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Bamako – Der Verteidigungsminister von Mali wurde laut einem Medienbericht bei einem Angriff von Islamisten getötet. Sadio Camara (†47) sei bei einer Attacke auf seine Residenz am Samstag umgekommen, berichtete der französische Radiosender RFI am Sonntag.
Demnach starb Camara, als Kämpfer der Terrorgruppe JNIM (ein Ableger von Al-Kaida) den Militärstützpunkt Kati außerhalb von Malis Hauptstadt Bamako attackierten. Augenzeugen hatten berichtet, dass das Haus des Ministers zerstört worden sei. Auch am Sonntag gingen die Angriffe weiter, obwohl die Armee am Samstag behauptete, die Lage unter Kontrolle zu haben. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete von Schüssen in einer Garnisonsstadt bei Bamako. Es sind die größten abgestimmten Angriffe von Islamisten und Tuareg-Rebellen in Mali seit Jahren.
Die Angriffe richteten sich gegen Ziele in der Nähe von Bamako sowie in anderen Landesteilen. Die Zahl der Toten und Verletzten war am Sonntag noch unklar. Ungewiss war zudem das Schicksal der umkämpften Stadt Kidal. Die Aufständischen erklärten, sie im Zuge der Angriffe von den Regierungstruppen zurückerobert zu haben.

Angriff in der Stadt: Mit Maschinenpistolen bewaffnete Männer auf der Straße in Kidal (Mali)
Foto: Mohamed Ramadane via REUTERS
In Mali gibt es immer wieder Aufstände der Tuareg-Volksgruppe. Zudem kämpft die Armee gegen islamistische Extremisten. Die aktuelle Militärregierung hatte nach dem Putsch von 2021 die Macht übernommen. Und versprach, die Sicherheit wiederherzustellen – tut sich damit allerdings schwer, wie die anhaltenden Angriffe belegen. Zudem hatte sie die jahrelange Zusammenarbeit des Landes mit dem Westen aufgekündigt und sich auf russische Söldner eingelassen. Zuletzt bemühte sie sich jedoch wieder um engere Beziehungen zu den USA.
Von 2013 bis 2023 hatte eine UN-Friedenstruppe (sog. Minusma-Einsatz) in Mali den Auftrag, die Zivilbevölkerung zu schützen und das westafrikanische Land zu stabilisieren. Auch Soldaten der Bundeswehr waren in Mali im Einsatz. Die letzten von ihnen verließen das Land im Dezember 2023.