Lügen-Eklat am letzten Olympia-Tag! Am Sonntag wurde bekannt: Israels Viererbob ist vom eigenen Olympischen Komitee disqualifiziert worden – kurz vor dem geplanten Start im 3. Lauf (ab 10 Uhr im BILD-Liveticker). Hintergrund: Die Athleten hatten versucht, einen Ersatz-Starter unter dem Vorwand einer Erkrankung in den Bob zu mogeln. Ein klarer Verstoß gegen die IOC-Richtlinien.
Am Samstag war Israel noch in der Besetzung Adam Edelman, Menachem Chen, Uri Zisman und Omer Katz an den Start gegangen. Für den Start am Sonntag sollte Zisman durch Ward Fawarseh ersetzt werden – um Olympia-Geschichte zu schreiben: Fawarseh wäre der erste drusische Athlet in Israels Olympia-Historie gewesen.
Team wollte Ersatzfahrer in den Bob mogeln
Doch für den Einsatz Fawarsehs griffen seine Teamkollegen verbotenerweise zu einem Trick. Denn als Ersatzmann angereist, hätte Fawarseh nur nachrücken dürfen, wenn einer seiner Kollegen erkrankt wäre.
Ward Zawarseh wäre der erste drusische Olympia-Athlet Israels gewesen – seine Teamkollegen wollten ihm einen Start ermöglichen und täuschten dafür eine Erkrankung vor
Foto: IOC via Getty Images
Das israelische Olympia-Komitee (OIC) teilte gegenüber „Times of Israel“ mit: „Das Bobteam bat darum, Ward, den Ersatzmann, in den Wettbewerb aufzunehmen. Gemäß den Regeln ist dies nur zulässig, wenn einer der Athleten verletzt oder krank ist. Um dies zu ermöglichen, erklärte eines der Teammitglieder – ermutigt durch seine Teamkollegen – dass es sich unwohl fühle. Es unterzog sich sogar einer medizinischen Untersuchung und unterzeichnete eine eidesstattliche Erklärung, damit das Olympische Komitee die Genehmigung für einen Ersatz beantragen konnte.“
Mehr zum ThemaAntrag auf Tausch zurückgezogen
Im Anschluss habe Zisman gegenüber dem Leiter der israelischen Delegation ein Fehlverhalten zugegeben. Das OIC weiter: „Dies zwang das Olympische Komitee Israels, den Antrag zurückzuziehen und den Tausch zu disqualifizieren.“ Das Verhalten des Teams sei „unangemessen“ und verstoße gegen die „Regeln des fairen und sportlichen Verhaltens“.
Eine öffentliche Reaktion des israelischen Bob- und Skeletonverbands steht noch aus.