Nach den Angriffen auf militärische Ziele in Mali haben sich mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Dschihadisten und die von Tuareg dominierte Rebellenallianz FLA zu gemeinsamen Angriffen bekannt. »Gemeinsam führen wir eine wahrhaftige Transformation aus, im Dienste
der Religion, des Landes und des Volkes«, gab der regionale
Al-Kaida-Ableger JNIM bekannt. In Malis Hauptstadt Bamako und weiteren Städten des westafrikanischen
Krisenstaates war es zuvor zu Gefechten zwischen der Armee und
bewaffneten Angreifern gekommen.

Die Gruppen hatten sich zunächst unabhängig voneinander zu Angriffen auf verschiedene Orte bekannt. Die FLA teilte in sozialen Medien mit, ihre Kämpfer hätten »die Kontrolle« über Kidal und mehrere Stellungen in Gao
übernommen.

In einer Mitteilung bekannte sich der regionale Al-Kaida-Ableger JNIM zu den Überfällen in Kati, Kidal, auf den
Flughafen von Bamako sowie in weiter nördlich gelegenen Orten,
darunter Mopti, Sévaré und Gao. Darunter waren auch Angriffe auf die Wohnhäuser des malischen Militärjuntachefs Assimi Goita in Kati und des Verteidigungsministers General Sadio Camara. Gerüchte, wonach Camara bei der Detonation verletzt wurde, wies das Umfeld des Generals zurück.

Angriffe auf militärische Ziele

Laut einem Regierungssprecher wurden 16 Menschen verletzt. Das Militär
teilte mit, dass die Situation »unter Kontrolle« sei. Die
Tuareg-Rebellengruppe FLA gab allerdings an, sie habe die Stadt Kidal im
Norden des Landes eingenommen. Die Regierung in Bamako
verhängte eine nächtliche Ausgangssperre für die nächsten drei Tage.

Das Auswärtige Amt aktualisierte seine Reise- und Sicherheitshinweise
und rief deutsche Staatsbürger in Mali zu äußerster Vorsicht auf.
Deutschen Staatsangehörigen werde empfohlen, an einem sicheren Ort zu
bleiben und Mali auf dem Luftweg zu verlassen, wenn die Sicherheitslage
dies zulässt und der Flugbetrieb wieder aufgenommen wurde.

© Lea Dohle

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Am Samstagmorgen waren nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters laute
Explosionen und anhaltendes Gewehrfeuer in der Nähe von Malis wichtigstem Militärstützpunkt in Kati bei Bamako, in der Stadt Sévaré im
Zentrum des Landes sowie in Kidal und Gao im Norden Malis
zu hören gewesen.

Angriffe
von etwa 250 Kämpfern auf den Flughafen von Bamako und einen nahegelegenen
Militärstützpunkt seien abgewehrt worden, teilte das russische
Außenministerium mit. Mali hat die Beziehungen zur ehemaligen
Kolonialmacht Frankreich und weiteren westlichen Ländern abgebrochen und
sich Russland angenähert.

Beobachter sehen in den Angriffen eine neue Qualität

Nach
Einschätzung von Beobachtern hätten die Angriffe auf Regierungstruppen
am Samstag eine neue Qualität. »Wir haben es mit einer riesigen
koordinierten Offensive im ganzen Land zu tun, wie wir es seit 2012
nicht mehr gesehen haben, als die Regierung das halbe Land verloren
hat«, sagte Charlie Werb vom Sicherheitsberatungsunternehmen Aldebaran
Threat Consultants der Nachrichtenagentur AFP.

In Mali kommt es seit vielen Jahren zu massiver Gewalt. Nach zwei Putschen in den Jahren 2020 und 2021 herrschen Militärs in dem Land. Islamistische Extremisten verüben wiederholt Anschläge und Angriffe auf Regierungstruppen. Zudem sind kriminelle Banden in dem Land aktiv.

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Gewalttaten in Mali und rief nach Angaben seines Sprechers zu koordinierter internationaler Unterstützung auf, um der »Bedrohung durch gewalttätigen Extremismus und Terrorismus in der Sahelzone zu begegnen«.

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