Eskaliert das Verhältnis zwischen der EU und den USA wegen Grönland? Trump und sein Umfeld sorgen mit immer neuen provokativen Aussagen für Unruhe und Entsetzen in Dänemark und Europa. So erklärte der US-Präsident: „Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, und Dänemark wird nicht dazu in der Lage sein.“ Sogar eine militärische Intervention schließt er nicht aus, obwohl Dänemark ein NATO-Partner ist.
Werden die USA die Insel tatsächlich annektieren? Ist die NATO dann am Ende? In unserem Grönland-Newsblog halten wir dich über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.
Grönland-Newsblog: Trump knallhart bei Annexion – „Ob es ihnen gefällt oder nicht“
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Sonntag, 8.17 Uhr: CDU-Außenminister Johann Wadephul betont gegenüber „Bild“ die wachsende strategische Bedeutung der Arktis: „Der arktische Raum hat eine neue sicherheitspolitische Bedeutung bekommen. Diese Bedeutung wird weiter zunehmen, gerade weil Russland und auch China dort Interessen haben, die unseren zuwiderlaufen.“ Er sagt dazu aber auch: „Dabei ist es klar, dass es allein Sache Grönlands und Dänemarks ist, über Fragen von Territorium und Souveränität von Grönland zu entscheiden.“
18.34 Uhr: Während Trump sein Vorhaben Grönland zu annektieren zur Not „auf die harte Art“ durchsetzen will, plädiert CDU-Außenpolitiker Armin Laschet gegenüber den Funke-Medien noch für diplomatische Gespräche mit Amerika. Für den ehemaligen Umweltminister und Bundestagsabgeordnete der Grünen Jürgen Trittin reiche das jedoch nicht aus, wie er im on zulaufen können, dass ein Nato-Staat einen anderen Nato-Staat angreift“, sagte Trittin im Podcast von „Bild“-Vize Paul Ronzheimer.
„Wir sind in einer Situation, wo wir in Grönland auf die Situation zulaufen können, dass ein Nato-Staat einen anderen Nato-Staat angreift“, sagte Trittin im Podcast. Und konkret bedeute das: „Erstens könnten wir jetzt mal anfangen, Militärmanöver in und um Grönland zu machen.“ Das sei notwendig, um den Druck hochzuhalten und eine Art Abschreckungszeichen zu senden. Gutes Beispiel dafür sei Frankreich, die „ein Schiff vorbeigeschickt“ hätten. Deutschland solle sich an derartigen Aktionen zeitnah beteiligen, so seine Forderung.
11.52 Uhr: Donald Trump will einen Deal eingehen mit Dänemark und den Grönländern. Doch könnte er überhaupt einen fairen und bezahlbaren Preis anbieten? Die „Bild“ hat den auf Land- und Forstimmobilien spezialisierte Immobilienhändler „Schenks“ aus Hamburg befragt. Neben der Fläche der Insel geht es vor allem um die enormen Bodenschätzen an Seltenen Erden.
Christoph von Schenck zu „Bild“: „Für bekannte Ressourcen zu Marktpreisen wird eine Größenordnung von bis zu 3,76 Billionen Euro genannt.“ Das wäre mehr als der aktuelle Börsenwert von Apple.
Eine andere Rechnung bezieht sich auf den jährlichen Zuschuss Dänemarks in Höhe von 576 Millionen Euro pro Jahr an Grönland. Rechnet man diesen Betrag über 50 Jahre und bei einer Verzinsung von 5 Prozent hoch, ergibt sich ein Wert von knapp 15 Milliarden Euro. Billionen oder ein paar Milliarden – der Wert Grönlands lässt sich kaum seriös festlegen.
Trump droht mit Militär: „Wenn wir es nicht auf die einfach Art tun“
8.55 Uhr: Donald Trump verkündete am Freitag bei einem Treffen mit Öl-Managern, die USA würden „etwas wegen Grönland unternehmen, ob es ihnen gefällt oder nicht“. Trump weiter: „Wenn wir es nicht tun, werden Russland oder China Grönland übernehmen, und wir werden Russland oder China nicht als Nachbarn haben.“
Dann sagte er sogar: „Ich würde gerne einen Deal machen – aber wenn wir es nicht auf die einfache Art tun, werden wir es auf die harte Art tun.“ Eine offene Drohung, ansonsten das US-Militär einzusetzen!
Die Aussage ergibt in Bezug auf Russland wenig Sinn, weil es bereits in Alaska eine direkte russisch-amerikanische Nachbarschaft gibt.
Grönländische Parteien machen Ansage an Trump: „Geringschätzung einstellen“
7.20 Uhr: Die Vorsitzenden der Parteien im grönländischen Parlament Inatsisartut verlangten in ihrer gemeinsamen Erklärung, dass die USA „ihre Geringschätzung gegenüber unserem Land einstellen“. In dem Schreiben heißt es weiter: „Die Zukunft Grönlands muss vom grönländischen Volk entschieden werden.“ Es müsse ein intensiver Dialog „mit unseren Verbündeten und den Ländern, mit denen wir zusammenarbeiten“, sichergestellt werden, hieß es.
NATO-Staaten schlagen gemeinsamen Arktis-Einsatz vor
9. Januar, 18.20 Uhr: Mehrere Nato-Staaten befürworten angesichts der US-Pläne für Grönland eine stärkere Präsenz in der Arktis. Der Vorschlag eines Überwachungseinsatzes namens „Arctic Sentry“ soll die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region gewährleisten und mögliche US-Argumente für eine Kontrolle Grönlands entkräften. Besonders der britische Premierminister Keir Starmer sprach sich für ein entschlossenes Auftreten aus, um Gegner wie Russland abzuschrecken. Dabei ist unklar, ob ein solcher Einsatz die Spannungen um Grönland lösen kann, da die USA auch wirtschaftliche und militärische Interessen verfolgen.
