Es wurde viel geschimpft und gelästert über die unterwürfige und teils kriecherische Art und Weise, mit der die Europäer, und insbesondere Nato-Generalsekretär Mark Rutte, versucht haben, US-Präsident Donald Trump auf ihre Seite zu ziehen. Erst in den Verhandlungen zur Ukraine, dann über Grönland. Rutte soll Trump gar „Daddy“ genannt haben.

Der kostete das sichtlich aus. Nachrichten von Rutte und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron veröffentlichte er auf seiner Plattform Truth Social. Jeder sollte mitbekommen, wie klein die Europäer sich vor ihm machen.

Aus Bequemlichkeit in die Abhängigkeit der Amerikaner begeben

Die Kritik war aber immer schon ein wenig wohlfeil. Nicht die Nachrichten sollten Europa peinlich sein. Sondern, dass sie sich überhaupt im Laufe der Jahre aus Bequemlichkeit in die Abhängigkeit der Amerikaner begeben haben.

Die Nachrichten von Rutte waren vor allem eins: Realpolitik, wie sie im Jahr 2026 mit einem narzisstischen US-Präsidenten funktioniert. Europa ist abhängig von den USA und wenn das die Art ist, mit der man den Kontinent vorübergehend zumindest ein bisschen sicherer machen kann oder vor einem Handelskrieg bewahrt, dann sollte man froh sein, dass einem Mann wie Rutte seine persönliche Würde offenbar nicht ganz so wichtig ist.

Jonathan Lindenmaier

Icon Haken im Kreis gesetzt

Icon Plus im Kreis

Mark Rutte

Icon Haken im Kreis gesetzt

Icon Plus im Kreis

Donald Trump

Icon Haken im Kreis gesetzt

Icon Plus im Kreis