Nach zwei Wochen anhaltender Proteste in Madagaskar hat das Parlament für ein Impeachment-Verfahren gegen den geflohenen Präsidenten gestimmt. Teile des Militärs stellen sich mittlerweile offen gegen den Einsatz von Gewalt, während die Bevölkerung zunehmend unter Armut und Unsicherheit leidet.

Vatikan: Fünf Richter für den Prozess gegen Marko Rupnik ernannt

Das Dikasterium für die Glaubenslehre hat fünf Richter ernannt, die sich mit dem Fall des Geistlichen Marko Ivan Rupnik befassen werden. Dies gab die vatikanische Behörde in einer …

Seit dem 25. September gehen in Madagaskar Tausende Menschen auf die Straße – aus Wut über Armut, Korruption und fehlende Perspektiven. Nach gewaltsamen Zusammenstößen forderte nun eine Militäreinheit von den Sicherheitskräften die Weigerung, auf Demonstrierende zu schießen. Beobachter sehen darin ein Zeichen wachsender Spannungen zwischen Armee, Polizeikräften und Regierung.

Präsident Andry Rajoelina, dessen Aufenthaltsort derzeit unklar ist, hatte sich am Montagabend in einem Facebookvideo erstmals direkt an die Bevölkerung gewandt und dabei betont, er sei geflohen, um sein Leben zu retten. Bereits 2009 war er selbst durch Proteste an die Macht gekommen – ein Vorgehen also, das viele im Land an frühere politische Krisen erinnert.

Unterdessen hat der Militär-Chef Michael Randrianirina angekündigt, die Macht übernommen zu haben. Zuvor hatte die Nationalversammlung wegen Amtsflucht für ein Impeachment-Verfahren gegen den Präsidenten gestimmt – was Rajoelina noch vor der Abstimmung mit einem über Social Media vertreiteten Dekret zur Auflösung des Parlamentes verhindern wollte.

Sicherheitskräfte öffnen das Tor zum Präsidentenpalast

Sicherheitskräfte öffnen das Tor zum Präsidentenpalast   (AFP or licensors)

„Vom Chaos profitieren kriminelle Banden, die eine verarmte Bevölkerung ausplündern“

Missionare und Hilfsorganisationen berichten derweil von einer dramatischen Lage. „Vom Chaos profitieren kriminelle Banden, die eine verarmte Bevölkerung ausplündern“, sagt der Salesianer Cosimo Alvati. In den Städten lebe ein Großteil der Menschen in extremer Not. Solange es keine realen Zukunftsperspektiven gebe, warnt er, werde Madagaskar keine Ruhe finden.

Papst betet für Frieden in Madagaskar

Besorgt über gewaltsame Zusammenstöße in Madagaskar hat sich Leo XIV. an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz geäußert.


Gebetsaufruf von Papst Leo

Bereits Anfang Oktober äußerte sich Papst Leo XIV. zu den Unruhen im Land. In seiner Ansprache während einer Generalaudienz äußerte er: „Ich bin betrübt über die Nachrichten aus Madagaskar über gewalttätige Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und jungen Demonstranten, bei denen einige von ihnen ums Leben gekommen sind und etwa hundert verletzt wurden“.

Darüber hinaus rief er zum Gebet, dass jede Form von Gewalt vermieden und das ständige Streben nach sozialer Harmonie durch die Förderung von Gerechtigkeit und Gemeinwohl unterstützt wird.“

(fides / vatican news – lyk)