Ab Samstag gibt es laut ORF-Wetterredaktion nur noch in wenigen Regionen leichten Dauerfrost, meistens liegen die Höchstwerte am Sonntag und zu Beginn der neuen Woche zwischen null und sechs Grad. Auch mit den vergleichsweise hohen Temperaturen in Westösterreich ist es dann vorbei. Hier gab es in den letzten Tagen mit Sonne und leichtem Föhn deutliche Plusgrade: Der österreichweit höchste Wert diese Woche wurde am Montag mit 13,1 Grad im Vorarlberger Bludenz verzeichnet.

Gefühlt waren die letzten Tagen an manchen Orten so kalt wie sehr lange nicht mehr, der Blick in die Klimaaufzeichnungen bestätigt das aber nur in manchen Fällen. In Bad Bleiberg (Kärnten) lag die Höchsttemperatur diesen Mittwoch bei minus 13,4 Grad – um einen tieferen Höchstwert zu finden, muss man hier immerhin 17 Jahre zurückgehen. In Wien auf der Hohen Warte waren es am Mittwoch maximal -3,9 Grad, einen kälteren Tag gab es hier aber vor nur zwei Jahren.

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Was die gefühlte Temperatur aussagt

Wind verschärft Kälteempfinden

Dass die gefühlte Temperatur zuletzt deutlich unter der gemessenen lag, ist auf den Wind zurückzuführen. „Je höher die Windgeschwindigkeit, desto kälter fühlt sich eine Temperatur an“, sagt Geosphere-Meteorologin Judith Gerighausen gegenüber ORF Wissen. Bei 20 km/h Windgeschwindigkeit empfinde man eine Temperatur von minus fünf Grad Celsius so kalt wie minus zwölf Grad bei Windstille. „Windchill-Effekt“ nennt sich das unter Fachleuten.

asd

ORF/Christian Öser

Die Alte Donau in Wien ist nur mehr selten zugefroren, diesen Jänner aber war es so weit

Heizkosten steigen

Die Frosttage werden sich auch bei den Heizkosten bemerkbar machen: „Bei einem Grad weniger erhöht sich der Heizbedarf um sechs bis acht Prozent“, sagte Harald Proidl, Leiter der Abteilung Ökoenergie und Energieeffizienzmonitoring bei der E-Control, gegenüber ORF.at. Für einen durchschnittlichen Haushalt von vier Personen bedeute das wöchentliche Mehrkosten von sechs bis zehn Euro für jedes Grad Außentemperatur weniger. Zudem wurden vermehrt Schäden an Wasserleitungen und -zählern gemeldet – mehr dazu in noe.ORF.at.

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Kältewelle treibt Heizkosten nach oben

In vielen Teilen Europas herrschte zuletzt bittere Kälte, das wirkte sich auch auf den europäischen Gasmarkt aus. Die niedrigen Temperaturen trafen auf vergleichsweise niedrige Füllstände der Gasspeicher, in der Folge stieg der Preis für Erdgas vergangene Woche um 25 Prozent, das war der stärkste Anstieg seit Oktober 2023. Am Donnerstag überschritt der Preis für europäisches Erdgas erstmals seit einem halben Jahr die Marke von 40 Euro je Megawattstunde (MWh).

Lebensgefahr für Obdachlose

Lebensbedrohlich kann die Kälte für obdachlose Menschen werden, Mitte des Monats erfroren in Wien zwei Männer. Das Kältetelefon Wien verzeichnete zuletzt rund 450 Meldungen pro Tag über Menschen, die im Freien schlafen. Im Laufe des Winters wurden bereits über 10.000 Anrufe registriert – mehr dazu in wien.ORF.at.

Für die Land- und Forstwirtschaft bringt die Kälte dagegen auch Gutes mit sich: So hat der Frost der vergangenen Wochen vielen zugewanderten Schädlingen im Land zugesetzt, Fliegen und Wanzen überleben die tiefen Temperaturen kaum – mehr dazu in ooe.ORF.at. Förstern erleichtert der gefrorene Boden den Abtransport von Holz, ohne die Wurzeln und die Forststraßen zu beschädigen – mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Wetter

Kälte zieht sich zurück

Manche profitieren

Auch die Schilfschneider rund um den Neusiedler See profitieren. Zwar ernten sie mittlerweile bei jedem Wetter, doch ist ihre Arbeit auf dem seit zwei Wochen zugefrorenen See deutlich einfacher zu erledigen – mehr dazu in burgenland.ORF.at.

Der diesjährige Jänner wird in die Klimaaufzeichnungen jedenfalls als unterdurchschnittlich temperierter Monat eingehen. Laut ORF-Wetterredaktion war er im österreichischen Mittel bisher um zwei Grad kälter als ein durchschnittlicher Jänner im Vergleichszeitraum 1991 bis 2020. Verglichen aber mit den Jänner-Monaten von 1961 bis 1990, einer Zeit, wo der Temperaturanstieg durch den Klimawandel noch weniger ausgeprägt war, lag er ziemlich genau im langjährigen Durchschnitt.