In der Rockhal in Esch/Alzette ist es am Freitagnachmittag noch ruhig. Zu hören sind nur die Geräusche des technischen Equipments, das hin- und hergeschoben wird. Mehrere Hundert Personen sind vor Ort, um die Konzerthalle in eine der größten Showbühnen des Jahres zu verwandeln. Hier wird sich am Samstagabend entscheiden, wer Luxemburg beim Eurovision Song Contest in Wien vertreten wird.
In den vergangenen drei Tagen haben die acht Finalisten fleißig auf der Bühne geprobt und teilweise auch Choreografien einstudiert. Mit dabei sind die Band Shirokuro, die drei Einzelkünstlerinnen Daryss, Eva Marija und Irem sowie die vier Einzelkünstler Luzac, Andrew the Martian, Hugo One und Steve Castile. Im Oktober des Vorjahres traten sie alle bei den Auditions auf, bei denen insgesamt 58 Künstler und 83 Songs präsentiert wurden.
Der nationale Vorentscheid geht mittlerweile in seine dritte Runde und hat jedes Jahr eine andere Bühne präsentiert. „Uns ist es sehr wichtig, den Zuschauern jedes Jahr ein neues Erlebnis zu bieten“, betont der Medienverantwortliche Jeff Spielmann. Während der austragende Sender RTL letztes Jahr auf eine Bühne in T-Form mit LED-Schwebeelementen setzte, geht sie dieses Jahr mehr in die Breite. Ein Hingucker ist das runde Deckenelement, auf dem während der Auftritte auch visuelle Effekte abgespielt werden sollen.
Eine geheime zweite Bühne
Mit 410 Quadratmetern ist es gleichzeitig die größte Bühne, die es bisher in der Konzerthalle gab. Hinzu kommen 400 Quadratmeter LED-Fläche. „Die Produktionsfirma hat uns mehrere Optionen dargelegt und wir haben uns dann für diese entschieden. Es ist etwas, das wir bisher nicht hatten. Es ermöglicht zudem eine 360-Grad-Aussicht. Auch hatten wir bisher noch nie LED-Leuchten am Boden und an der Decke“, so ESC-Beauftragter David Gloesener.
Wofür die zweite, kleinere Bühne gut sein soll, wollte man im Vorfeld allerdings noch nicht verraten. Foto: Laurent Sturm
Zudem gibt es neben der Hauptbühne auch noch eine kleinere, runde Bühne. Wofür diese gedacht ist, wollen die Verantwortlichen aber noch nicht verraten, nur so viel: Weder das Moderatorentrio noch die Fotografen werden sie nutzen. Apropos Moderatoren: Loïc Juchem, Raoul Roos und die Schauspielerin Hana Sofia Lopes werden durch den Abend führen.
Insgesamt 2.000 Zuschauer werden das Spektakel am Samstag live vor Ort mitverfolgen können. Im Pressezentrum werden wieder zwischen 60 und 70 nationale und internationale Journalisten erwartet, darunter Vertreter aus Irland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden.
Produziert wird die Veranstaltung in diesem Jahr übrigens von der estnisch-ukrainischen Firma „One 2 Remember“. Sie ist auch für das Bühnendesign verantwortlich. Die Veranstaltung wird im luxemburgischen Fernsehen (RTL Télé Lëtzebuerg), im Radio (RTL Radio Lëtzebuerg) sowie auf den digitalen Plattformen von RTL zu sehen und zu hören sein.
Auch die ESC-Bühne in Wien wird sich an runden Elementen bedienen. Foto: EBU
Das Votingsystem
Wie beim Eurovision Song Contest werden auch beim Luxembourg Song Contest sowohl die Zuschauer als auch eine Fachjury abstimmen – beide Votings sind gleich gewichtet, das heißt, jeweils 50 Prozent der Stimmen werden von den Juroren beziehungsweise den Zuschauern vor den Bildschirmen (Fernsehen und Online) beigesteuert.
Die Jury setzt sich aus acht Länderjurys mit jeweils fünf Personen zusammen. Der Song mit den meisten Stimmen aus beiden Votings darf Luxemburg in Wien vertreten.
Das Publikum aus Luxemburg und dem Ausland kann über einen Link, der noch bekannt gegeben wird, abstimmen. Nach dem letzten Auftritt haben die Leute 20 Minuten Zeit, um ihre Stimmen abzugeben. Diese Stimmen entscheiden über die drei Finalisten.
Anschließend beginnt eine zweite 20-minütige Abstimmungsphase, in der der Gesamtsieger ermittelt wird. Jede Stimme kostet 0,99 Euro und erfordert eine gültige Kreditkarte zur Zahlung. Pro Zahlungsmethode können maximal 20 Stimmen pro Runde abgegeben werden. Man kann alle seine Stimmen für einen einzigen Lieblingssong abgeben oder sie auf verschiedene Teilnehmer verteilen.