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Algerien plant eine Überprüfung der Preisgestaltung für seine Erdgas- und LNG-Exporte nach Europa, um die Einnahmen in einem von Angebotsengpässen und hohen Preisen geprägten internationalen Umfeld zu maximieren. Dieser neue Ansatz signalisiert ein selbstbewussteres Vorgehen Algeriens bei der Festlegung von Vertragsbedingungen. Laut Berichten der Fachplattform „Attaqa“, die sich auf informierte Kreise berufen, erwägen die algerischen Behörden, jegliche Erhöhungen der Exportmengen an eine Neuverhandlung der Preise, angepasst an die internationalen Preise, zu knüpfen. Im Wesentlichen würde die Erhöhung der Liefermengen somit an günstigere wirtschaftliche Bedingungen gekoppelt.

Der Zeitpunkt der Initiative erscheint bedeutsam. Die europäischen Gasmärkte sind weiterhin von Angebotsungleichgewichten betroffen, was teilweise auf Unterbrechungen der Lieferungen aus dem Persischen Golf zurückzuführen ist. Dies veranlasst europäische Länder, rasch nach Alternativen zu suchen. In diesem Kontext verfügt Algerien – dank seiner geografischen Nähe und seines Rufs als zuverlässiger Lieferant – über eine größere Verhandlungsposition. Die algerische Strategie basiert zudem auf der Aussicht auf anhaltende Marktvolatilität und der Befürchtung weiterer globaler Versorgungsengpässe. Dieses Umfeld ermutigt europäische Abnehmer, in Vertragsverhandlungen flexibler zu agieren, selbst angesichts höherer Preise. Vorliegende Anzeichen deuten darauf hin, dass Algerien eine Preiserhöhung von 15 bis 20 Prozent für zusätzliche Lieferungen anstrebt, sowohl per Pipeline als auch in Form von LNG. Mit diesem Schritt will Algerien von den Preisen profitieren, die der europäische Markt kürzlich erreicht hat und die 70 US-Dollar pro Megawattstunde überschritten haben.

Gleichzeitig hat Algerien fortgeschrittene Verhandlungen mit Italien und Spanien aufgenommen, um die Lieferungen zu erhöhen. Algeriens Bedeutung im italienischen Energiemix – mit einem geschätzten Anteil von 30 Prozent am Bedarf – stärkt seine Verhandlungsposition zusätzlich. Algeriens Schritte sind Teil der europäischen Bemühungen um eine Diversifizierung der Bezugsquellen. Insbesondere italienische Energieunternehmen arbeiten mit staatlicher Unterstützung an neuen mittel- bis langfristigen Verträgen. In diesem Zusammenhang ist auch der geplante Besuch von Premierministerin Giorgia Meloni in Algier vorgesehen, der die Energiekooperation zwischen den beiden Ländern festigen soll, während in anderen Lieferkanälen, darunter Katar, weiterhin Schwierigkeiten bestehen.

Im Produktionsbereich arbeitet Algerien mit Hochdruck daran, seine LNG-Exportkapazität zu maximieren und dabei die teilweise Verlangsamung der Produktion einiger Wettbewerber auszunutzen. Die gesamte Verflüssigungskapazität wird auf rund 25,3 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt, was eine gewisse Flexibilität bei den Lieferzielen ermöglicht. Gleichzeitig will das Land den für 2025 verzeichneten Exportrückgang von etwa 18 % durch verbesserte betriebliche Effizienz und Produktionssteigerungen kompensieren. Daten deuten auf eine starke Erholung der Exporte in der ersten Märzhälfte 2026 mit einem Anstieg von 74 % hin.

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