Publiziert28. Januar 2026, 07:00
Luxemburg: Limpertsberg steht nach tödlicher Messerattacke unter Schock
Ein brutaler Messerangriff in Limpertsberg fordert ein Todesopfer und hinterlässt die Anwohner in Schock.

Am helllichten Tag wird das Viertel Limpertsberg durch eine brutale Tat erschüttert. Eine Frau wurde durch einen Messerangriff getötet, eine weitere wurde schwer verletzt. Laut ersten Angaben und Zeugenaussagen soll sich der tödliche Angriff in einem Apartmentgebäude in der Avenue de la Faïencerie ereignet haben.
Während einige Autofahrer die Situation gelassen hinnehmen, reagieren andere verärgert und gestikulieren wütend hinter dem Steuer. Am Dienstagnachmittag ist die Avenue de la Faïencerie gesperrt: Alle Fahrzeuge, die aus Richtung Glacis kommen, müssen nach rechts in die Rue Léandre Lacroix abbiegen.
Für manche hat das spürbare Folgen. Eine Anwohnerin berichtet, dass sie ihr Auto dort abstellen und den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen musste. Sie wohne im Tony-Neuman-Komplex und habe seit zweieinhalb Stunden keine Möglichkeit, mit dem Auto nach Hause zu fahren. Im strömenden Regen habe ihr die Polizei mitgeteilt, dass sie nur zu Fuß weiterkäme. Auch der CR 181 zwischen Strassen und Bridel war während der Polizeieinsätze komplett gesperrt.
Zwei Frauen sind am Dienstag gegen 14.20 Uhr in einem Wohnhaus in der Avenue de la Faïencerie auf dem Limpertsberg mit einem Messer angegriffen worden. Eine von ihnen erlag kurz darauf ihren Verletzungen. Das zweite Opfer wurde in ernstem Zustand in ein Krankenhaus gebracht. Der mutmaßliche Angreifer wurde von der Polizei verfolgt und zwischen Bridel und dem Fräiheetsbam auf dem CR 181 in Strassen festgenommen. Weiterhin bleibt unklar, ob weitere Täter in den Fall verwickelt sind.
Auslöser der Verkehrsmaßnahmen ist das umfangreiche Polizeiaufgebot, das nach dem tödlichen Messerangriff an der Kreuzung der Rue Antoine Hirsch und der Rue Léandre Lacroix mit der Avenue de la Faïencerie eingerichtet wurde. Véronique*, die in dem Viertel arbeitet, berichtet, dass sie ihren Bus nach Wiltz nicht nehmen konnte, da dieser nicht mehr fuhr. Nach vergeblichem Warten habe sie schließlich zur Haltestelle Uni Campus gehen müssen. Normalerweise sei das Viertel ruhig, sagt sie.
Der Limpertsberg, ein überwiegend von Wohn- und Bürogebäuden geprägtes Viertel der Hauptstadt mit rund 11.500 Einwohnern, gilt als wohlhabend, ruhig und kosmopolitisch. Entsprechend groß ist die Bestürzung unter den Anwohnern über die ungewöhnliche Situation. Viele reagieren fassungslos auf die Aufregung, wie sie das Viertel bislang nicht erlebt haben. Mary, eine Britin, die an der Universität im Quartier arbeitet, spricht von einem außergewöhnlichen Ereignis. Auch Kate*, die seit sechs Jahren dort lebt, zeigt sich erschüttert.
Im strömenden Regen spiegeln sich die blauen Blaulichter der Polizeifahrzeuge auf den Gehwegen. Nur wenige Passanten sind unterwegs, viele wissen noch nichts von der Gewalttat, die sich wenige Stunden zuvor in unmittelbarer Nähe ereignet hat. Die Stimmung ist bedrückt. Jean, der seit 76 Jahren im Viertel lebt, erklärt, dass er den Limpertsberg gut kenne, ein derartiges Ereignis jedoch noch nie erlebt habe. Das betroffene Gebäude sei zudem erst vor Kurzem errichtet worden, die dortigen Bewohner kenne er nicht.
*Vornamen wurden geändert
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