
Bayer Leverkusens Christian Kofane glänzt mit Kamerun beim Afrika-Cup. Nun winkt für den jungen Stürmer sogar das Halbfinale. Dafür müssen Kofane und Co. am Freitag (20 Uhr) Gastgeber Marokko ausschalten.
Christian Kofane verehrt Samuel Eto’o – so wie jeder Kameruner in seinem Alter. Als er Ende Oktober sein Kindheitsidol traf, hörte der Stürmer von Bayer Leverkusen also genau zu.
„Samuel hat mir gesagt: Sohn, du musst in wichtigen Spielen mehr Entscheidungen treffen. Daran erkennt man große Spieler“, erzählte der erst 19-jährige Senkrechtstarter nach dem Einzug ins Viertelfinale des Afrika-Cups. Kofane hat den Rat offensichtlich befolgt.
Erstmals im Nationaltrikot
Der Teenager läuft in Marokko erstmals für die „unzähmbaren Löwen“ auf, erzielte im letzten Gruppenspiel gegen Mosambik den sehenswerten Siegtreffer zum 2:1 und traf auch im Achtelfinale gegen Südafrika (2:1).
Kofane mit Traumtor: Kamerun schlägt Mosambik
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„Für mich ist ein Kindheitstraum wahr geworden. Jetzt wollen wir so weit kommen wie möglich“, sagt der Stürmer. Die nächste Aufgabe wird aber die bislang schwierigste: Am Freitag (20 Uhr) geht es in Rabat gegen Gastgeber und WM-Halbfinalist Marokko.
Wirbel im Vorfeld des Cups
Dort trifft Kofane auf seinen Leverkusener Klubkollegen Eliesse Ben Seghir, der nur ein Jahr älter ist.
Kameruns Christian Kofane kontroliert den Ball beim Afrika Cup
Im Vorfeld des Kontinentalturniers hatte es noch viel Wirbel um den begehrten Stürmer gegeben. Kofane sollte für Kamerun schon die WM-Playoff-Spiele im November bestreiten.
Aus der zweiten spanischen Liga nach Leverkusen
Doch diese sagte er ab, und es wurde vermutet, dass er zwischen die Fronten des Machtkampfs im kamerunischen Fußball zwischen dem Verband und dem damaligen Nationaltrainer Marc Brys auf der anderen Seite geraten war. Nun haben sich die Wogen geglättet und Kofane kann seinen Job im Nationaldress machen.
Voller Fokus auf den Ball: Christian Kofane im Duell mit Kölns Rav van den Berg
Noch 2024 spielte Kofane in seiner Heimat Kamerun für AS Nylon – ein Klub, dessen Wappen dem von Bayer 04 erstaunlich ähnelt. Von dort ging es zum spanischen Zweitligisten Albacete, wo er nach acht Toren in 20 Spielen sofort nach Leverkusen weiterzog. Der Werksklub zahlte 5,25 Millionen Euro an die Spanier an Ablöse.
Im Stürmer-Ranking zunächst weit hinten
Für Kofane war klar, dass er sich erst einmal hinten anstellen musste. Die Leverkusener holten ihn als Back-up für Patrik Schick und auch für Victor Boniface, der im Sommer noch zu Bayers Kader gehörte. Auch der Franzose Martin Terrier schien im Stürmer-Ranking vor ohm zu stehen.
Als Boniface abgewandert war und Schick sowie Terrier im Herbst ausfielen, war Kofane sofort parat und stand seinen Mann.
Drei Tore in der Bundesliga
Zehnmal gehörte der Youngster bereits zur Startelf, traf gegen Borussia Dortmund und in der Champions League gegen die PSV Eindhoven. Insgesamt kommt Kofane in 14 Bundesliga-Spielen auf drei Treffer.
Lohn war die Berufung ins Nationalteam, wo Kofane nun den Spuren großer Namen wie Roger Milla, Patrick Mboma oder François Omam-Biyik folgt – oder eben Eto’o, der heute Präsident des nationalen Verbandes ist.
Auf den Spuren von Eto’o
„Er ist eine Legende. Nicht nur in Kamerun, sondern in ganz Afrika“, sagt Kofane. Eto’o gewann 2000 und 2002 den Afrika-Cup, so wie Milla 1984 und 1988. Große Vorbilder, mit denen Kofane sich (noch) nicht messen will. „Ich bin ein Spieler in der Entwicklung. Ich kann mehr Tore schießen, ich vergebe noch zu viele Chancen“, sagt er selbstkritisch.
Immerhin: Zweitjüngster Torschütze Kameruns bei einem Afrika-Cup ist er bereits. Platz eins gehört auch hier Samuel Eto’o.
Unsere Quellen:
Nachrichtenagentur sid
sportschau.de
Bayer Leverkusen
Sendung: „Christian Kofane glänz beim Afrika-Cup“, WDR.de, 09.01.2026, 10:23 Uhr