Da Deutschland im Abendspiel gegen Spanien mit 34:32 (17:15) gewann und sich damit den Gruppensieg sicherte, wäre auch das zu wenig gewesen. Für Rang drei, der positive Folgen für die WM-Qualifikation mit sich bringt, reichte es allerdings. Während Serbien nun als Gruppenvierter bereits Mitte März in die Vorquali einsteigen muss, steht das ÖHB-Team bereits im WM-Play-off Mitte Mai.

Österreich startete gut und mit aggressiver Verteidigung in die Partie, eine 2:0-Führung war das Ergebnis. Der erste Gegentreffer fiel erst in der sechsten Minute. Doch auch die serbische Abwehr sowie Goalie Dejan Milosavljev zeigten ihre Qualitäten. So stand es nach zehn Minuten gerade einmal 3:3. Eine Zweiminutenstrafe gegen Lukas Herburger brachte Serbien 5:3 in Führung. Doch die Mannschaft von Teamchef Iker Romero blieb dran und schaffte bei 9:7 bzw. 10:8 wieder einen Zweitorevorsprung.

Österreich trotz Sieges ausgeschieden

Österreichs Herren-Handballnationalteam hat bei der EM in Dänemark, Norwegen und Schweden die Hauptrunde verpasst. Nach Niederlagen gegen Deutschland und Spanien gewann das ÖHB-Team am Montag in Herning zwar das dritte Spiel in Gruppe A gegen Serbien. Für eine intakte Aufstiegschance wäre allerdings ein Sieg mit mindestens vier Toren Unterschied notwendig gewesen.

6:4-Überzahl blieb ungenutzt

Ein doppeltes Überzahlspiel ließen die Österreicher allerdings durch Ungenauigkeiten im Abschluss und einem starken Milosavljev ungenutzt, wodurch der Gegner wieder Oberwasser bekam und mit einer 12:13-Führung in die Pause ging. Auch in der zweiten Hälfte blieb es eng, der Abnützungskampf wurde fortgesetzt. Keiner Mannschaft gelang es, sich abzusetzen. Lukas Hutecek und Co. lagen erstmals bei 22:20 mit zwei Treffern voran, auch weil Kreisläufer Tobias Wagner (mit sechs Treffern bester ÖHB-Torschütze) immer besser in Schwung kam und Keeper Constantin Möstl starke Paraden zeigte.

Tobias Wagner mit Ball

IMAGO/Maximilian Koch

Tobias Wagner war mit sechs Treffern Österreichs bester Torschütze in der Partie

Ein Unterzahlspiel überstand Österreich unbeschadet, dafür nützte man im Anschluss eine eigene doppelte Überzahl und führte erstmals mit drei Toren (23:20). Sebastian Frimmel und Hutecek vergaben jeweils die Chance auf plus vier – ein Vorsprung, den man für einen allfälligen Aufstieg benötigte. Den Sieg ließen sich die ÖHB-Asse unter dem Jubel vieler deutscher Fans – Deutschland hoffte seinerseits auf Schützenhilfe des Nachbarn – nicht mehr nehmen. Er fiel freilich nicht mehr hoch genug aus, auch weil Mykola Bilyk in der Schlussminute beim Stand von 26:24 vom Siebenmeterpunkt nicht traf.

Handball-EM 2026

Spielplan und Tabellen

„Schön, dass wir noch einen Sieg geholt haben, den haben wir uns nach der Durststrecke redlich verdient. Die Möglichkeiten für Aufstieg waren da, aber die Konsequenz hat uns gefehlt“, sagte ÖHB-Kapitän Bilyk im ORF-Interview und spielte auf den Premierenerfolg für Romero im siebenten Spiel als österreichischer Cheftrainer an. „Daran müssen wir arbeiten. Sonst hätten wir gegen Serbien mit sechs Toren Unterschied gewonnen und wären aufgestiegen.“

„Haben gekämpft bis zur letzten Sekunde“

Herburger ärgerte sich zwar über den verpassen Aufstieg, „aber ich freue mich, dass wir wieder mehr Energie auf die Platte gebracht haben. Dazu haben wir leider zu lange gebraucht, ist aber auch der Umstellung, neuem Trainer geschuldet. Wir sind auf einem gutem Weg, auf einem richtig geilen Weg.“ Coach Romero zeigte sich „unglaublich glücklich“ mit dem Erfolg: „Wir haben gekämpft bis zur letzten Sekunde. Wir haben gezeigt, dass wir ein gute Zukunft vor uns haben. Diese Jungs sind überragend.“

Auch ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser war froh über den Sieg: „Für die Hauptrunde war alles angerichtet, wir haben mit viel Herz gespielt. Alle Achtung vor dieser Leistung. Wir wussten, wie schwer die Gruppe ist, aber wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Im Team war so viel Energie. Die Luft in dieser Klasse ist jedoch sehr dünn. Mit dem abschließenden Sieg bin ich aber super zufrieden. Schade, dass es für den Aufstieg nicht gereicht hat.“

Handball-EM 2026 in Dänemark, Norwegen und Schweden

Endstand:

Österreich – Serbien 26:25 (12:13)

Tore Österreich: Wagner (6), Bilyk, Frimmel, Herburger, Kofler (je 3), Damböck, Hutecek, Mahr, Nigg (je 2)

Gruppe A in Herning

Tabelle:

1.

Deutschland

3

2

0

1

91:89

4

2.

Spanien

3

2

0

1

91:86

4

3.

Österreich

3

1

0

2

78:85

2

4.

Serbien

3

1

0

2

82:82

2

Spielplan:

15.01.

Spanien

Serbien

29:27

Deutschland

Österreich

30:27

17.01.

Spanien

Österreich

30:25

Serbien

Deutschland

30:27

19.01.

Österreich

Serbien

26:25

Deutschland

Spanien

34:32