In den sozialen Medien wird darüber gestritten, welches Automobil-Modell im Jahr 2025 weltweit am meisten verkauft wurde. Elon Musk behauptet auf X, der Tesla Model Y sei dies nun im dritten Jahr in Folge. Der europäische Kommunikationschef von Toyota widerspricht ihm auf LinkedIn: „Sorry Elon, aber das stimmt einfach nicht. Schon im vergangenen Jahr wurde das Model Y vom Toyota RAV4 überholt und es sieht danach aus, als würde es im Jahr 2025 auch noch vom Corolla überholt werden.“
Während die beiden sich streiten, etablieren sich chinesische Marken auf dem Weltmarkt. Im Jahr 2021 erschien BYD erstmals auf der Liste der größten Automobilhersteller. Vier Jahre später, im Jahr 2025, eroberte die erst im Jahr 1995 gegründete Marke den fünften Platz. Mit Geely erschien im vergangenen Jahr ein weiterer Hersteller aus China auf der Liste. In Zukunft sollen es noch mehr werden.
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Bei ihrer Expansion haben die neuen Marken aus China den europäischen Markt immer stärker im Visier. Die Europäische Union will die heimischen Hersteller schützen. Seit Ende 2024 gelten zusätzlich zum regulären 10-Prozent-Autozoll Anti-Subventionszölle von rund 7,8 bis 35,3 Prozent auf chinesische Batterie-E-Autos. Dennoch sind die Newcomer nicht zu bremsen. Ihre Verkaufszahlen konnten sich in Europa im vergangenen Jahr verdoppeln und machten rund fünf Prozent aus.
Viele Hersteller haben Pläne bekannt gegeben, in Europa die Produktion aufzunehmen. So errichtet BYD in Ungarn eine große Fabrik für Elektroautos und Batterien, während Chery ein ehemaliges Nissan-Werk bei Barcelona erworben hat, um dort Fahrzeuge der Marken Omoda und Jaecoo zu produzieren. Der Premiumhersteller XPeng lässt einige seiner Fahrzeuge beim Auftragsfertiger Magna im österreichischen Graz produzieren. Auch der Stellantis-Partner Leapmotor hat Pläne für eine Produktion in Europa. Fahrzeuge des chinesischen Herstellers sollen bald in unausgelasteten Stellantis-Werken in Polen und Spanien entstehen.
Luxemburger bleiben deutschen Herstellern treu
Was die Zulassungszahlen in Luxemburg betrifft, gibt es keinen Streit. Mit 1.345 Zulassungen führt der BMW iX1/X1 die Rangliste der meistverkauften Fahrzeuge an. Der luxemburgische Markt wird von deutschen Marken dominiert und ist laut dem ACL „nahezu undurchdringbar“ für andere Hersteller. Die erste chinesische Marke, MG, landet in den luxemburgischen Verkaufsstatistiken nur auf Platz 27, chinesische Hersteller insgesamt kommen auf 1,6 Prozent aller Zulassungen im Jahr 2025.
Während Autos aus China im vergangenen Jahr in Europa doppelt so häufig abgesetzt wurden wie im Jahr zuvor, ist der Absatz in Luxemburg sogar zurückgegangen. Während 2024 noch knapp jedes 44. neu zugelassene Auto aus China stammte, war es 2025 nur noch jedes 60. Dabei ist der Anteil von Autos „made in China“ größer, als es die Zulassungszahlen vermuten lassen.
So gehören die Marken Volvo und Polestar zu großen Teilen dem Mutterkonzern Geely. Die Produktion findet in Europa und in China statt. Ein Teil der in Europa verkauften Teslas wird in der Gigafabrik in Shanghai gebaut. Seit 2024 werden Automobile der Marke Smart nicht mehr in Forbach, sondern in China gebaut. Smart ist heute ein 50:50-Joint-Venture von Mercedes-Benz und Geely.
Auf dem diesjährigen Autofestival in Luxemburg waren mehrere neue chinesische Marken und Modelle vertreten sein. Hier der Überblick:
Chinas Billigheimer: Leapmotor
Klein, kurz und billig. Der Leapmotor T03 erobert gerade die Innenstädte Europas. Foto: Stellantis
Das im Jahr 2025 gegründete Unternehmen hat bereits eine Million Fahrzeuge hergestellt – 600.000 davon im Jahr 2025. Das vergangene Jahr war das erste volle Geschäftsjahr von Leapmotor in Europa. „In nur zwölf Monaten brachte Leapmotor drei Modelle auf den Markt, richtete mehr als 800 Verkaufsstellen ein und registrierte über 35.000 Fahrzeuge“, so eine Pressemitteilung zum Brüssler Automobilsalon 2026. In Luxemburg werden die Fahrzeuge in drei Garagen, in Leudelingen, Junglinster und Roost angeboten. Fünf Modelle werden in Luxemburg angeboten, vom T03 für 16.150 Euro bis zum C10 für 32.650 Euro.
