Aus erster Hand informierten sich Mitarbeiter des Bildungsministeriums aus Luxemburg bei einem Besuch an der Martini-Schule in Freystadt. Beim Gang durchs Schulhaus ließ Rektorin Christine Gottschalk keine Fragen offen. Vor allem, wie Ganztagsangebote umgesetzt werden, interessierte die Luxemburger Delegation.

„Man muss nicht alles selbst erfinden. Man kann sich vernetzen und informieren“, erläuterte Karin Doberer, Geschäftsführerin der Lernlandschaft in Röckingen, beim Rundgang. Individuelle pädagogisch-funktionale Beratung ist ihr Fachgebiet. Bei der Erweiterung der Martini-Schule in Freystadt war sie im Team der Planer und wertvolle Ideengeberin.

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Mit ihrem Unternehmen ist sie europaweit tätig und auch in Luxemburg ist ihr Rat bei der Entstehung von Lernlandschaften im Rahmen von Bau- und Entwicklungsprojekten im Bildungswesen gefragt.

Zum Ortstermin in Freystadt hieß auch Bürgermeister Alexander Dorr, der am Rundgang ebenso teilnahm wie Schulamtsdirektor Dr. Thomas Mayr, die Gäste willkommen und beantwortete offene Fragen. Bereits seit 2013 besteht nach Angaben der Delegation in Luxemburg für Schüler ein Ganztagsanspruch. Vieles wurde in diesem Zusammenhang schon getan, doch jetzt gelte es, an mancher Stelle nachzubessern. Daher wurde Karin Doberer ins Boot geholt.

Passende Rahmen für Ganztagsbetreuung an Schulen

„Wir suchen nach dem passenden Rahmen für Schule und Betreuung im Ganztag“, bringen es Jim Hirtt und Danielle Heintz auf den Punkt – zwei der sechs Mitarbeiter des Familien- und Bildungsministeriums, die aus Luxemburg zur Informationsfahrt nach Freystadt gekommen waren. Für anstehende Neubauten würden Konzepte mit Betreuungsstruktur gesucht.

Dabei sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Zusammenarbeit erleichtern. Vieles sei bereits auf dem Weg, neue Ideen aber stets willkommen. In Luxemburg beginnt die Schulpflicht für Kinder bereits mit vier Jahren. Dann startet „spielerisches Lernen“. Davor geht es in den Kindergarten, die Betreuungsplätze für Kinder ab drei Jahren sind für die Eltern dort übrigens kostenfrei.

„Marktplätze“ geben Schülern in Freystadt Raum

Rektorin Christine Gottschalk informierte beim Rundgang über den Ganztag an der Martini-Schule. Bei der Sanierung und Erweiterung des Schulhauses seien ideale Voraussetzungen geschaffen worden. Zentrale Punkte seien die zwischen den Klassenräumen angelegten Marktplätze, die den Schülern Raum für freies Arbeiten geben. „Ein gutes Konzept“, bestätigte auch Schulamtsdirektor Dr. Thomas Mayr. „Hier wurde ein offenes, multifunktionales System mit modernem Lernarrangement geschaffen, das den Kindern entgegenkommt.“