Nach Nepal hat es nun den Machthaber in Madagaskar hinweggefegt. Nach tagelangen Protesten mit mehr als zwanzig Toten hat Präsident Andry Rajoelina die Flucht ergriffen. Sowohl den autokratischen Regierungschef des afrikanischen Inselstaats als auch den Präsidenten des Himalajastaates Nepal hat eine Bewegung junger Menschen zu Fall gebracht, die als „Gen Z“ derzeit in den Ländern des Globalen Südens Protestgeschichte schreibt.

Vernetzung über TikTok und Co.

Die Jungen der Jahrgänge 1995 bis 2010 bilden die erste Generation, die mit sozialen Medien wie Tiktok, Instagram oder Gaming-Apps aufgewachsen ist, sich über sie vernetzt und austauscht – zum auf die Straße getragenen Protest gegen die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. In Kenia, Bangladesch, Peru, Indonesien oder aktuell in Marokko.

Es ist eine demographisch mächtige Generation, die ihre Wut gegen Korruption, Ausbeutung, Arbeitslosigkeit, miserable Bildung und Autokraten eint. Und deren weltweit verstandenes Symbol der Popkultur entnommen ist: ein Totenkopf mit Strohhut aus dem japanischen Anime „One piece“.

Das erstmals durch das Internet befeuerte Aufbegehren gegen Diktatoren begann im „Arabischen Frühling“ vor 15 Jahren – er endete in Ägypten in einer Militärdiktatur und in Syrien im jahrzehntelangen Bürgerkrieg. Wird die diesmal über Kontinente springende Jugendrevolte erfolgreicher sein?