BYD
Seit dem Jahr 2024 sind Fahrzeuge von BYD in Luxemburg verfügbar. Bisher wurden 463 zugelassen. Foto: BYD/dpa-tmn
Build your Dream kam Anfang 2024 nach Luxemburg. Automobile der Marke BYD sind in Luxemburg keine Exoten mehr. 463 Fahrzeuge sind aktuell in Luxemburg angemeldet. Die aus einem Hersteller für Batterien hervorgegangene Marke ist vor allem für ihre Elektroautos bekannt. Umso überraschender ist es, dass BYD auf dem Brüssler Automobilsalon mehrere Hybridfahrzeuge vorstellte. Zum Automobilfestival wurden BYD-Fahrzeuge erstmals auch in Diekirch angeboten. Die Kunden hatten die Wahl zwischen zehn verschiedenen Modellen.
Nio / Firefly
Der Kleinwagen Firefly wird erstmals in Luxemburg angeboten. Die Preise beginnen bei 28.000 Euro. Foto: Marc Wilwert
Der Kleinwagen Firefly wird erstmals in Luxemburg angeboten. Die Preise beginnen bei 28.000 Euro. Foto: Marc Wilwert
Der Kleinwagen Firefly wird erstmals in Luxemburg angeboten. Die Preise beginnen bei 28.000 Euro. Foto: Marc Wilwert
Die Modelle der Marke Nio sollen Tesla Konkurrenz machen. Foto: Marc Wilwert
Die Modelle der Marke Nio sollen Tesla Konkurrenz machen. Foto: Marc Wilwert
Nio ist ein weiterer Neuling. Er beweist, dass Autos aus China nicht immer billig sein müssen. Der Automobilhersteller sieht sich als Premium‑Elektroautohersteller mit innovativer Batterie‑Technologie, deren Fahrzeuge direkt mit Tesla konkurrieren sollen. Fünf Nio-Modelle werden in Luxemburg angeboten, darunter erstmals auch der Firefly, der als günstiges Einstiegsmodell vorwiegend für Europa entwickelt wurde und in Luxemburg ab 28.000 Euro angeboten wird. Am oberen Ende der Produktpalette liegt der EL8, ein vollelektrischer Oberklasse-SUV mit drei Sitzreihen, zwei Motoren und einem Lidar-System. Ab 111.760 kostet die Luxusklasse.
XPeng
XPeng, die Marke des Xiaomigründers, wartet in Luxemburg auf den Durchbruch. Foto: Marc Wilwert
In Luxemburg werden die Fahrzeuge vom Händler Hedin angeboten. Foto: Marc Wilwert
XPeng gilt als chinesischer Tesla-Konkurrent. Foto: Marc Wilwert
In Luxemburg werden drei Modelle angeboten. Foto: Marc Wilwert
Wer sich für einen G9 entscheidet, der erhält Optionen im Wert von 6.780 Euro dazu. Foto: Marc Wilwert
Die Marke XPeng ist bereits seit Längerem in Luxemburg vertreten. Die Marke konnte sich in Luxemburg bisher nicht richtig etablieren. Hedin Automotive verkauft die Premium-Autos aus China. Drei Modelle werden angeboten: G6, G9 und P7. Das Angebot unterscheidet sich wenig, von jenem im vergangenen Jahr – mit einem Unterschied: Die Rabatte sind in diesem Jahr größer. Wer sich für einen G9 entscheidet, der erhält Optionen im Wert von 6.780 Euro dazu.
Die Luxusmarke aus China: Hongqi
Hongqi bedeutet „rote Fahne“, die Marke wurde gegründet, um Staatskarossen zu bauen. Foto: Marc Wilwert
Der Hongqi E-HS9 kostet ab 80.000 Euro. Foto: Marc Wilwert
In der President-Version beginnen die Preise bei 90.000 Euro. Foto: Marc Wilwert
China kann auch Luxus. Wer Wert auf gute Fahrleistungen legt, wird bei Hongqi (rote Fahne), der ältesten chinesischen Automarke, fündig. In China dienen Hongqis als Staatskarossen. So fährt der chinesische Präsident Xi Jinping offiziell in einem Fahrzeug dieser Marke. Seit einem Jahr können auch Kunden im PS-verwöhnten Luxemburg die Fahrzeuge kaufen. Laut Statec ist ein Hongqi in Luxemburg zugelassen. Hedin Automotive in der Route Esch vertreibt die Fahrzeuge. Vier Modelle sind in Luxemburg verfügbar, darunter ein vollelektrischer Luxus-SUV und eine elektrische Oberklasse‑Limousine.
Zeekr
Zeekr ist ein weiterer Hersteller, der in den Benelux-Ländern expandieren will und bereits in den Startlöchern steht. Bisher schaffte es der Hersteller jedoch nicht, ein Händlernetz in Luxemburg aufzubauen.