15.56 Uhr: Bayer Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand hat sich erneut zur Thematik geäußert. „Da geht es um grundsätzliche Menschenrechte und um Grundsätzliches im Leben allgemein“, schreibt er auf LinkedIn. „Um eins klar zu sagen: Das hat nichts mit Politik zu tun. Ich war nie Politiker, das hat auch nichts mit links oder rechts zu tun“.
Trump plant unmoralisches Angebot an die Grönländer
12.26 Uhr: Donald Trump will den Grönländern bis zu 100.000 US-Dollar pro Person zahlen, wenn sich das Land den USA anschließt. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“ mit Verweis auf Quellen aus seinem Umfeld. Die genauen Details des Angebots seien noch nicht geklärt. Der Deal könnte den Staatshaushalt der USA demnach 5,6 Milliarden US-Dollar kosten, denn Grönland hat rund 56.000 Einwohner, die meisten sind Inuit. Sind sie käuflich?
11.59 Uhr: In einem Interview mit der „New York Times“ sprach Trump über seine Grönland-Ambitionen. Es gehe „möglicherweise um eine Entweder-oder-Wahl“, ob er sich für die NATO oder Grönland entscheidet, so der Präsident.
In dem Interview betonte er erneut, dass er die Insel haben will. „Weil ich glaube, dass dies psychologisch notwendig für den Erfolg ist. Ich denke, dass Eigentum einem etwas ermöglicht, was man mit einem Pachtvertrag oder einem Vertrag nicht erreichen kann. Eigentum verschafft einem Dinge und Vorteile, die man durch die bloße Unterzeichnung eines Dokuments nicht bekommt“, so Trump.
Vize JD Vance: „Mein Rat an Europa: Trump ernst nehmen“
8. Januar, 20.30 Uhr: US-Vizepräsident JD Vance hat die Europäer gewarnt, dass es Präsident Donald Trump mit seinen Äußerungen zu Dänemark ernst meine. „Mein Rat an die europäischen Staats- und Regierungschefs und alle anderen wäre, den Präsidenten der Vereinigten Staaten ernst zu nehmen“, antwortete Vance, als er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zu Grönland befragt wurde.
Trump hatte am vergangenen Sonntag den US-Anspruch auf das zu Dänemark gehörende Grönland bekräftigt: „Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit“, sagte er.
17.06 Uhr: Der dänische Trainer des Bundesliga-Vereins Bayer Leverkusen sorgt sich um die Zukunft Grönlands. Kasper Hjulmand schrieb auf LinkedIn: „In einer verrückten und sich rasant verändernden Welt sind für manche politische Führer Wissen, internationale Strukturen, Dialog und der Respekt vor kulturellen Unterschieden zum Feind geworden. Für Menschen wie sie ist die Welt ein Jagdrevier. Doch es gibt einen anderen Weg.“
Hjulmand ist liiert mit der linken Politikerin Maliina Abelsen, die in Grönland aufgewachsen ist. Weiter postete der Coach: „Ich hoffe auf mehr Menschlichkeit, Empathie und Liebe. Mehr Wissen und Verständnis. Mehr zuhören. Meine wärmsten Gedanken gelten dem wunderbaren grönländischen Volk.“
Bei Invasion auf Grönland: Dänische Soldaten würden sofort schießen
15.20 Uhr: Immer wieder bekräftigt Donald Trump seine Absicht, Grönland unter US-Kontrolle zu bringen. Plant er tatsächlich eine Annexion der autonomen Insel, die zum Königreich Dänemark gehört? Das dänische Verteidigungsministerium gibt sich kampfbereit!
Gegenüber der Zeitung „Berlingske“ bestätigte das Ministerium eine Anordnung aus dem Jahr 1952. Demnach sind die Soldaten im Falle einer Invasion angehalten, „unverzüglich“ zum Gegenangriff überzugehen – „ohne auf Befehle zu warten oder diese einzuholen“. Eine direkte Reaktion. „Erst schießen, dann Fragen stellen“, heißt die Regel! Es gibt allerdings nur rund 200 stationierte dänische Soldaten auf der Insel.
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„Ich schäme mich, Amerikaner zu sein“
14.40 Uhr: Der frühere US-Botschafter in Russland, Michael McFaul, distanziert sich von der Politik der Trump-Regierung. Auf X schrieb er: „Nichts ist krimineller, als mit einer Invasion Grönlands zu drohen, um Dänemark dazu zu bringen, uns Grönland zu verkaufen.“ Weiter schrieb er: „Ich schäme mich gerade, Amerikaner zu sein. Hoffentlich geht dieser verrückte Moment unserer Geschichte bald vorbei.“
Neuer Plan: Trump will Grönland kaufen
14.33 Uhr: Offenbar hat Donald Trump jetzt einen neuen Plan. Laut „New York Times“ will Trump einen Deal anbieten und Grönland kaufen, darüber berichten das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“.
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Der US-Präsident soll Mitarbeiter angewiesen haben, einen Kaufplan vorzulegen. Die Idee brachte er bereits während seiner ersten Amtszeit auf. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat klargestellt, dass Grönland nicht zum Verkauf steht.