Der Präsident Zyperns möchte sein Land in die Nato führen. Bisher stehen diesen Plänen die Teilung der Insel und das Veto der Türkei im Weg. Nun setzt Zypern auf eine neue Strategie.

Gerd Höhler

Weltpolitik

Standpunkt

Korrespondent in Griechenland, der Türkei 

Die Insel Zypern, die seit 2004 zur EU gehört, gilt wegen ihrer geostrategisch bedeutenden Lage im östlichen Mittelmeer als „unsinkbarer Flugzeugträger“. Sie übernimmt nun mit 1. Jänner für sechs Monate den EU-Ratsvorsitz – und will diese Zeit auch nutzen, um sich der Nato anzunähern. Denn ein Beitritt der Inselrepublik zum Nordatlantikpakt wäre ein strategischer Gewinn für das westliche Militärbündnis – und ein Rückschlag für Russland. Seit Monaten wird hinter den Kulissen daher bereits über eine Annäherung Zyperns an die Nato beraten. Präsident Christodoulides hat das Thema zur Chefsache gemacht. Er sprach darüber bereits mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte, dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und anderen EU-Staats- und Regierungschefs. Die Reaktionen seien durchweg positiv, heißt es in Nikosia.