Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, berichtet von neuen Menschenrechtsverletzungen im Sudan. Mindestens 269 Zivilisten seien seit der Einnahme der Stadt Bara durch die Rapid Support Forces (RSF) im Bundesstaat Nordkordofan getötet worden, sagte Türk in Genf. Die Menschen seien durch Luftschläge, Artilleriebeschuss und Hinrichtungen getötet worden. Die RSF hatten die Stadt Bara laut dem Hochkommissar am 25. Oktober unter ihre Kontrolle gebracht.
Es gebe auch Berichte über Vergeltungsmorde, willkürliche Verhaftungen,
Entführungen, sexuelle Gewalt und Zwangsrekrutierungen, darunter auch
von Kindern, sagte Türk. Telekommunikations- und Internetausfälle erschwerten eine genaue
Dokumentation der Gewalt, daher dürfte die Zahl der zivilen Opfer weitaus höher sein.
Amnesty International wirft RSF Kriegsverbrechen vor
Im Sudan war im April 2023 ein Machtkampf
zwischen der Armee und der RSF-Miliz eskaliert. Seitdem sind große
Teile des Landes von Kämpfen betroffen. Mehr als 21 Millionen Menschen
hungern laut Daten des Welternährungsprogramms. Im Oktober hatte die RSF-Miliz die Stadt Al-Faschir in Nord-Darfur nach eineinhalb Jahren Belagerung erobert. Dabei war es ebenfalls zu Massentötungen gekommen.
In Bara seien viele Zivilisten wegen „Kollaboration“ mit
gegnerischen Parteien inhaftiert worden, sagte Türk weiter. Hassreden
drohten, die Gewalt anzuheizen. Türk befürchtet weitere Gräuel, da sich
die Kämpfe zwischen Sudans Armee, der RSF und der Gruppe Sudan People’s Liberation Movement-North (SPLM-N) in der gesamten Region Kordofan verschärften.
Die Menschenrechtsgruppe Amnesty International hatte der RSF kürzlich
Kriegsverbrechen vorgeworfen. Während der mehrtägigen Attacke der
paramilitärischen Truppe RSF auf das
Lager Zamzam in der Region Darfur seien im April Zivilisten getötet,
Geiseln verschleppt und Moscheen, Schulen und Kliniken zerstört worden,
sagte Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard am Mittwoch.
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