Bei Karin Kneissl, die von der FPÖ für das Außenamt nominiert wurde, ist die Heimatliebe wohl verflogen. In einem Gespräch mit einem kleinen, russlandfreundlichen YouTube-Kanal behauptete die Ex-Diplomatin, die durch ihren Hochzeits-Knicks vor Wladimir Putin weltbekannt wurde, es sei „kein Zufall, dass Hitler aus Österreich kam“. Kneissl bezeichnet darin die Österreicher unter anderem als „Hyänen“. „Wenn ich etwas vermisse aus Europa, dann Frankreich, nicht Österreich. In Frankreich waren die Menschen menschlich, in Österreich Hyänen“, sagt Kneissl in dem Video.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kneissl mit dieser Hitler-Aussage aufhorchen lässt. Bereits im November des Jahres 2024 sorgte sie damit für Schlagzeilen. „Es war kein Zufall, warum Hitler aus Österreich kam und warum die westlichen Gestapo-Spitzen aus Österreich waren. Es ist die Mischung aus Kleingeistigkeit, Neid und Minderwertigkeitskomplexen (…)“, sagte die ehemalige Außenministerin damals.

Kneissl sieht sich selbst als Opfer eines „totalitären Denkens“ in Europa und bezeichnet sich als politischen Flüchtling. Während sie die EU scharf kritisiert, findet sie für ihre neue Wahlheimat Russland, wo sie mittlerweile permanent lebt, nur lobende Worte.

Das Interview erreichte bisher etwa 30.000 Aufrufe. Gepostet wurde es auf dem Youtube-Account „Brücke nach Osten“ mit knapp 900 Abonnenten. Das Kneissl-Interview ist derzeit der einzige Content des Channels.

Kritik aus der Politik

Trotzdem haben Kneissls Aussagen Empörung ausgelöst: NEOS-Klubobmann Yannick Shetty wirft Kneissl vor, in russischen Propagandamedien weiterhin mit dem Titel der ehemaligen Außenministerin aufzutreten, um Österreich und seine Bevölkerung zu diffamieren. Er ortet eine „blaue Doppelmoral“: Kickl habe sich bis heute nicht von Kneissl distanziert. Das zeige, „wie groß die blaue Doppelmoral ist, wenn es um Putins Interessen geht.“

Auch ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti reagiert laut Kurier scharf. Kneissls Aussagen würden zeigen, wie rasch der Patriotismus der FPÖ ende. Sobald Russland rufe, bleibe von „Austria First“ nichts mehr übrig.