Bei den andauernden Angriffen von Dschihadisten und Tuareg-Rebellen in Mali ist der Verteidigungsminister der Militärjunta,
Sadio Camara, getötet worden. Dies berichtet der französische Radiosender RFI. Auch die Nachrichtenagentur AFP meldet unter Berufung auf seine Familie und Regierungskreise den Tod des Ministers. Camara sei am Samstag durch die Explosion einer Autobombe in seiner Residenz in Kati, einem Vorort der malischen Hauptstadt Bamako, getötet worden.

Bei dem Angriff seien auch seine zweite Frau und zwei seiner Enkel getötet worden. »Wir haben einen sehr geliebten Menschen
verloren, den Verteidigungsminister. Er ist auf dem Feld der Ehre
gefallen«, hieß es aus Regierungs- und Armeekreisen.

Seit Samstag führen in Mali Dschihadisten, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet sind, gemeinsam mit der Tuareg-Rebellengruppe FLA landesweit koordinierte Angriffe auf die Armee aus. Die Gruppe zur Unterstützung des Islam und der
Muslime (JNIM) erklärte, ihre Kämpfer hätten die Wohnhäuser
von Junta-Chef Assimi Goita und Verteidigungsminister Camara
angegriffen. Auch der internationale Flughafen von Bamako und weitere
Ziele seien attackiert worden. Die Tuareg-Rebellengruppe FLA erklärte, die Stadt Kidal im
Norden Malis eingenommen zu haben.

Tuareg-Rebellen melden Vereinbarung mit russischen Streitkräften

Auch am Sonntag wurden wieder Kämpfe in
mehreren Städten des Landes gemeldet. Neben Kati waren demnach Gao,
Sévaré und Kidal Schauplatz heftiger Gefechte. Ein Einwohner in Kati
sagte, die Kämpfe seien »überall« wieder aufgeflammt und die
Dschihadisten »auf dem Hügel« über dem Ort. Ein anderer Einwohner
berichtete von Flugzeugen über der Stadt.

Am Sonntag
gab die Tuareg-Rebellengruppe FLA allerdings eine »Einigung« mit russischen Streitkräften
bekannt, welche die malische Junta unterstützen. Die Einigung sehe vor,
dass die malische Armee und ihre russischen Verbündeten vom Afrikakorps
ein Lager verlassen könnten, »in dem sie sich seit gestern verschanzt
hatten«, sagte ein FLA-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Mali hat – wie auch seine Nachbarstaaten Niger und Burkina Faso – die
Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich abgebrochen und sich
Russland angenähert.

© Lea Dohle

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Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete
Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM) teilte mit,
sie koordiniere die Angriffe mit der FLA. »Gemeinsam führen wir eine
wahrhaftige Transformation aus, im Dienste der Religion, des Landes und
des Volkes«, erklärte der Al-Kaida-Ableger. Die malischen Streitkräfte hatten am Samstag
mitgeteilt
, »terroristische Gruppen« hätten am frühen Morgen Kasernen
und andere Punkte in Bamako und weiteren Landesteilen angegriffen.

EU und UN verurteilen Gewalt

Mali wird seit vielen Jahren von massiver Gewalt erschüttert, nicht zuletzt nach den zwei Militärputschen in den Jahren 2020 und 2021. Die herrschenden Militärs sehen sich unter
anderem mit einer Rebellion islamistischer Extremisten konfrontiert. Die Angriffe auf Regierungstruppen am Wochenende
hatten nach Einschätzung von Beobachtern aber eine neue Qualität.

Die EU verurteilte die »Terroranschläge« in Mali aufs Schärfste, wie es in
einer Erklärung der Außenbeauftragten Kaja Kallas hieß. Auch UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die »Gewalttaten« in
Mali. Er rief nach Angaben eines Sprechers zudem zu koordinierter internationaler
Unterstützung auf, um der »Bedrohung durch gewalttätigen Extremismus und
Terrorismus in der Sahelzone zu begegnen«.