein nicht ordnungsgemäßer Umgang mit Abwasser laut CanarianWeekly das größte Umwelt- und Gesundheitsproblem auf den Kanaren dar. Dieser ist in der EU geregelt. Am 19. Dezember fällte die EU daher ein Urteil gegen Spanien wegen Verstößen gegen die EU-Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser. Das Urteil kritisiert, dass in 29 städtischen Gebieten landesweit Abwasser ungeklärt und damit gesetzwidrig ins Meer geleitet wird, so teneriffa-news. Ein besonderes Sorgenkind sei allerdings Teneriffa, denn zwölf der betroffenen Gebiete liegen auf der Insel. Noch soll es aber zu keinen finanziellen Strafen kommen.
Manche Gebiete haben gar keine Abwassersysteme: EU warnte schon einige Jahre vor Urteil
Speziell betroffen sind die Gebiete Adeje, Arona, Candelaria, San Isidro und Puerto de Santiago. La Arena, San Isidro-Litoral, Sueño Azul und Valle de la Orotava hätten hingegen gar keine städtischen Abwassersysteme. Aber auch weitere Teile des Südens und des Ballungsraums der Insel fallen in die bemängelten Regionen. Immer präsenter wurde das Thema, da Strände wegen schlechter Wasserwerte regelmäßig gesperrt werden müssen.
Impressionen zu Teneriffa

Der Streit geht bereits seit mehreren Jahren. 2021 forderte die EU Spanien bereits auf, die Situation zu verbessern. Zwar wurden die Werte daraufhin besser, aber nicht gut genug. Nach dem nun vorliegenden Urteil zeigte sich die Inselverwaltung uneinsichtig: Während die Orte weiter wuchsen, blieben die Abwassersysteme weiterhin dieselben, hieß es. Für die finanziellen Mittel dazu wären sie nicht verantwortlich gewesen.
Noch vor EU-Urteil: Energieminister gestand Fehler und Versäumnisse
Zudem betonten die Behörden, dass zurzeit so viel in Kläranlagen und Rohrbau investiert werde, wie noch nie. Einige seien bereits fertig, andere noch im Bau oder bereits finanziert. Bereits Mitte dieses Jahres sagte der kanarische Umwelt- und Energieminister Mariano Hernández Zapata, dass viele Punkte in der Infrastruktur seit Jahrzehnten versäumt wurden. (Quellen: Canarian Weekly, Kanaren News, InfoCuria, teneriffa-news) (mtw)
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